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Bad Wörishofen

15.03.2020

Video: Bürgermeisterwahl geht in die Verlängerung

Die Bürgermeisterwahl in Bad Wörishofen ist ausgezählt, doch die Wahlhelfer haben noch einen langen Abend vor sich.
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Die Bürgermeisterwahl in Bad Wörishofen ist ausgezählt, doch die Wahlhelfer haben noch einen langen Abend vor sich.
Bild: Donath/Stadt Bad Wörishofen

Plus Stichwahl zwischen Stefan Welzel von der CSU und Amtsinhaber Paul Gruschka (FW). Dominic Kastner bejubelt derweil ein „sensationelles Ergebnis“.

Vorentscheidung – aber keine Entscheidung: Herausforderer Stefan Welzel (CSU) zwingt Amtsinhaber Paul Gruschka (FW) in die Stichwahl. Die Wählerinnen und Wähler in Bad Wörishofen werden nochmals zu den Wahlurnen gerufen, um zu entscheiden, wer künftig Bürgermeister von Bad Wörishofen ist.

Gruschka (FW) und Zweiter Bürgermeister Stefan Welzel (CSU), lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Welzel hat sich einen Startvorteil verschafft, denn mit 32,59 liegt er vor Gruschka, der auf 29,48 Prozent der Stimmen kam. Aus dem Rennen sind Dominic Kastner (Generation Fortschritt), Doris Hofer (Grüne), Regine Glöckner (Bürger pro Kneippstadt) und Alexandra Wiedemann (FDP). Dominic Kastner durfte sich aber über das drittbeste Ergebnis und 21,57 Prozent der Stimmen freuen. Seinen Heimatort Stockheim und Kirchdorf entschied er sogar für sich. Für die Grünen lief es weniger gut, abgeschlagen waren am Ende Glöckner und Wiedemann.

Wer gedacht hatte, diese Wahl mit soviel Auswahl sorgt für eine hohe Wahlbeteiligung, sah sich allerdings getäuscht. Die Wahlbeteiligung der Bürgermeisterwahl lag nur bei 52,92 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Bürgermeisterwahl 2014 mit nur zwei Bewerbern lag die Wahlbeteiligung bei 52,84 Prozent.

Video: Bürgermeisterwahl geht in die Verlängerung

Welzel und Gruschka treten somit in 14 Tagen zur Stichwahl an, am Sonntag, 29. März. Zu dieser Wahl sollen alle Bürger automatisch Briefwahl-Unterlagen zuschickt bekommen. Das hatte Ministerpräsident Markus Söder kürzlich angekündigt. Im Rathaus gab es dazu gestern aber noch keine klaren Vorgaben.

So kommentieren die Kandidaten den Wahlausgang in Bad Wörishofen

Paul Gruschka (FW) teilte am Wahlabend mit, die Wählerinnen und Wähler „haben mir gezeigt, dass sie meine sachliche Arbeit der vergangenen sechs Jahre zu schätzen wussten“. Er nehme mit, dass sie ihm „die Bewältigung der kommenden großen Herausforderungen zutrauen.“ Er habe „in den vergangenen sechs Jahren bewiesen, dass ich auch in Krisensituationen einen kühlen Kopf behalte und mich an Recht und Gesetz halte“, betonte Gruschka. „Mit der Corona-Krise stehen wir jetzt vor einer Krise, deren Ausmaße noch nicht überschaubar sind. Die Stadt Bad Wörishofen braucht jetzt mehr denn je einen erfahrenen Ersten Bürgermeister.“

Die Bürgermeisterwahl 2020 in Bad Wörishofen muss in einer Stichwahl entschieden werden. In 14 Tagen treten Amtsinhaber Paul Gruschka (FW) und Zweiter Bürgermeister Stefan Welzel (CSU) gegeneinander an.

Stefan Welzel sagt, man habe intensive Wochen absolviert. Das „Zwischenergebnis ist sehr ermutigend“, bilanzierte er und sagt: „Das Signal heißt für uns: Bad Wörishofen ist reif für einen Wechsel im Amt des Ersten Bürgermeisters.“

Die CSU sei „eine super Gemeinschaft, ein super Team“, das habe man bei Vorstellungen und Infoständen gezeigt.

Man wolle nun auf die Stichwahl einstimmen. Welzel weiß aber auch: „Das wird vor dem Hintergrund der Corona-Krise nicht einfach.“ Man wolle „eine gute Zukunft für Bad Wörishofen erreichen. Dafür kämpfe ich nun mit Rückenwind weiter“, kündigt Welzel an.

Groß war die Freude gestern Abend bei Generation Fortschritt. „Ein sensationelles Wahlergebnis“, jubelt Dominic Kastner. Sein Ergebnis von fast 22 Prozent sollten Gruschka und Welzel „als starkes Signal der Wähler verstehen“, betont Kastner. „Wir sind stolz auf unsere Leistung und hoffen auf einen Umschwung in der Kommunalpolitik“, sagt Kastner. „Natürlich sind wir auch enttäuscht. Wir sind angetreten, um den neuen Bürgermeister zu stellen. Aber aus dem Stand fast 22 Prozent zu schaffen, das ist schon eine unglaubliche Leistung.“ Diese Wähler sind in 14 Tagen erneut zur Wahl aufgerufen. Kastner will aber keine Wahlempfehlung abgehen, wie er sagt.

Bei den Grünen war die Stimmung ungleich gedämpfter. „Für uns ist es schon ein bisschen enttäuschend“, sagt Doris Hofer. Sie habe schon auf die Stichwahl gehofft, sagt sie. „Aber ich akzeptiere das.“ Dominic Kastner habe mit „seiner frischen Art viele Stimmen geholt“, sagt sie. Das habe sicher auch die Grünen Stimmen gekostet. Zudem sei wieder deutlich geworden, dass „Bad Wörishofen offenbar lieber Männer wählt“. Ob die Grünen für die Stichwahl eine Wahlempfehlung abgegeben, werden nun besprochen. „Für mich kann ich sagen, dass ich nicht angetreten bin, wenn ich keine Wechsel gewollt hätte“, sagt Hofer.

Alexandra Wiedemann nahm ihr Ergebnis entspannt zur Kenntnis. „Ich bin nicht groß enttäuscht“, sagte sie. „Mein Leben ist nach wie vor erfüllt.“ Ob die FDP eine Wahlempfehlung zur Stichwahl abgeben wird? „Ich will auf jeden Fall eine Veränderung“, sagt Wiedemann dazu. Regine Glöckner sagte zum Wahlausgang: „Jetzt gilt es neue Quellen für die Ideen von Sebastian Kneipp zu erschließen.“ Sie ziehe den Hut vor den beiden besten Bewerbern.

Eine Bad Wörishoferin wurde gestern übrigens doch Bürgermeisterin: Beate Ullrich. Die Kämmerin der Kneippstadt holte sich als Kandidatin der CSU das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Wolfertschwenden.


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