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Kirchheim

20.05.2018

Vivaldi wurde in Kirchheim zum Erlebnis

Helene Traub spielte ein Oboenkonzert von Bach und bekam großen Beifall. Im Hintergrund zu sehen ist Herbert Engstler am Kontrabass.
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Helene Traub spielte ein Oboenkonzert von Bach und bekam großen Beifall. Im Hintergrund zu sehen ist Herbert Engstler am Kontrabass.
Bild: Schmid

Mariko Umae interpretiert die „Vier Jahreszeiten“ virtuos.

„Der Frühling ist gekommen, und festlich begrüßen ihn die Vögel mit frohem Gesang.“ So heißt es in der Sonette zum ersten Satz „Der Frühling“, dem Allegro aus den „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi. Der Priester, Musiklehrer, Komponist und virtuose Violinist (1678-1741) aus der Zeit des Barock hat mit diesem Werk eine unsterbliche Musik geschaffen.

Für die sehr zahlreichen Gäste im Fuggerschloss in Kirchheim zeigten die sechs Musiker vom Zedernsaal-Ensemble der Augsburger Philharmoniker ein grandioses Konzert. Doch diese „Vier Jahreszeiten“ wurden erst durch Mariko Umae, die Solistin an der Violine, zum großartigen Erlebnis. Sie spielte mit den Ensemblemitgliedern in größter Harmonie und ließ Stürme, Hitze, blühende Wiesen und auch Gewitter lebendig werden, wie es im „Presto“ des Sommers heißt: „Furcht vor Blitzen und wilden Donnern und der Fliegen und Mücken wildes Schwirren.“

Sehr gefühlvoll erklang das „Largo“, der zweite Satz aus „Der Winter“, zarte zerbrechliche Stille, Kälte und Eis.

Mariko Umaes Violine seufzte und ließ die Kühle des Saales noch eindringlicher werden. „So ist der Winter. Doch – welche Freude bringt er.“ Im Saal waren es jedenfalls die in hereinfallenden warmen Sonnenstrahlen, die ihn wärmer erscheinen ließen.

Beim Oboenkonzert wurde es den Gästen im Zedernsaal Kirchheim warm

Warm wurde es den Gästen auch bei dem „Oboenkonzert“ in d-Moll, BWV 1059 von Johann Sebastian Bach. Hier war es die Solistin Helene Traub, die die drei Sätze hervorragend intonierte. Johann Sebastian Bach (1685-1750), Komponist, Kantor, Orgel- und Cembalo-Virtuose des Barocks, hat vor allem mit dem zweiten Satz, dem „Adagio“, eine unglaublich zarte Musik geschaffen, die zum Träumen einlud. Jakob Janeschitz-Kriegl, Violoncellist des Ensembles, berichtete, dass man nicht so genau wisse, wer von den beiden Komponisten was vom anderen gelernt habe. Es heiße, Bachs Stil habe durch den Einfluss Vivaldis eine tiefgreifende Weiterentwicklung durchgemacht. Er war ja nur sieben Jahre jünger als Vivaldi. Die „Augsburger Philharmoniker & Friends“ sind: Eva Berschet und Ziva Ciglenecki, Violinen; Christian Döring, Viola; Jakob Janeschitz-Kriegl, Violoncello; Herbert Engstler, Kontrabass und Peter Bader am Cembalo.

Mariko Umae ist seit 2014 Vorspielerin der ersten Geigen bei den Augsburger Philharmonikern und leitet mit Leidenschaft das „Leopold Mozart Quintett“. Helene Traub spielte in Orchestern wie dem der Oper Frankfurt, der „Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem „Münchner Rundfunkorchester“, dem „Staatstheater am Gärtnerplatz“, dem „Ensemble Modern“ und dem „Münchner Kammerorchester“. Seit 2015 ist sie Lehrbeauftragte am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg. Gastgeberin Fürstin Angela und die vielen Gäste zollten den Künstlern den mehr als wohl verdienten Applaus.

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