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Bad Wörishofen

18.01.2021

Vögel profitieren vom Wildwuchs mehr als vom Futterhaus

Vögel nehmen Futterhäuschen gerne an. Es gibt aber bessere Lösungen als Körner und Fettblöcke.
Foto: W-FOTO - Fotolia

Plus Füttern steigert das Wohlbefinden der Vögel im Winter. Aber es gibt bessere Lösungen als Körner und Fettblöcke.

Der Winter hat Bad Wörishofen und das Unterallgäu im Griff. Spätestens jetzt denken manche an die heimische Vogelwelt. Mehr als 20 Millionen Euro geben Vogelfreunde jährlich für Futtermittel aus. Laut Bund Naturschutz (BN) hat das mit Artenschutz aber wenig zu tun.

Wirklich hilfreich für die Vogelwelt sei mehr Wildwuchs im Garten und die Erhaltung naturnaher Lebensräume. Dennoch: Vögel füttern mache Spaß und steigere nachweislich das Wohlbefinden von uns Menschen, erklärt der BN. Während Spatzen, Meisen und Amseln am Futterhäuschen wie im Paradies leben, haben andere Vogelarten kaum etwas davon. Die Arten, die ans Futterhaus kommen, seien bis auf sehr wenige Ausnahmen nicht gefährdet. Seltene und bedrohte Arten wie Rebhuhn oder Grauammer kämen dagegen kaum an die Futterstelle. „Eine Winterfütterung leistet nur einen sehr geringen Artenschutzbeitrag. Viel wichtiger für den Schutz unserer Gartenvögel sind dichte Hecken, Streuobst, naturnahe Stauden und Kräuter“, erklärt der Vorsitzende der Kreisgruppe Ostallgäu-Kaufbeuren im Bund Naturschutz, Josef Kreuzer. Die Fütterung verschafft häufigen und an den Menschen angepasste Arten einen Konkurrenzvorteil, der sich auf die Population auswirken kann. Laut einer britischen Studie habe sich zwar die Artenanzahl durch die zunehmende Futtervielfalt der Hersteller in den Gärten erhöht, aber national betrachtet, sei sie gleichgeblieben.

Eine Studie zeigt, dass es glücklich macht, Vögel an den Futterhäuschen zu beobachten

Verkehrt sei die Vogelfütterung trotzdem nicht. Futterstellen bieten eine gute Gelegenheit, Vögel aus der Nähe zu beobachten und spannende Naturerlebnisse zu erfahren. Die Daten aus einer Untersuchung der Katholischen Universität Eichstätt zeigten, dass Vogelbeobachtungen sogar glücklich machen. Der BN bittet alle begeisterten Vogelfreunde, die Futterstellen im Garten sauber zu halten und verschmutztes Futter zu entsorgen. Frisches Wasser sollte das ganze Jahr angeboten werden.

Wird der aufgehängte Meisenknödel verschmäht, muss das nicht verwundern. „Vögel sind wählerisch, solange sie durch das Wetter nicht gezwungen sind, auf minderwertige Kost umzusteigen,“ erklärt Josef Kreuzer. Wer im Garten viele Vögel beobachten will, muss auf gute Futterqualität setzen. Dabei gilt: Je vielfältiger das Angebot ist, desto mehr Vogelarten finden etwas Passendes. Besonders beliebt sind Sonnenblumenkerne, Hanf, Hirse, Mohn, Distelsamen, Fett-Kleie-Gemische, Haferflocken, frisches Obst, Rosinen und getrocknete Mehlwürmer.

Kreuzer appelliert für eine Alternative: „Der Kauf von regionalen und biologisch angebauten Produkten hilft, strukturreiche Landschaften als Lebensraum für viele verschiedene Vogelarten zu erhalten. Das ist sinnvoller als übermäßig Winterfutter zu erwerben.“

Wer Wildtiere lieber ohne Köder in seinen Garten locken möchte, um sie zu beobachten, findet viele Tipps im Internet unter www.bund-naturschutz.de. (mz)

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