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16.06.2009

"Unsere Geduld ist zu Ende"

Buchloe/Türkheim Der Sommer zieht ins Land. Ostern liegt schon knapp zehn Wochen zurück. Eine Entscheidung, ob Buchloe ein eigenes Gymnasium bekommt, ist aber noch nicht gefallen. Aus der Landeshauptstadt dringen kaum Informationen nach außen. Bei vielen Beteiligten macht sich daher Unruhe breit. "Unsere Geduld ist zu Ende", sagt die Ostallgäuer Landtagsabgeordnete Angelika Schorer.

"Ich bin der Meinung, dass es dringend notwendig ist, dass diese Woche noch eine Entscheidung fällt", so Schorer im Gespräch. Sie und Bürgermeister Josef Schweinberger sind sich einig, dass "es höchste Zeit ist". "Wir verlassen uns auf das Wort des Ministerpräsidenten, der zugesagt hatte, zeitnah nach Ostern eine Entscheidung zu treffen", erinnert die Abgeordnete an Horst Seehofers Aussage nach der Anhörung der Ostallgäuer Delegation Mitte März in der Staatskanzlei. Zwei Wochen später hatte der Ministerpräsident eine Abordnung aus dem Unterallgäu empfangen.

Voller Terminkalender als ein Grund für die Verzögerung

Schorer kann "überhaupt nicht nachvollziehen", warum die Unterallgäuer derzeit die Diskussion wieder von vorne beginnen und erneut Zahlen, Statistiken und Prognosen, die für ein eigenes Gymnasium in Buchloe sprechen, in Frage stellen. Sie habe mehrere Wochen akzeptieren können, dass sich Seehofer selbst einen Überblick verschaffen will, was bei seinem vollen Terminkalender nicht ganz einfach sei und sich dadurch in die Länge ziehe. Bürgermeister Josef Schweinberger zitiert ein schwäbisches Sprichwort: "Guat Ding braucht lang Weil. Aber irgendwann sollte das ,guat Ding' auch ankommen." Die Zeit sei reif. "Wir wünschen uns diese Woche eine positive Entscheidung - unsere gewichtigen Sachargumente haben wir eindrucksvoll vorgetragen."

"Unsere Geduld ist zu Ende"

Landrat Johann Fleschhut hingegen kann die "allgemeine Unruhe" nicht teilen. "Die Angelegenheit liegt an der richtigen Stelle. Mir kommt es auf zwei Wochen hin oder her nicht an." Er habe "ein gutes Gefühl". Daran änderten auch die Aktionen aus dem Unterallgäu wie der Austritt von Türkheims Bürgermeister Silverius Bihler aus der CSU und die Petition (wir berichteten) nichts. Fleschhut bezeichnet dieses Verhalten sogar als "legitimen Strohhalm", an den sich die Nachbarn klammerten.

"Die Region wird auf jeden Fall profitieren"

Bei der Bundespräsidentenwahl am 23. Mai in Berlin habe er ein längeres Gespräch mit dem bayerischen Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle geführt.

"Die Region wird auf jeden Fall profitieren, egal wie es ausgeht", ist sich Fleschhut sicher. Es werde keine Entscheidung für beziehungsweise gegen das Buchloer oder Türkheimer Gymnasium gefällt. Vielmehr werde es einen Fortschritt für die Bildungslandschaft im Ost- aber auch im Unterallgäu geben. Die Entscheidung lasse vermutlich auch deshalb auf sich warten, weil es um ein ausgefeiltes Gesamtkonzept gehe.

Buchloe und das Ostallgäu seien eine dynamische Region an einer Entwicklungsachse - und genau das habe er dem Ministerpräsidenten damals auch geschrieben: "Seehofer kann uns nicht hängen lassen."

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