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Türkheim

07.09.2018

Von der Wertach nach Santiago de Compostela

„Wir vertrauen auf das, was sich ergeben wird“Letztes Gruppenbild in der Heimat vor dem Abmarsch, an einem sonnigen Septembertag: von Türkheim aus wollen sie zu Fuß den Jakobsweg gehen, bis nach Santiago de Compostela. Von links: Julia Rüsch mit Pferd Buddy, Monika Blum mit Pferd Silvi, Samuel Waldstein mit Hund Furchur. Sie sind jetzt gemeinsam unterwegs auf dem 2500-Kilometer-langen Jakobsweg von Türkheim bis ins spanische Santiago de Compostela. <b>Foto: Sabine Schaa-Schilbach</b>
Bild: Sabine Schaa-Schilbach

Die Türkheimerin Monika Blum will auf dem Jakobsweg den „Akku aufladen“. Mit dabei ist Freundin Julia Rüsch und Samuel Waldstein aus Siebnach.

In den letzten Jahren hat der „Jakobsweg“ als Weitwanderweg nicht nur eine religiöse Wieder-Entdeckung erfahren, sondern auch eine literarische. Den Landkreis Unterallgäu durchquert er fast diagonal. Er kommt aus nördlicher Richtung aus den Westlichen Wäldern.

Dann führt er ab Siebnach bis Irsingen an der Wertach entlang, bevor er nach Südwesten über Bad Wörishofen und Ottobeuren nach Bad Grönenbach abschwenkt: der Jakobus-Pilgerweg, mit dem Symbol der Jakobsmuschel. Er führt weiter Richtung Bregenz, in die Schweiz und nach Frankreich und Spanien.

Viele Wegvarianten mit dem selben Ziel: Die Kathedrale von Santiago de Compostela

Auf einer Länge von 2500 Kilometern, in unserer Zeit bestens kartografiert, beschildert und digital abrufbar. Es gibt viele verschiedene Wegvariationen, die aber alle dasselbe Ziel haben: Die Kathedrale von Santiago de Compostela nahe der westlichen spanischen Atlantikküste.

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Diesen Weg wollen drei wagemutige Menschen auf eine ganz besondere Weise gehen, zu Fuß natürlich, und mit den zwei Pferden Silvi und Buddy. Die sollen die Ausrüstung tragen: Zelte, Schlafmatten, Kleidung. Monika Blum (52) aus Türkheim, hat vier Kinder großgezogen, ist jetzt Oma und will „den Akku wieder aufladen“. Mit dabei sind ihre Freundin Julia Rüsch, 23, aus Norddeutschland, und Samuel Waldstein, aus Siebnach. Jetzt ging es los mit diesem Abenteuer: Monika Blum hat ihren Reiterhof für die Zeit ihrer Abwesenheit an Bekannte verpachtet.

Die drei mit den zwei Pferden und Hund Fuchur haben sich den gesamten Jakobsweg ab Türkheim vorgenommen. Deshalb haben sie sich kein zeitliches Limit gesetzt: vielleicht drei Monate, vielleicht vier. Das komme auf die Umstände und das Wetter an, auf die kürzer werdenden Tage im Herbst und Winter. Wenn´s klappt und man gut eingelaufen sei, vielleicht 25 Kilometer am Tag. Man könne sich aber auch vorstellen, an einem Ort länger zu bleiben. Auf die Fragen: wie übernachten? was essen? wie die Pferde versorgen? fällt die Antwort so aus: „Wir vertrauen auf das, was sich ergeben wird, und darauf, dass wir unterwegs auf freundliche, hilfsbereite Mitwanderer und Einheimische treffen.“

Die Pilger wollen an den Herausforderungen wachsen

So werde die Pilgergruppe sicher auch unter einem festen Dach übernachten, wenn es nötig sei. Auch die Frage nach den körperlichen Strapazen eines 2500-Kilometer-Weges wird zuversichtlich beantwortet: man möchte „raus aus dem Alltag und aus der Bequemlichkeit, neue Erfahrungen sammeln, frei laufen“. Die drei wollen „an den Herausforderungen wachsen. Man möchte die Natur und die Zeit anders erleben. Man möchte zu sich selbst finden und zur Einfachkeit.“ Die drei sind gut vorbereitet, sie haben trainiert, und sie haben einen Sponsor der sie mit Kleidung und Schuhen ausgerüstet hat.

Erstaunlich dabei ist, dass die beiden Pferde Silvi und Buddy „barfuß“ laufen. Sie sind nicht beschlagen. Ist solch ein langer Weg denn kein Stress für die Tiere? „Sie sind Lauftiere. Sie tragen eine Last von vielleicht 30 Kilogramm Gepäck, aber keinen Reiter. Für sie und ihre vier Beine wird´s weniger anstrengend sein als für uns mit unseren zweien.“

Die Pilgern wollen Tagebuch führen und die Freunde mit Fotos versorgen. Diese Freunde sind auch diejenigen, die einspringen werden, wenn es notwendig wird. Wenn jemand im schlimmsten Fall mit dem Auto zurückgeholt werden muss. Und mit dem Smartphone ist ein bisschen bequeme Technik und Sicherheit heutzutage ja gegeben.

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