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Unterallgäu

30.03.2014

Verlobungsfeier entpuppt sich als Treffen von Rechtsextremen

Ein Treffen von Rechtsradikalen in Apfeltrach bei Mindelheim (Unterallgäu) hat am Samstagabend für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt.
Bild: Thomas Pöppel

Mit einem Großeinsatz hat die Polizei am Samstagabend auf ein kurzfristig bekannt gewordenes Treffen der rechten Szene in Apfeltrach bei Mindelheim im Unterallgäu reagiert. 

Wie die Polizei mitteilt, wurden bei den Personen- und Fahrzeugkontrollen zwei Macheten, ein Messer sowie ein T-Shirt sichergestellt. Letzteres war mit einer Rune bedruckt, die als Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu werten ist.

Polizeipräsenz trübt die Feierlaune der Rechtsradikalen

Auch während des Treffens zeigte die Polizei weiter offen ihre Präsenz. Wohl nicht zuletzt deshalb hätten bereits ab 23.30 Uhr die ersten Gäste das Treffen wieder verlassen, das erst gegen 21 Uhr begonnen hatte, so die Polizei. Gegen 1 Uhr seien die letzten Gäste der Feier gegangen.

Die Neonazis kommen aus der Region, sind aber auch aus anderen süddeutschen Landkreisen angereist. Die Frage, ob der Vermieter des ehemaligen Lokals wusste, wem er seine Räume überlies, konnte am Wochenende nicht geklärt werden. Die Polizei geht jedoch davon aus, dass er selbst nichts mit der Rechten Szene zu tun hat. Es sei gut möglich, dass die Skinheads das Lokal bei ihm tatsächlich für eine Verlobungsfeier buchten und er keinen Verdacht schöpfte. „Das ist genau die Strategie, mit der die vorgehen“, sagte Gerhard Zielbauer, der Leiter der Polizeiinspektion Mindelheim, auf Nachfrage unserer Zeitung.

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Zuletzt waren „Voice of Anger“ damit im Mai vor zwei Jahren in Stetten erfolgreich. Damals hatten sich rund 150 Mitglieder am Bahnhof eingefunden, um dort das zehnjährige Bestehen der Gruppe zu feiern. Zuvor hatte es eine telefonische Anfrage im Dirlewanger Rathaus gegeben, ob für eine private Geburtstagsfeier eine Genehmigung erforderlich sei. Da dies nicht der Fall ist, war die Sache für die Gemeinde erledigt – und der Schock groß, als sie erfuhr, wessen Geburtstag da gefeiert wurde.

Der Stettener Gemeinderat zog daraus Konsequenzen: Wenn Auswärtige ein Fest im Ort organisieren wollen, hat die Gemeinde seither ein wachsames Auge auf die Veranstalter – auch wenn es sich um eine private Feier handelt.

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