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Konzert

25.02.2015

Vom Gefeile an der geilen Zeile

Bei der Bühnenshow von Viva Voce saß nicht nur jeder Ton, auch Beleuchtung und Effekte passten perfekt zum Programm der fünf Sangeskünstler.
Bild: sid

Die Sangeskünstler von Viva Voce begeistern ihr Publikum im Mindelheimer Forum

Es wird dunkel im Stadttheater. Ein Licht leuchtet auf. David Lugert nimmt lächelnd sein Mikrofon in die Hand und schmettert die Arie „La Donna è mobile“ aus der Oper „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi. Der „Star-Tenor“ der A-cappella-Gruppe „Viva Voce“ – Es lebe die Stimme – aus Ansbach in Franken singt sie mit Inbrunst. Der geschulte und studierte Konzert- und Opernsänger bewies damit seine große lyrische Stimme. Jörg Schwartzmanns ist nicht nur in der Stimmlage Bariton zu Hause. Er ist der „Mouth-Drummer“ und zeigt, wie ein Schlagzeug klingt und das nur mit seiner Stimme.

Dann kommt „MaTe“, der eigentlich Mateusz Phauthavong heißt und nicht nur mit seinem Bariton begeistert. Bastian Hupfer, Tenor, verzaubert durch Gestik und Mimik und macht seinem Namen alle Ehre, so wie er über die Bühne hüpft. Ja, und dann ist da noch Heiko Benjes mit seinem unglaublich tiefen Bass. Er verkörpert in dem Stimmenpotpourri die tiefsten Töne, mimt den Kontrabass mit und ohne Bogen.

Dass jeder der Fünf ein ausgezeichneter Solosänger ist, und sie auch gemeinsam große Harmonie zeigen, wird im Laufe des Konzertes deutlich. Diese Musiker bringen seit 16 Jahren gute Laune zum Publikum, anfangs als Boyband bei Geburtstagen, Hochzeiten und Beerdigungen.

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Inzwischen sind sie, gewiss mit sehr viel Freude beim Komponieren, Texten, Arrangieren und Tanzen, erwachsen geworden. Ihre Texte greifen romantische Themen genauso auf wie tiefgehende Gedanken. In ihrem Programm „Ego“ gibt es unter anderem „… es ist die geile Zeile, an der ich noch feile, die beschäftigt mich schon eine ganze Weile“ oder „Wir wollen größer, weiter, höher“, Lieder, in denen sie als Rapper glänzen oder melancholisch weise singen: „… am Ende der Welt seid ihr ganz still … doch die Zeit wird ihn einmal vertreiben, obwohl er das nicht will“ aus dem Lied „Marseille“. „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ und nicht nur Kinder fragen „Warum?“. Sie besingen die Kochshows im Fernsehen mit „Mc Schubeck“ und seiner Liebe zum Ingwer, den jetzt jeder haben muss. Da sind die Lieder wie „Komm ans Licht“, „Lauf der Generationen“ oder „Stein des Anstoßes“, die zum Denken anregen, zeigen, dass alle Eins sind auf dieser Welt, zusammengehören und es nur gemeinsam weitergehen kann.

Die Performance und das Licht sind bis in kleinste Details perfekt umgesetzt, ob mit Strahlern in den verschiedensten Farben oder als Lichtorgel, in Reihen oder als Kreuz, als sie die Anfänge des Gesanges durch Mönche darstellen. Ein Mikrofon, auf 20-er Jahre getrimmt, bringt durch David Lugert mit Frack und fliegenden Rockschößen die Lieder in Erinnerung an Max Raabe aufs Tapet. Als exzellente Zugabe beginnt er als klassischer Tenor „O Sole Mio“ in italienischer Sprache zu singen. Im Gegenzug beginnt Heiko Benjes in Elvis-Manier das Lied in englischer Sprache zu intonieren. Ein Wettstreit? Wer gewinnt? Sie finden schließlich einen Kompromiss, der alle begeistert.

Die Gäste im Stadttheater sind nicht nur hin und weg, sie machen mit, klatschen auch stehend im Takt um die Sänger schließlich mit Begeisterungspfiffen für ihre Unterhaltungskunst zu belohnen. (sid)

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