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MZ-Jahresrückblick 2020

27.12.2020

Unterallgäuer Landratswahl 2020 war ein echter Krimi

Im Sitzungssaal des Landratsamtes verfolgten Alex Eder (Zweiter von rechts), seine Frau Lisa, Stefan Drexel und Hans-Joachim Weirather (von links) die Auszählung mit und brauchten starke Nerven: Mehrfach sah es so aus, als würde der Kandidat der Freien Wähler die Wahl schon im ersten Wahlgang für sich entscheiden.
Bild: Marcus Barnstorf (Archiv)

Plus Nach dem ersten Wahlgang fehlen Landratskandidat Alex Eder von den Freien Wählern gerade einmal 14 Stimmen, um Nachfolger von Hans-Joachim Weirather zu werden. Ein Rückblick.

Ein Krimi hätte kaum spannender sein können als die Landratswahl am 15. März: Schon in der ersten halben Stunde nach Beginn der Auszählung sah es so aus, als würde Alex Eder, der Kandidat der Freien Wähler, die Wahl gegen die drei Mitbewerber Rainer Schaal ( CSU), Michael Helfert ( SPD) und Daniel Pflügl (Grüne) überraschend gleich im ersten Wahlgang für sich entscheiden. In mehreren Gemeinden erzielte er deutlich mehr als 50 Prozent der Stimmen. Dann jedoch rutschte sein Ergebnis denkbar knapp unter die 50 Prozent-Marke, – und verharrte dort.

Nur 14 Stimmen fehlten Alex Eder zur absoluten Mehrheit

Zünglein an der Waage war schließlich das Ergebnis des letzten noch ausstehenden Stimmbezirks Amberg. Es traf kurz vor 23 Uhr ein – und führte zum vorläufigen Endergebnis von 49,99 Prozent für Eder. Zur notwendigen absoluten Mehrheit fehlten ihm gerade einmal 14 Stimmen.

Eine Stichwahl mit dem zweitplatzierten Rainer Schaal von der CSU, für den sich 25,6 Prozent der Wähler ausgesprochen hatten, war damit unumgänglich – auch wenn Rainer Schaal gerne darauf verzichtet hätte. „Das Ergebnis ist so eindeutig, dass ich nicht zur Stichwahl antreten möchte“, hatte er am Montag nach der Wahl tief enttäuscht gesagt. Wenn man nicht gewollt sei, sollte man sich nicht aufdrängen. Außerdem habe die Menschheit derzeit wichtigere Probleme als eine Stichwahl.

Gemeint war die Corona-Pandemie. Sie führte dazu, dass die Stichwahl, die aus rechtlichen Gründen unumgänglich war, zum ersten Mal überhaupt als reine Briefwahl stattfand. Bereits als die Hälfte der Stimmzettel ausgezählt war, zeigten die Balken bei Eder mehr als 80 Prozent und er lag uneinholbar vorn. Am Ende vereinigte er 80,1 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich, auf Schaal entfielen 19,9 Prozent der Stimmen. Damit stand fest: Alex Eder folgt Hans-Joachim Weirather (ebenfalls Freie Wähler) nach, der sich nach 14 Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl gestellt hatte.

Unterallgäuer CSU enttäuscht bei Landratswahl 2020

Für die Unterallgäuer CSU war das Abschneiden ihres Wunschkandidaten Rainer Schaal eine herbe Enttäuschung. „In dieser Deutlichkeit ist die Wahlniederlage nicht zu erklären“, sagte der CSU-Kreisvorsitzende Pschierer damals gegenüber der MZ. Dass Schaal nicht einmal 20 Prozent der Stimmen erhielt, hat den früheren Staatsminister erschüttert. Nachtarocken wollte die Partei aber nicht. „Wir haben gemeinsam gekämpft und wir haben gemeinsam verloren“, so Pschierer.

Die beiden weiteren Landratskandidaten waren im ersten Wahlgang abgeschlagen auf den Plätzen drei und vier gelandet: Auf Daniel Pflügl (Grüne) entfielen 14,2 Prozent der Stimmen, auf Michael Helfert (SPD) 10,2 Prozent. Der Wahlkampf der vier Kandidaten war zuvor recht ruhig verlaufen. Eine der größten Veranstaltungen war die Podiumsdiskussion von Mindelheimer und Memminger Zeitung in der voll besetzten Festhalle in Hawangen, die zudem Tausende Wähler per Live-Stream im Internet verfolgt hatten. Die vier Landratskandidaten stellten sich darin den Fragen der Redaktionsleiter Johann Stoll und Thomas Schwarz.

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