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Kapelle

12.06.2017

Und plötzlich kam eins zum anderen

Erst sollte nur die Tür der Saulengrainer Kapelle neu gestrichen werden. Doch dann wurde die Mängelliste immer länger.
Bild: Manuela Frieß

St. Nikolaus in Saulengrain wird saniert und renoviert, damit die Statik wieder stimmt und auch beide Glocken wieder läuten können

Eigentlich hätte ja nur die Tür gestrichen werden sollen, aber als der Maler anrückte, entdeckte dieser, dass der Rahmen der Eingangstür der Kapelle St. Nikolaus völlig morsch ist. Und daraus entwickelten sich viele weitere Arbeiten am Saulengrainer Gotteshaus, erläutert der Köngetrieder Kirchenpfleger Franz Zoller den Hintergrund der Renovierungsarbeiten an der Kapelle. Da wie immer das Bauamt der Diözese eingeschaltet wurde, erstellte dieses auch gleich ein statisches Gutachten der Kapelle, das gravierende Schäden feststellte. Der Kirchenpfleger scherzt: „Die Mängelliste wurde dann doch immer länger und länger.“ Schlecht geflickte Stellen am Turmdach führten über die Jahre hinweg zu Schäden an Balken und Mauerwerk des kleinen Glockenturms. Außerdem sollte zur Sicherheit ein weiterer Tragebalken in den Dachstuhl eingebracht werden, an dem die Decke des Hauptraumes von unten her befestigt wurde. „Richtige Statiker gab es früher eben nicht, man hat die Gebäude nach den Erfahrungswerten gebaut, die man hatte“, erzählt auch Restaurator Gerhard Diem. Dass dies nicht den gängigen Normvorschriften von heute entsprechen kann, sei klar, weiß auch der Kirchenpfleger. Doch mit dem sanierten Dachstuhl könne die 270 Jahre alte Kirche wieder sicher und standfest in die Zukunft blicken.

Doch nicht nur unter dem Dach werkelten die Zimmermänner ungefähr drei Monate, auch von außen wurde Putz erneuert und Risse verschlossen. Innen brachte Restaurator Gerhard Diem wieder einen frischen Kalkputz auf und schloss dort ebenfalls einige kleine Risse, die entweder schon vorher bestanden oder durch die Sanierungsarbeiten entstanden waren.

Bis Juli soll alles fertig sein

Seit längerer Zeit habe die Mesnerin schon Bedenken wegen der Stabilität des Turms gehabt und nur noch eine der beiden Glocken zu den monatlichen Messen und Rosenkränzen geläutet, berichtet Franz Zoller. Damit ab sofort wieder beide gleichzeitig erklingen können, haben Spezialisten die sogenannten Joche der Glocken erneuert. Zusätzlich werden am Turm die Mauerlatten neu eingefügt, die ebenfalls durch die vielen kleinen undichten Stellen am Zwiebeltürmchen entstanden sind. Mittlerweile leuchtet der erneuerte Kupferbeschlag des kleinen Turmdachs schon von Weitem und auch das Doppel-Kreuz aus Messing an seiner Spitze blinkt und blitzt, obwohl dieses schon bei der vorigen Renovierung der kleinen Kapelle ausgetauscht worden war, erzählt Zoller.

Bis Juli sollen die Arbeiten zu einem Ende gekommen sein, das war vom Architekten Dieter Hartenstein zugesagt worden, gibt der Kirchenpfleger Auskunft. Das Gerüst rund um die Kapelle ist jedenfalls schon entfernt und St. Nikolaus erstrahlt wieder ganz in Weiß. Eine weitere positive Nachricht ist im Moment noch der Stand der Kosten. „Wenn alles klappt wie geplant, werden wir sogar unter der veranschlagten Summe von 355000 Euro bleiben“, freut sich Zoller. Wie weit darunter steht allerdings noch nicht genau fest. Für die Finanzierung der Bauarbeiten werden Gelder der Gemeinde, des Landkreises, der Regierung von Schwaben, der Diözese und der bayerischen Landesstiftung erwartet. Wirklich viel an Eigenleistung kann – wie immer – wegen der fehlenden Gewährleistung, leider nicht erbracht werden, berichtet der Köngetrieder Kirchenpfleger. „Und was die Türe angeht: Die wird übrigens komplett neu gefertigt, samt Stock.“

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