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Bad Wörishofen

24.11.2019

Verkehr: Bürger klagen über Gefahrenstellen

Vor der Postagentur in Bad Wörishofen komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen durch Rangiermanöver auf der viel befahrenden St.-Anna-Straße. Das war bei der Bürgerversammlung zu hören.
Foto: Markus Heinrich

Die Situation vor der Post sorgt für Kritik bei der Bürgerversammlung. Aber auch die Folgen aktueller Großbaustellen sind ein Thema.

Der Verkehr in Bad Wörishofen war ein großes Thema bei der Bürgerversammlung für die Kernstadt. Redner schilderten im Kursaal, dass etwa der Lastwagenverkehr der Großbaustellen an der Hahnenfeldstraße ein Durchkommen selbst als Fußgänger schwierig mache und an anderen Stellen die Straßen verdreckt zurückbleiben.

Karl Beggel forderte zudem Sofortmaßnahmen im Bereich der Post an der St.-Anna-Straße, unweit der Grund- und Mittelschule. Dort komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen durch rangierende Fahrzeuge, berichtete er. Die Verkehrsinsel für Fußgänger werde oft nicht genutzt, dafür fahren „neuerdings die 40-Tonner der Großbaustellen“ dort vorbei. Von einer „Wildwest-Verkehrssituation“ sprach Beggel und forderte Bürgermeister Paul Gruschka (FW) zum sofortigen Handeln auf.

Auch die Post trage für die Situation dort Mitverantwortung, so Beggel. Auch dort müsse man sich um Lösungen kümmern oder gleich einen neuen Standort suchen. Beggel erhielt Applaus für seine Worte.

Gruschka sicherte zu, man werde sich die Situation anschauen und zusammen mit der Post nach Lösungen suchen.

Was der Bürgermeister zum Thema Bahnhofstraße sagt

Nichts ändern möchte Gruschka dagegen an der Situation der Bahnhofstraße. Diese ist vom Abzweig Schulstraße bis zur Rössle-Kreuzung für den motorisierten Verkehr gesperrt. Gastronomen haben die Straße seither zu einem beliebten Treffpunkt unweit des Kurhauses gemacht. Angelika Beck berichtete im Kursaal, dass sich leider nicht alle Verkehrsteilnehmer an das Fahrverbot halten. Ein Auto habe sie dort beinahe umgefahren. Ob die Straße denn auch über den Winter gesperrt bleiben müsse, fragte Beck.

Bürgermeister Gruschka sagte dazu, die Menschen in Bad Wörishofen hätten sich mittlerweile an diese Sperrung gewöhnt. Öffne man die Straße, gehe dieser Effekt wieder verloren, unabhängig davon, ob eine Winter–Öffnung gemäß Beschlusslage überhaupt möglich wäre. Gruschka gab auch zu bedenken, dass Rechtsabbieger in diesem Fall über den neuen Zebrastreifen für die Fußgänger an der Rössle-Kreuzung fahren müssten.

Klagen gab es zudem über zugeparkte Straßen und vor allem Gehwege, etwa in der Margaretenstraße. Werner Büchele, der an anderer Stelle Falschparker sogar fotografiert hatte, kritisierte zudem, dass sich offenbar niemand zuständig fühle. Bei der Stadt habe man ihn an die Polizei verwiesen, die Polizei wiederum an die Stadt.

Gruschka wehrte sich in der Debatte gegen den Vorwurf, er kenne das Problem seit Jahren, tue aber nichts dagegen. Bad Wörishofen habe eine Verkehrsüberwachung, erinnerte er. Die Klagen über zu schnelles Fahren auf Zufahrtsstraßen der Stadt, etwa auf der Kaufbeurer Straße, die ein Redner als Rennstrecke bezeichnete, zweifelte Gruschka an. „Rasen ist durch Messungen nicht belegt“, sagte er. „Weitgehend 90 Prozent der Verkehrsteilnehmer halten sich an die Spielregeln“, berichtete Gruschka. Komme es zu Tempo-Überschreitungen, seien diese nicht sehr groß.

Bad Wörishofens Polizeichef Thomas Maier sieht die Lage ähnlich. Er erinnerte daran, dass in Bad Wörishofens Kernstadt durchgehend Tempo 30 gelte.

Das sei außergewöhnlich und er sei sehr froh darüber, dass dies möglich sei. Auch deshalb gebe es im Stadtgebiet kaum schwere Verkehrsunfälle oder gar Tote. Geschwindigkeit sei immer eine subjektive Wahrnehmung. „Die Messwerte sind aber alle im grünen Bereich“, berichtete Maier. Die Messung erledigt die kommunale Verkehrsüberwachung. Die Polizei selbst blitzt nur noch im Außenbereich. „In Bad Wörishofen läuft die Verkehrsüberwachung besser als anderswo“, betonte Maier. Ein Bürger sorgte für Lacher im Saal, als er anhand erhaltener Strafzettel aufzeigte, dass in Bad Wörishofen „ausreichend geblitzt“ werde.

So ist der Stand in Sachen Pescatore-Kreuzung in Bad Wörishofen

Ein Dorn im Auge ist manchen auch die Situation an der sogenannten Pescatore-Kreuzung. Der Kreisverkehr, der dort einmal entstehen könnte, sei aber noch nicht in Planung, berichtete Bürgermeister Paul Gruschka auf Nachfrage. Man müsse die Verkehrssituation dort im Zusammenhang mit einem möglichen Neubau anstelle des Parkhauses Bahnhof bearbeiten, sagte Gruschka zur Begründung. Man suche derzeit Investoren, diese stünden aber noch nicht fest. Das mehr als drei Jahrzehnte alte Parkhaus beim Bahnhof Bad Wörishofen soll nach Möglichkeit abgerissen und durch den Neubau eines Ärztehauses mit angeschlossenem Parkhaus ersetzt werden.

Zum Verkehr gehört auch der Zustand der Straßen, der bei der Versammlung kritisiert wurde. „Kein bayerischer Kurort hat so schlechte Straßen, das ist ein Wahnsinn“, klagte ein Redner. „Bei den Straßen gebe ich ihnen recht“, sagte Gruschka.

„Aber das sind große Posten, die muss man im Haushalt erst einmal unterbringen.“ Der Stadtrat bemühe sich, jedes Jahr eine Straße zu richten. „Wenn wir mehr machen wollten, müssten wir beispielsweise die Steuern erhöhen“, sagte Gruschka. Weitere Berichte zur Versammlung folgen.

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