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Mindelheim

14.01.2021

Unruhe in den Unterallgäuer Kliniken: Jetzt suchen die Chefs den Dialog

Auch im Mindelheimer Krankenhaus laufen jetzt die Corona-Impfungen. Chefarzt Dr. Peter Steinbigler war einer der ersten, die von Impfarzt Dr. Achim Pfosser geimpft wurden.
Bild: Boos

Plus Die Beschäftigten der Unterallgäuer Krankenhäuser sind durch viele Veränderungen seit der Fusion stark gefordert. Und dann kam noch Corona. Jetzt sprechen die Chefärzte in einem Schreiben acht wichtige Punkte an.

In den Chefetagen der Kliniken hat eine Informationsoffensive begonnen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Joachim Weirather schrieb im Intranet alle Mitarbeiter der Kliniken an. Der Förderverein der Kreisklinik Mindelheim erhielt ein Informationsschreiben von Anton Jall im Namen der Vorstandsmitglieder. Und die elf Chefärzte der Kliniken Mindelheim und Ottobeuren haben in einem Schreiben an alle niedergelassenen Ärzte für die Neuausrichtung der Unterallgäuer Krankenhäuser unter dem Dach des Klinikverbundes Allgäu geworben.

Weirather lobt in dem vierseitigen Schreiben die Leistung der Beschäftigten, die größten Respekt und Anerkennung verdiene. Ihm sei auch bewusst, dass die Veränderungen im Zuge der Fusion im Unternehmen den Mitarbeitern einiges abverlangten. Der Klinikverbund biete aber enorme Chancen. Es sei fester Wille, die Standorte Mindelheim und Ottobeuren zu sichern. Die „verbindlichen Versprechen im Hinblick auf Beschäftigungsgarantien, Besitzstandswahrungen und Beibehaltung der kommunalen Trägerschaft der beiden Häuser gelten ohne Wenn und Aber“.

Weirather ging auch auf die Labore ein. Sie würden in das MVZ Ravensburg überführt und alle Mitarbeiter übernommen. Die Labore werden in den Klinken bleiben, versicherte der Aufsichtsratschef.

Ein Schreiben der Chefärzte richtet sich an niedergelassene Ärzte

Aktuell richtet sich ein Schreiben der elf Chefärzte an die niedergelassenen Kollegen. Die Ende 2019 vollzogene Fusion sei aus ihrer Sicht „sinnvoll und geboten“, heißt es darin. Es sei immer offensichtlicher geworden, dass „unsere Entwicklungsspielräume als Häuser der Grund- und Regelversorgung ohne größeren Partner stetig abnehmen“.

Im Klinikverbund könnten Arbeitsplätze gesichert und vor allem die Klinikstandorte Mindelheim und Ottobeuren „für eine heimatnahe stationäre Gesundheitsversorgung“ stabilisiert werden. Die Häuser verblieben in kommunaler Trägerschaft. Gewinne würden nicht abfließen.

Die MZ hatte von Unruhe unter den Beschäftigten berichtet, weil sich einige zu wenig über die Veränderungen in den Häusern informiert fühlen. Die Chefärzte weisen auf die starke Arbeitsbelastung hin. Manche Entwicklungsschritte hätten beschleunigt nachgeholt werden müssen, nachdem aus der zunächst angestrebten Fusion mit Memmingen nichts geworden war. Die Corona-Pandemie war und ist weiterhin eine starke Belastung für die Kliniken und die Mitarbeiter.

Acht Punkte führen die Ärzte über das Klinikum in Mindelheim auf

Vor diesem Hintergrund sei die gewünschte Kommunikation auch mit dem niedergelassenen Ärzten nur eingeschränkt möglich gewesen. Über das Klinikum Mindelheim informieren die Ärzte in acht Punkten.

  • Innere Medizin: Sie wird in Kardiologie und Gastroenterologie unter jeweils einem eigenen Chefarzt ausdifferenziert. Damit sei eine Stärkung verbunden. Die Chefärzte sind PD Dr. Peter Steinbigler und Dr. Peter Meyer. Zusammen mit Oberärzten sei rund um die Uhr gesichert, dass Patienten gastroenterologisch behandelt werden können.
  • Chest Pain Unit: Diese neue Einheit im Erdgeschoss soll helfen, herzkranke Patienten besser zu behandeln und zu überwachen. Das Herzkatheterlabor liegt in der Nähe. Auch hier gibt es eine 24-Stunden-Bereitschaft. Die Kurzzeitpflegeeinrichtung zog in den zweiten Stock, wo Einzelzimmer zur Verfügung stehen.
  • Unfallchirurgie: Mit Dr. Thomas Seeböck-Göbel ist ein neuer Chefarzt berufen worden.
  • Viszeralchirurgie: Das Team von Dr. Markus Tietze wird durch Oberarzt Dr. Georg Aumann verstärkt. Dieser ist Fachmann für die Chirurgie koloproktologischer Leiden (Dick- und Enddarm).
  • Labor und Notaufnahme: Gerüchte, das Labor der Klinik Mindelheim und gar die ganze Notaufnahme würden vom Standort abgezogen, seien falsch. Das Gegenteil sei der Fall. Die Arbeiten werden im April umfassend an das Labor Gärtner in Ravensburg übertragen, zu dem die Mindelheimer Mitarbeiter dann gehören. Niemand werde versetzt, alle Arbeitsplätze blieben erhalten, versichert Geschäftsführer Andreas Ruland. In die Notaufnahme werde investiert. Die Kompetenz des ärztlichen Leiters werde erweitert.
  • Intensivstation: Hier stehen Umbauarbeiten an. Die vorhandenen acht Intensiv-Behandlungsplätze werden um drei Care-Intensivbetten erweitert.
  • Wahlleistungstation: Im fünften Stock wird Ende 2021 eine neue Station mit 20 Betten zur Verfügung stehen. Dieser Service für Privatpatienten verspricht verbesserte Einnahmen.
  • Klinik-Neubau in Mindelheim: Zunächst wird der Funktionstrakt neu gebaut. Dieser soll Ende 2022 fertig sein. Anschließend kommt das Bettenhaus dazu. Vorteil: Die Renovierung muss nicht im laufenden Klinikbetrieb laufen.

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