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Jubiläum

27.11.2017

Von der alten Holzschleiferei zum innovativen Weltmarktführer

Der Salamander-Stammsitz in Türkheim aus der Vogelperspektive: Von den insgesamt rund 1400 Beschäftigten weltweit sind rund 500 Mitarbeiter hier beschäftigt, rund 400 davon bei SIP, der Rest bei Salamander Bonded Leather.
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Der Salamander-Stammsitz in Türkheim aus der Vogelperspektive: Von den insgesamt rund 1400 Beschäftigten weltweit sind rund 500 Mitarbeiter hier beschäftigt, rund 400 davon bei SIP, der Rest bei Salamander Bonded Leather.

Salamander in Türkheim feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Firmenjubiläum – ganz ohne Pomp und Glamour, dafür aber mit einem stolzen Rückblick auf eine bewegte Firmengeschichte

Vor ziemlich genau 100 Jahren bewies ein Mann unternehmerischen Mut und Weitblick – und legte damit den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, die noch immer ihre Fortsetzung findet. Heute ist das Unternehmen ein international agierender Lederfaser- und Kunststoffspezialist mit einem vielfältigen Leistungskatalog: Bei der heutigen Salamander-Gruppe handelt es sich um eine global tätige Unternehmensgruppe. Ihre Ursprünge liegen im Jahr 1917, als die Ur-Gesellschaft unter dem Namen „A. Lehne GmbH Türkheim“ gegründet wurde. Diesen Namen behielt sie bis 1930 bei, bevor sie dann mit anderen Gesellschaften in der Salamander AG verschmolz. Später trug sie als eigenständiger Teilbereich unter dem Dach der Salamander AG den Namen „Chemische Werke Salamander“ und schließlich „Salamander Industrie-Produkte“. Den ältesten Geschäftsbereich der heutigen Salamander-Gruppe bildet Salamander Bonded Leather. Er besteht seit den Anfängen im Jahr 1917.

Jakob Sigle war damals auf der Suche nach einem Standort, mit dem er ein neues Kapitel seiner Kornwestheimer Unternehmensgeschichte aufschlagen konnte. Es ging um die Ausweitung seines bisherigen Kerngeschäfts, der Schuhherstellung. Seine Idee: Schuhe werden immer benötigt – und in jenen Tagen mehr denn je. Ein Name für die Marke existierte bereits: Salamander. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts führte der Verkaufserfolg eines Stiefels mit dem Namen „Salamander“ zur Namensidee für die Firma, die Jakob Sigle begründete und damit einen ganz bestimmten Geschäftszweig einschlug: der Produktion für Kunstleder im Schuhbereich.

Die Suche nach einem Standort für die Produktion führte über den Taunus nach Süddeutschland und schließlich in einen beschaulichen, kleinen Ort im Unterallgäu: Türkheim. Dort war eine alte Holzschleiferei im Osten des Städtchens zu erwerben. Zwar war der Betrieb nicht im allerbesten Zustand, jedoch gehörte auch eine Wasserkraftanlage dazu, die von der Wertach gespeist wurde. Und diese Energiequelle war ausschlaggebend für die Entscheidung, hier den neuen Produktionsstandort zu gründen. Bis heute ist die Wasserkraftanlage das Herzstück der Firmenzentrale in Türkheim.

Mit Abschluss des Kaufvertrags im Jahr 1917 stellte sich das neu gegründete Unternehmen A. Lehne GmbH zur Aufgabe, die vorhandene Anlage in Türkheim unter teilweiser Beibehaltung der Holzschleiferei in eine Produktionsstätte für Kunstleder umzubauen. Doch hierfür waren einige Voraussetzungen nötig.

Zunächst brachte Jakob Sigle mehrere Mitarbeiter aus Kornwestheim mit, um in Türkheim die Weichen für den neuen Betrieb zu stellen. Nach den ersten Aufräumarbeiten begannen die baulichen Veränderungen auf dem Gelände des neu gegründeten Unternehmens, um die besagten Spezialmaschinen unterzubringen, mit deren Hilfe das Kunstleder produziert werden sollte.

Heute stellt die Salamander Industrie-Produkte GmbH mitsamt ihrer Tochtergesellschaften eine erfolgreiche Gruppe dar. Sie gehört zu den führenden Herstellern von Fenster- und Türsystemen in Europa und beliefert insbesondere Fensterbauunternehmen.

Und schließlich wurde das Tochterunternehmen Salamander Bonded Leather mittels des speziellen Verfahrens der Lederfaserstoffproduktion zum Weltmarktführer.

Die Salamander-Gruppe beschäftigt aktuell rund 1400 Mitarbeiter an mehreren deutschen und internationalen Standorten. Ihre wirtschaftliche Gesamtleistung betrug zuletzt rund 220 Millionen Euro (Umsatz im Jahr 2016).

Die Gruppe besteht also aus einer Mutter- und mehreren Tochtergesellschaften in Deutschland und im Ausland. Türkheim als Stammsitz des Konzerns ist nicht nur Standort von Management- und Verwaltungseinheiten, sondern Produktionsstandort für die Fertigung von Fenster- und Türprofilen sowie für die Herstellung von Lederfaserstoffen. Weitere produzierende Standorte befinden sich in Papenburg in Deutschland, Polen, Weißrussland und Österreich.

Mit der Salamander Technische Kunststoffprofile (STK) hat sich die Unternehmensgruppe auf die Fertigung von individuellen Kunststoffprofilen und spezifischen Extrusionslösungen spezialisiert. (alf, mz)

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