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Schulen im Unterallgäu

11.07.2016

Von Amts wegen fröhlich

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Schulamtsdirektorin Elisabeth Fuß, Landrat Hans-Joachim Weirather, Polizeichef Gerhard Zielbauer, Peter Hell, Abteilungsdirektor bei der Regierung von Schwaben, und Memmingens Oberbürgermeister Ivo Holzinger stießen auf die Einweihung der neuen Räume des staatlichen Schulamtes an.
Bild: Johann Stoll

Das Unterallgäuer Schulamt bezieht neue Räume und macht daraus einen großen Festakt. Nebenbei gibt es aber auch Neues zu erfahren.

Behörden ticken anders. Und sie feiern anders. Nichts wird dem Zufall überlassen, alles ist durchgetaktet, durchgeplant und voller überschäumender Begeisterung. Das staatliche Schulamt in Mindelheim ist aus dem Landratsamt ausgezogen und hat neue Räumlichkeiten in einem Haus an der Memminger Straße bezogen, in dem früher auch die Polizeiinspektion beheimatet war. Die Hausherrin, Schulamtsdirektorin Elisabeth Fuß, nahm das zum Anlass für eine Feierstunde.

Sie habe sich intensiv darüber informiert, wie man richtig dankt, sagt sie. Und das ist dabei herausgekommen: pantomischer Dank. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern hatte sie sich am Eingang in Freizeitkleidung postiert und eine Art Jubelchoreografie aufgezeichnet, die dann auf dem neu angeschafften Großbildschirm gezeigt wurde.

Danach teilten sich die Mitarbeiter die Danksagungen auf. Jeder dankte irgendjemandem. Mal waren es Mitarbeiter des Landratsamtes wie Franz Sirch, die sich freuen durften, mal Florian Schuster von der Kreiswohnbaugesellschaft. Ihm dankte auch Landrat Hans-Joachim Weirather. Schuster sei „ein Edelstein für uns“.

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Dank auch an die Nachbarn, das Vermessungsamt mit Peter Schwägele und die Polizei mit Gerhard Zielbauer. Zielbauer überreichte eine kleine Haltekelle aus Plastik, falls Schüler mal ausgebremst werden müssten.

Warum kam es überhaupt zu diesem Umzug? Grund war nicht etwa der Auszug der Polizei, weil die Beamten ein neues Gebäude erhalten haben. Vielmehr sind es die vielen Teilzeitstellen am Landratsamt. Das führe zu mehr Platzbedarf, sagte der Landrat. Das Schulamt sei sofort zum Umzug bereit gewesen. Dafür danke er Elisabeth Fuß. Weirather hatte aber auch versprochen, dass die Räumlichkeiten sich verbessern werden. Er hat Wort gehalten. Was der Umzug den Steuerzahler gekostet hat, war nicht Thema der Freudenfeier.

Von einem Schulamt zum Wohlfühlen sprach der Abteilungsdirektor für den Bereich Schulen bei der Regierung von Schwaben, Peter Hell. Fast eine „Wellness-Oase“ sei hier entstanden. Dabei stehen die Schulämter unter besonderer Beobachtung. Auch daran erinnerte Hell. Es gebe seit vielen Jahren eine „Einsparverpflichtung“. Die Zahl der Schulräte solle verringert werden. So will es die Politik.

In Mindelheim ist davon wenig zu spüren. Für den im Vorjahr nach Günzburg abgewanderten Schulrat Thomas Schulze rückte mit Wirkung 1. Juli 2016 Ursula Abt nach, die zuvor lange Jahre an der Grundschule Mindelheim als engagierte Lehrerin gewirkt hat. Sie stellte sich auf der Feier erstmals in ihrer neuen Funktion vor und zeigte zugleich ihr vielfältiges Talent. Abt sorgte neben den Kolleginnen Angela Börner, Alexandra Aßmann und Sabine Loos für die musikalische Umrahmung. Börner übrigens wird in wenigen Wochen Nachfolgerin von Rudolf Ruf als Schulleiter der Grundschule Mindelheim.

Neben Ursula Abt sind Bertram Hörtensteiner und Alfred Eberle weitere Schulräte. Elisabeth Fuß steht der Behörde vor.

Dass sie das mit immensem Fleiß tut, betonte der Vertreter der Regierung von Schwaben. Hell zufolge ist sie 24 Stunden am Tag im Dienst. Die Schulämter seien unverzichtbar neben Regierung und Kultusministerium. 3500 Grund- und Mittelschulen gebe es in Bayern und nur 400 Gymnasien. Die gilt es zu überwachen.

Als große Freunde des Schulamtes bezeichneten sich Landrat Hans-Joachim Weirather und Memmingens Oberbürgermeister Ivo Holzinger. Beide sind die rechtlichen Leiter, während Fuß die fachliche Leitung dieser Kollegialbehörde innehat.

Zwischendurch gab es aber auch etwas zum Schmunzeln. Peter Hell erzählte von einem Schulamt, das zwischen Schwesternwohnheim und Fleischbeschau untergebracht ist. Er selbst arbeite hinter Gittern – bei der Regierung in Augsburg im Erdgeschoss, das gegen Eindringlinge abgesichert ist. Sage einer, Behördenvertreter hätten keinen Humor.

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