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Theater in Hausen

31.12.2017

Und plötzlich spielt das Publikum mit

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2 Bilder
Das Publikum wurde kurzerhand ins Theaterstück eingebunden und war „die Stimme des Volkes“ bei der Bürgermeisterwahl. Die Wahlhelfer (hier Regina Streitel) verteilten an den ganzen Saal Wahlzettel.
Bild: Sabine Adelwarth

In Hausen tobt in dieser Saison ein rundherum amüsanter Wahlkampf.

Traumschiff, Pilcher und andere Schnulzen gibt es rund um den Jahreswechsel genug im Fernsehen. Der Theaterverein Hausen setzte deshalb am ersten Weihnachtstag auf etwas anderes: Im aktuellen Stück geht es um einen erbitterten Wahlkampf, den in Hausen „D’Wahl Lump’n“ ausfechten. Und das zum allergrößten Vergnügen des Publikums.

Etwa 40 helfende Hände sind es, die auch in diesem Jahr wieder kräftig anpacken, um den Gästen beste Unterhaltung zu garantieren. Beim Dreiakter „D’Wahl-Lump’n“ von Peter Landstorfer wird schon am Eingang des Vereinsheims mit passenden Accessoires auf das Thema des Stücks aufmerksam gemacht und wenn sich der blaue Vorhang öffnet, fallen sofort die liebevollen Details auf der Bühne ins Auge.

Die Optik ist perfekt

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Eine Glanzleistung der Theaterschar kann man das Bühnenbild nennen. Gleich drei Räume finden Platz: Wartezimmer, Amtsstube vom Gemeindediener und das Bürgermeisterzimmer. Treffsicher und passend sind auch die gewählten Kostüme. Ebenso die hervorragende Arbeit in der Maske durch Hannelore Wagner, Marina Wiedemann und Catherina Schuhbauer. Die Optik ist perfekt und man fühlt sich an den Beginn des 20. Jahrhunderts zurückversetzt.

Das Stück handelt von der Bürgermeisterwahl in der kleinen Gemeinde Hausen. Amtsinhaber Franz Xaver Irlacher (Erwin Bader) sieht der Wahl gelassen entgegen, denn er hatte noch nie einen Gegenkandidaten. Die Bürger sind dadurch in den Hintergrund gerückt, er widmet sich lieber seinen kulinarischen Gelüsten und führt mit dem Gemeindebeamten Ignaz Wimmerl (Philipp Götzfried) eher schlecht als recht die Amtsgeschäfte. Da kann es schon mal vorkommen, dass die Ausstellung eines Ausweises ein halbes Jahr dauert.

Ein Rededuell auf der Bühne

Als der zugezogene Preuße Gustav Stüder (Werner Schüßler) von der Arbeitsweise des Bürgermeisters und seines Gehilfen erfährt, entschließt er sich kurzerhand zur Gegenkandidatur. Sehr zur Freude der Frauen Maria Villmaier (Regina Streitel), Apolonia Wanger (Helmi Söhl) und Vroni Festerling (Rebekka Hofmann), die dem Neuankömmling sofort tatkräftig beim Wahlkampf unter die Arme greifen. Die Männer Hartl Heigenmoser (Engelbert Krumm), Bertl Neubauer (Franz Zech) und Henschl (Tobias Mosig) helfen natürlich traditionell ihrem Bürgermeister und so entflammt ein Wahlkampf der besonderen Art, bei dem sogar ein Rededuell der beiden Bewerber auf der Bühne ausgefochten wird.

Dass dabei auch das Publikum als „Stimme des Volkes“ einen wichtigen Platz einnimmt, soll nicht unerwähnt bleiben und mit vielen Lumpereien der beiden zwiegespaltenen Parteien, möchten alle das Wahlergebnis zum gewünschten Ausgang beeinflussen, bei dem auch Bürgermeistersgattin Marlene (Conny Boos) mitmischt. Auch dank Alfons Lachenmeier (Helmut Mosig), der über Nacht auf die Wahlurne aufpassen soll, wird das Ganze ein urkomisches Manöver. Großer Spaß, wenn man die Darsteller beim Austauschen der Wahlurne beobachten darf. Spätestens wenn Conny Boos im Nachtgewand auf die Bühne huscht und mit ganzem Körpereinsatz die Urne ersetzt, ist ein Lachkrampf garantiert. Auch die Dödeligkeit von Philipp Götzfried als Gemeindebeamter ist kaum zu übertreffen. Wer am Ende das Amt des Bürgermeisters bekommt, soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Weihnachtszeit ist Theaterzeit

Souffleuse Gisela Hofmann hatte am Premierenabend nicht viel zu tun. Schon zur festen Tradition ist die Spielzeit an Weihnachten. „Weihnachtszeit ist Theaterzeit in Hausen“, sagt Vorsitzende Barbara Leichtle. „Seit 2001 spielen wir immer am zweiten Weihnachtsfeiertag. Das gehört bei uns allen schon dazu.“ Dass dabei mittlerweile auch die Kinder tatkräftig mithelfen, sei normal.

Termine Weitere Aufführungen im Vereinsheim Hausen sind am Freitag/Samstag, 29./30. Dezember, Montag, 1. Januar, Freitag/Samstag/Sonntag, 5./6./7. Januar sowie Freitag und Samstag, 12. und 13. Januar. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Karten kann man täglich zwischen 19 und 21 Uhr bei Familie Mosig (Telefon 08265/7509) vorbestellen.

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