Bahn

06.09.2017

Umsteigen, bitte!

Am kommenden Wochenende fahren zwischen Türkheim und Bad Wörishofen sowie zwischen Buchloe und Memmingen keine Züge, sondern Busse. An den Bahnhöfen, wie hier in Bad Wörishofen, wird darauf auch in einem Aushang hingewiesen.
Bild: alf

Von Donnerstagabend bis einschließlich Sonntag fahren zwischen Türkheim und Bad Wörishofen sowie zwischen Buchloe und Memmingen keine Züge. Fahrgäste müssen dann Busse nutzen

Zugreisende und Pendler müssen sich darauf einstellen: Aufgrund von Baumaßnahmen sind vom morgigen Donnerstag, 7. September, ab 20 Uhr bis einschließlich Sonntag, 10. September die Strecken zwischen Buchloe und Memmingen sowie Türkheim und Bad Wörishofen komplett gesperrt. Es fahren ersatzweise Busse.

Grund für die Streckensperrung sind Brückenbauarbeiten in Ungerhausen über die Kreisstraße MN 16, teilte die Bahn auf Anfrage der Mindelheimer Zeitung mit. Dort werde aktuell ein früherer Bahnübergang durch eine Eisenbahnbrücke ersetzt. An diesem Wochenende wird das neu gefertigte Bauwerk an seine finale Position geschoben. Bei dem Brückenneubau handelt es sich um ein Begleitprojekt der Ausbaustrecke München - Memmingen - Lindau. Zusätzlich zu den Brückenarbeiten finden im Rahmen des Ausbauprojekts am kommenden Wochenende auch Schotterbeprobungen entlang der Strecke statt.

Die neue Eisenbahnüberführung wurde in seitlicher Lage als Halbrahmen aus Stahlbeton hergestellt und wird nun rund 26 Meter in die Endlage verschoben, so ein Bahnsprecher. Beginn der Brückenarbeiten war Anfang Mai 2017. Die Straße soll dieses Jahr noch für den Verkehr geöffnet werden, wird aber vorsorglich noch ohne Asphaltdeckschicht provisorisch zu nutzen sein. Die endgültige Fertigstellung ist je nach Wetter für 2018 geplant. Der Straßenbau liegt in der Verantwortung des Landratsamtes Unterallgäu, so die Bahn.

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Die Bahn will bei der Elektrifizierung der eingleisigen Strecke von Lindau über Memmingen und Buchloe nach Geltendorf pünktlich sein.

Der aktuelle Zeitplan sieht die Inbetriebnahme im Dezember 2020 vor. Das ist gerade noch rechtzeitig, bevor die Zusage der Schweiz über ein zinsloses Darlehen in Höhe von 50 Millionen Euro verfällt. Die Eidgenossen hatten, wie berichtet, den Kredit angeboten unter der Voraussetzung, dass die Elektrifizierung zwischen Zürich und München bis Ende 2020 fertiggestellt ist.

Die Fahrtzeit zwischen der Schweizer und der Bayerischen Metropole dürfte sich nach dem Ausbau von derzeit 4:15 Stunden auf unter 3:30 Stunden verkürzen. In einer schnelleren Verbindung liegt auch das Hauptinteresse der Schweizer an diesem Projekt. Weniger interessant sei ein verbesserter Zulauf für Güterzüge zum neuen Gotthard-Basistunnel, so der Sprecher der Bahn für Großprojekte in Bayern. Denn hinter Sankt Gallen gebe es Richtung Gotthard-Tunnel steile Streckenabschnitte, die für große Güterzüge schwer passierbar seien.

Deshalb hält der Bahnsprecher die Angst vieler Anlieger, durch die Elektrifizierung könnten vor allem nachts viel mehr Güterzüge durch das Unterallgäu und württembergische Allgäu rollen, für unbegründet. Dennoch war das Thema Schallschutz das beherrschende Thema bei den zahlreichen Erörterungsterminen entlang der Ausbaustrecke. Anfang April hatte die letzte dieser Veranstaltungen in Wangen stattgefunden.

Durch diese offene Informationspolitik sei die Elektrifizierung zwischen Lindau und Geltendorf und der Umbau des Bahnknotens Lindau auch das Großprojekt in Deutschland mit den wenigsten Einwendungen. Insgesamt ist das Projekt auf 850 Millionen Euro taxiert. (alf/mz)

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