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Bad Wörishofen

27.04.2015

Umgang mit Beitragssätzen erneut im Fokus

Der Allgäu Skyline Park in Bad Wörishofen.
Bild: Reinhold Radloff

Skylinepark-Betreiber und Altbürgermeister beziehen Stellung zu neuen Vorwürfen

 Der Umgang mit dem Fremdenverkehrsbeitrag in Bad Wörishofen zieht weitere Kreise. Kurz vor dem Beginn der Mediation zwischen Stadt und Therme wurde nun bekannt, dass der Allgäu Skyline Park unter Altbürgermeister Klaus Holetschek ( CSU) seinen Beitragssatz reduzieren konnte. Die Süddeutsche Zeitung berichtete dies am Wochenende unter dem deutlichen Hinweis, dass die Mitinhaberin des Parks, Petra Löwenthal, eine Parteifreundin von Holetschek sei. Löwenthal war von 2002 bis 2008 für die CSU Mitglied des Unterallgäuer Kreistages.

Parkbetreiber und Mehrheitseigner Joachim Löwenthal sagte gestern gegenüber der Mindelheimer Zeitung, dies sei ein „konstruierter Zusammenhang“. Spekulationen um eine mögliche Einflussnahme seien „absoluter Humbug“. Er selbst habe damals mit Holetschek über die Senkung des Fremdenverkehrsbeitrages gesprochen. Dieser sei viel zu hoch angesetzt gewesen. Zudem habe sich seine Frau vor Jahren schon aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Die Löwenthals haben den Park 1999 übernommen und ihn seither zu einem Aushängeschild des Unterallgäus gemacht. Löwenthal sagt, dass der Park zu zwei Dritteln auf Ramminger Flur liege, nördlich der A 96. Man profitiere deshalb praktisch so gut wie nicht von der Kurstadt. Weder habe man nennenswert viele Gäste aus der Bevölkerung, noch aus der Gruppe der Kurgäste. Dies seien pro Jahr etwa 100 Gäste. Sie erhielten eine ermäßigte Eintrittskarte für Kurgäste, deshalb könne er genaue Zahlen nennen, so Löwenthal. Obwohl man der Meinung sei, dass der Park überhaupt keinen Fremdenverkehrsbeitrag zahlen müsste, habe man das Ergebnis des Gesprächs mit Holetschek akzeptiert und zahle nun einen niedrigeren Satz als zuvor. Dass die Stadt unter Bürgermeister Paul Gruschka (FW) nun wesentlich mehr Geld fordere, als noch 1999, werde man nicht akzeptieren. Der Park hat Widerspruch eingelegt und werde notfalls vor Gericht gehen, kündigt Löwenthal an.

Auch Klaus Holetschek, gegen den seit Jahresbeginn die Staatsanwaltschaft ermittelt, sieht sich im Recht. Der Parkbetreiber habe seiner Erinnerung nach damals Widerspruch gegen den Beitragsbescheid eingelegt. Man habe den Vorteil aus dem Fremdenverkehr dann wohl neu abgewägt, so Holetschek. Der Park liege „ja ewig weit draußen“. Genaueres könne er nicht sagen, weil er in dem Verfahren bislang keine Akteneinsicht erhalten habe.

Die Debatte um den Fremdenverkehrsbeitrag kam ins Rollen, als bekannt wurde, dass die Stadt unter Holetschek keinen oder zu wenig Fremdenverkehrsbeitrag von der Therme verlangt haben könnte. Dazu gibt es mittlerweile konträre Gutachten.

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