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Festival der Nationen

01.10.2019

Unglaublich!

Dirigent Bob Ross beim Signieren seiner Bücher und CDs.
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Dirigent Bob Ross beim Signieren seiner Bücher und CDs.

Das „Musikfest für alle“ begibt sich auf die Spuren von Giuseppe Verdi

Es ist ein sonniger Bilderbuch-Herbsttag, an dem das Musikfest „Klassik für alle“ im Rahmen des Festivals der Nationen in Bad Wörishofen stattfindet. Da heißt es ganz offiziell: „Auf den Spuren von Giuseppe Verdi“. Es ist außerdem das Patroziniumsfest der Stadtpfarrkirche St. Justina.

Den feierlichen Festgottesdienst zelebriert Pater Sojesh gemeinsam mit sieben Ministranten. Da steigt nicht nur reichlich Weihrauch zum der Heiligen gewidmeten Deckengemälde auf, es sind vor allem auch die Klänge, die von der Orgelempore herunter den Kirchenraum füllen. Kirchenmusiker Karl Stepper hat Bläser und Streicher zu sich dort hinauf geholt.

Sie umrahmen den Gottesdienst mit dem „Streichquartett e-Moll“ von Giuseppe Verdi, das er 1873 schrieb, zwei Jahre nach der Uraufführung seiner Oper „Aida“ und noch vor der Komposition seiner „Messa da Requiem“. Für die Gläubigen im Gotteshaus ist es ein besonderer Hörgenuss. Anschließend ist es Eva Schramm vom Bayerischen Rundfunk Klassik, die am Denkmalplatz und später im Kurtheater die Moderationen übernimmt.

Unglaublich!

Die Begrüßung der sehr zahlreichen Gäste und vor allem der sieben Blaskapellen aus Ettringen, Haselbach, Markt Wald, Oberrieden, Schlingen, Irsingen, Unteregg-Oberegg und den Spielmannszug vom Allgäu Schwäbischen Musikbund übernimmt Erster Bürgermeister Paul Gruschka.

Nach dem Sternmarsch aller beteiligten Kapellen dirigiert Franz Josef Pschierer, Präsident des ASM, den Laridah-Marsch von Max Hempel. Pschierer sagt, das sei sein Lieblingsmarsch und der gehört traditionell zu den Auftritten eines Gemeinschaftschores. Nicole Simon, die ASM-Bezirksdirigentin, dirigiert ebenso wie Marina Beer, Dirigentin beim Musikverein Oberrieden, jeweils ein weiteres Musikstück. Zum Abschluss dieses Standkonzertes leitet Franz Josef Pschierer mit großem Einsatz die Musikkapellen mit der Bayernhymne.

Es wäre nicht das Musikfest, wenn es nicht noch viel mehr zu bieten hätte. Dazu gehören auch die beliebten Workshops „Verdi für Kinder“ mit Petra Mengeringhausen im Kulturhaus zum Gugger. Ebenso beliebt sind die Kutschfahrten für Jung und Alt zum Musikfest mit Kutscher Werner Niklas.

Dazu gehören auch die interessanten Ausführungen von Prof. Alexander Hennig, der in der Pause des Konzertes von „Blechschaden“ die Fragen von Eva Schramm gerne beantwortet. Weiß er doch sehr viel über den großen Komponisten zu erzählen, von seinem unendlichen Leid, in kurzen Zeitabständen nicht nur seine beiden Kinder, sondern auch seine erste Frau zu verlieren und das im jungen Alter von 27 Jahren.

Er berichtet außerdem von den großen Erfolgen, die sich vor allem nach der Uraufführung seiner Oper „Aida“ einstellten. Und „Blechschaden“? Dieses 11-köpfige Blechbläserensemble mit Musikern der Münchner Philharmoniker wird seit nunmehr 35 Jahren von Rob Ross sehr erfolgreich geleitet. Immerhin sei dieses Ensemble zehn Jahre älter als das Festival der Nationen, schmunzelt er stolz, und es sei einfach „unglaublich“.

Dieses Wort wiederholt Bob Ross im Laufe des Konzertes immer wieder. Und er hat damit vollkommen recht. Er ist nicht nur, dieser „kleine Schotte“, der sich und die Schotten im Allgemeinen immer wieder humorvoll ironisch belächelt, sondern auch ein Dirigent, der es versteht, seine Musiker und auch das Publikum zu begeistern.

Da das Konzert ein großartiges Geschenk der Festivalgemeinde für die Bürgerinnen und Bürger ist - nämlich ohne Eintritt - so gibt es im Kurtheater Kämpfe um die Plätze zu gewinnen. Da die Türen offen bleiben, genießen die Gäste im Foyer die flotte Musik, klassisch und modern. Zu einem besonderen Auftritt kommt es von den „Bambinis“ der Irmgard Seefried Sing- und Musikschule Bad Wörishofen. Sie zeigen den „Tanz der Zigeuner“ aus der Oper „La Traviata“, natürlich von Giuseppe Verdi.

Der Kommentar von Bob Ross: „Wie schön, junge Künstler in meiner Körpergröße auf der Bühne zu sehen.“ Er ist nicht nur ein temperamentvoller Dirigent, er ist auch ein sehr launiger Entertainer, der das Kurtheater zum Beben bringt, erst recht bei der zweiten Zugabe, als sich alle Gäste von den Plätzen erheben und sich gemeinsam im Rhythmus eines griechischen „Sirtaki“ bewegen. Das alles macht supergute Laune und setzt ein glanzvolles Ende des Musikfestes.

Viele Fotos vom Musikfest finden Sie auch unter www.mindelheimer-zeitung.de

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