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Zaisertshofen

02.11.2018

Versteckspiele im Theater beim Bäckerwirt

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2 Bilder
Das sieht nach Ärger aus: Zwei Männer im Schrank, ein dritter in großer Erklärungsnot: In Zaisertshofen kommen Freunde des heiteren Volkstheaters einmal mehr auf ihre Kosten.
Bild: Franz Issing

Das Stück „Nicht mehr blind, dank Enkelkind“ des Theatervereins hat das Zeug für einen Besucherrekord.

Von wegen trautes Familienglück. Menschliche Enttäuschungen, Egoismus, Krankheit und Scheidung liefern die Zutaten für die Beziehungskomödie „Nicht mehr blind, dank Enkelkind“, welche die Spielgruppe des Theater-und Gesangvereins „Harmonie“ in Zaisertshofen aufführt. Der lustige, aber auch sehr hintergründige Dreiakter aus der Feder von Wolfgang Bräutigam macht nachdenklich und verspricht einen Besucherrekord. Die Premiere im Saal des Gasthauses „Bäckerwirt“ nährte jedenfalls derlei Hoffnung. War die Inszenierung, bei der auch Versteckspiele im Schrank nicht fehlten, so recht nach dem Geschmack des Publikums.

In Zaisertshofen genießen die Zuschauer leicht verdauliche Theaterkost

Leicht verdauliche Theaterkost, gewürzt mit vielen flotten Sprüchen, angereichert mit einer Fülle von Pointen und mit viel Witz und Spielfreude serviert: diese Mischung passt.

Ort der turbulenten Handlung eine in Wohn-und Esszimmer geteilte schwäbische Bauernstube. Die Handlung spielte sich teilweise parallel in beiden Räumen ab. Bankdirektor Franz Heinzmann (Willibald Zaunberger) glaubt das Recht für sich gepachtet zu haben und führt als Familienoberhaupt ein strenges Regiment. Darunter leidet seine ganze Familie. Besonders Ehefrau Gisela (Elfriede Schmid) und Tochter Susanne. Ihr hat Heinzmann vor zwölf Jahren die Koffer vor die Türe gestellt, weil sie den von ihm auserwählten reichen Ehemann nicht heiraten wollte. Was der gestrenge Banker nicht weiß ist, dass seine Tochter von Schulfreund und Jugendliebe Sebastian Schumann (Bernd Mayr) schwanger war. Sohn Lukas (Johannes Lindner) dagegen ist das Lieblingskind seines Vaters.

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Anlässlich einer Familienfeier zu Franz Heizmanns 60. Geburtstag kommt Sohn Lukas mit Noch- Lieblingsschwiegertochter Melanie (Bettina Mussack) zu Besuch. Als Überraschungsgast hat Gisela Heinzmann auch die verlorene Tochter eingeladen. Die bringt als Geschenk ihren mittlerweile zwölfjährigen Sohn Daniel (Felix Miller) mit, auf dessen Existenz Opa Franz erst noch vorbereitet werden muss.

Um die Gunst von Gisela buhlen Metzgermeister Boggnsagg (Hermann Mautz) und der Postbote Hansi Fink (Rainer Meichelböck). Dem Metzgermeister geht es weniger um eine Liebschaft, er will vielmehr an ein Grundstück der Familie Heinzmann kommen, um seinen Betrieb vergrößern zu können. Voraussetzungen also für allerhand Querelen und Verwicklungen, bei denen sich Metzger und Postbote immer wieder einredeten: „Willst du fremd mal übernachten, musst du auf den Fluchtweg achten“.

Die Handlung in Zaisertshofen ist ein Muss für Freunde des heiteren Volkstheaters

Bevor die Geburtstagsfeier steigt, feiert Bankdirektor Franz Heinzmann mit seinen Stammtischbrüdern, erleidet dabei einen Herzinfarkt und fällt ins künstliche Koma. Während Heinzmann als Geist auf Erden wandelt, macht ihm sein Schutzengel Michael (Markus Miller), klar, was für ein übler Kotzbrocken er ist. Dabei muss er anhören, wie die Leute über ihn denken. Heinzmann bekommt eine zweite Chance und kommt mit Hilfe seines Enkels zur Einsicht. Denn nur ihn kann er sehen und hören. Am Ende klappt die Familienzusammenführung mit Opa, Oma, Mama und Papa. Auch Lena Maurer (Anja Simon), die neue Freundin von Lukas wird akzeptiert.

Die Handlung der Komödie ist ein absolutes Muss für Liebhaber des heiteren Volkstheaters. Alle Schauspieler laufen, wie in Zaisertshofen gewohnt, zu absoluter Hochform auf. Allen voran Willibald Zaunberger , der mit dem Part des notorischen Besserwissers und mit unnachahmlicher Mimik glänzt.

Großes Kompliment auch an Hermann Mautz, der mit viel Temperament den Metzgermeister mimte, wie auch an Elfriede Schmid, die in der Rolle der unterdrückten Ehefrau brillierte und am Ende von ihrem Mann Recht bekam. Mit viel Spielwitz begeisterte auch Hansi Fink als resignativ braver Postbote. Wie das Knäuel aus Trotz und Freude schlussendlich aufgewickelt wird ist sehenswert.

Prickelnd wie die Komödie am Ende auch die Theatertaufe des geschäftstüchtigen Enkel Felix Miller und von Sebastian Schumann, die in Zaiserthofen zum erstenmal auf der Bühne standen.

Weitere Spieltermine im Gasthaus „Krone“ (Bäckerwirt) in Zaisertshofen: Jeden Samstag und Sonntag, vom 3. bis einschließlich Samstag, 24. November, jeweils um 19.30 Uhr. Am Sonntag, 11. November öffnet sich der Vorhang zusätzlich auch um 16 Uhr.

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