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Aktionstag in Mindelheim

14.06.2016

Viel Waschmittel hilft nicht immer viel

Waschtag im Mindelheimer Miele-Museum: Georgine Gehring, Lydia Klein und Petra Gutermann (von links) von der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Hausführungskräfte und dem „Forum Waschen“ gaben den Besuchern wertvolle Tipps.
Bild: Melanie Lippl

Expertinnen erklären im Miele-Museum, wie man richtig Wäsche wäscht und warum es wichtig ist, die Dosis des Waschmittels exakt zu beachten.

25 Millionen Tonnen Wäsche fallen in den deutschen Privathaushalten pro Jahr an. Das bedeutet einen Verbrauch von rund 600000 Tonnen Waschmittel, 5,6 Milliarden Kilowatt Strom sowie 450 Millionen Kubikmeter Wasser. Genügend Potenzial also, um allein durch den richtigen Umgang mit der Waschmaschine Energie und Wasser zu sparen. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den eigenen Geldbeutel. Was man beim Waschen alles beachten sollte, erklärten nun drei Expertinnen des „Forum Waschen“ bei einem Aktionstag im Mindelheimer Miele-Museum.

Schon beim Sortieren der Wäsche fängt es an, wie Petra Gutermann erläuterte. Die Pflegeetiketten sowie die Unterscheidung in Bunt-, Fein- und Weißwäsche waren den meisten Besuchern noch einigermaßen geläufig. Dazu gab es aber ein paar spezielle Tipps: Beispielsweise wird bei Feinwäsche nur die halbe Maschine befüllt, das ist schonender. Entsprechend muss aber die Waschmittelmenge umgerechnet werden, die auf der Packung meist für zweieinhalb Kilogramm angegeben ist. Gleiches gilt für Trommeln, die mehr als die üblichen viereinhalb Kilogramm aufnehmen können, die auf der Waschmittelverpackung meist als Grundmenge angegeben sind. Empfindliche Wäsche kommt in Säckchen – ebenso wie Socken, die dann auch nicht mehr von der Waschmaschine „gefressen“ werden können.

Gallseife hilft in vielen Fällen

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Lydia Klein widmete sich anschließend den Waschmitteln. Zur Vorbehandlung schwört sie immer noch auf die „gute Gallseife“. Es gebe aber auch Vorwasch- oder Fleckensprays. Um das Waschmittel richtig zu dosieren, sei es nötig, den Grad der Wasserhärte zu kennen – „80 Prozent wissen diesen nicht“, sagt Klein. Ein extra Wasserenthärter sei bei den heutigen Waschmitteln in der Regel nicht nötig, auch ein Bleichmittel sei in den meisten Vollwaschmitteln enthalten.

Für die Dosierung – laut Klein „der häufigste Fehler“ – spielen neben der Wasserhärte auch der Verschmutzungsgrad und die Menge der Waschladung eine Rolle. Natürlich sollte man nicht zu wenig Waschmittel verwenden, aber eben auch nicht zu viel. Viel hilft nicht immer viel, wie Klein erklärte. „Es ist wichtig, dass wir richtig dosieren“, sagte sie und hob eine Dosierhilfe in die Höhe: Der Becher war nur knapp einen Zentimeter hoch mit Waschmittel befüllt. „Ganz wenig reicht.“ Besonders Flüssigwaschmittel seien sehr konzentriert.

Statt Waschmittel für Helles, Dunkles, Farbiges und mehr empfiehlt Klein nur drei Dinge neben der Gallseife: Voll-, Bunt- und Feinwaschmittel. „Leute haben oft einen ganzen Chemieschrank, aber den braucht man nicht immer.“ Gardinen könne man meist mit Vollwaschmitteln reinigen und Weichspüler sei in den meisten Waschmitteln ebenfalls vorhanden.

Der Waschmaschine an sich widmete sich Georgine Gehring. Wichtig sei es, schon vor dem Kauf auf das Energielevel und die Waschbedürfnisse zu achten. Waschmaschinen des Baujahrs 2010 verursachen bei gleicher Beladung im Vergleich zum Baujahr 1990 nur doch die Hälfte der Betriebskosten für eine 60-Grad-Wäsche. Moderne Waschmittel und niedrige Temperaturen sparen Geld – nach dem sogenannten „Sinnerschen Kreis“ muss dies aber durch eine längere Waschdauer ausgeglichen werden.

Wie man einen Biofilm verhindert

Bei einer normalen Ladung Wäsche sollte noch etwa eine Faust breit Platz zwischen Stoffen und Waschtrommel sein. Bei pflegeleichter Wäsche wird die Trommel zur Hälfte befüllt, bei besonders empfindlichen Stoffen sogar nur zu einem Viertel. Auch Gehring empfiehlt, das Waschmittel genau zu dosieren. „Zu viel schadet der Wäsche und der Maschine.“ Dann nämlich bilde sich ein schmieriger Biofilm in der Maschine, vor allem, wenn viel bei niedrigeren Temperaturen gewaschen wird. Wer zwei Mal im Monat bei 60 Grad mit einem Vollwaschmittelpulver wäscht, kann diesen verhindern.

Nach dem Waschen bleiben Bullauge und Dosierschublade geöffnet. Letztere kann auch gut herausgenommen und gereinigt werden – etwas, das eine Besucherin des Vortrags erstaunte: „Das werde ich daheim gleich mal ausprobieren“, sagte sie. Eine weitere Frau wollte wissen, wieso ihre weiße Wäsche immer einen Grauschleier bekomme, wenn sie sie unter 95 Grad wasche? „Mehr Waschmittel nehmen“, lautete die Empfehlung von Georgine Gehring. Eine so hohe Waschtemperatur sei nur nötig, wenn beispielsweise ein Familienmitglied unter Brechdurchfall oder anderen ähnlich ansteckenden Krankheiten leide, ergänzte Lydia Klein. „Wir müssen waschen, nicht desinfizieren.“

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