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14.07.2010

Von dieser Rendite träumt die Wirtschaft

Bei der satzungsgemäßen Auflösung der Schülerfirma 4SBS präsentierten die Abteilungsleiter gute Ergebnisse. Foto: Sebastian Hofmann
Bild: Sebastian Hofmann

Mindelheim Eine Rendite von 27,7 Prozent kann kaum eine Aktiengesellschaft vorweisen. Eine Firma allerdings gibt es, die diese Zahl erwirtschaftet hat. Auf dem Höhepunkt der Rentabilität hat sie sich am Montagabend aufgelöst - weil sie musste. Die Schülerfirma 4SBS des Mindelheimer Maristenkollegs darf immer nur ein Schuljahr existieren, und da jenes bald zu Ende geht, hieß es auch für die Truppe um die Vorstandsvorsitzende Patricia Baumeister, Abschied zu nehmen. Die zehn Jungunternehmer ließen es sich allerdings nicht nehmen, vor Eltern, Lehrern und Aktionären das vergangene Geschäftsjahr noch ein Mal Revue passieren zu lassen. Bei der Präsentation zeigten sie eindrucksvoll, wie viel sie mit ihrem Werk, dem selbst erstellten Mathematikbuch "Maxi mal Mathe", in wenigen Monaten erreicht haben.

Vier Stunden Arbeit pro Woche und Mitarbeiter

"Irgendwie kommt es mir vor, als wären erst vier Wochen seit unserer ersten Sitzung vergangen", sagte Patricia Baumeister. In Wahrheit waren es aber neun Monate, in denen die Schüler in 1167 Arbeitsstunden ein Nachhilfebuch erstellt, herausgebracht und verkauft haben. Pro Mitarbeiter macht das einen Arbeitseinsatz von vier Stunden in der Woche. Spitzenreiter war dabei Lorenz Unglert, der es im Schnitt auf 4,3 Stunden brachte. "Es ist schade, dass unsere Firma verschwinden muss", so Chefin Patricia Baumeister weiter.

Mit dieser Meinung stand sie nicht allein da. Zweiter Bürgermeister Herbert Kugler war voll des Lobes für die Schülerfirma. "Ich habe schon mehrere Projekte des Maristenkollegs erlebt und es war immer toll. Aber was diese Nachwuchsunternehmer auf die Beine gestellt haben, verdient große Anerkennung. Und die Schüler haben das auch noch neben den Schularbeiten und anderen Verpflichtungen gemacht."

Von dieser Rendite träumt die Wirtschaft

Heiner Hummel, Mitglied der Schulleitung, gefielen vor allem der Teamgeist und die Tatsache, dass sich die Schule mit dem Juniorprojekt Schülerfirma "dem Wirtschaftsleben öffnet". Weiter bedankte sich Hummel, der ebenfalls zehn Euro in das Projekt investiert hatte und somit auch Aktionär war, bei den Menschen, die 4SBS unterstützt hatten. Allen voran war das Dieter Wagner, der mit seiner Druckerei das nötige Material und Fachwissen für den Buchdruck zur Verfügung stellte. "Ich wünschte mir, ich hätte einen Lehrplan für die freie Wirtschaft, der so gut ist wie euer Mathebuch", lobte er.

130 Exemplare an den Mann gebracht

Um den Aktionären zu erklären, was die Schülerfirma mit ihrem Geld - zehn Euro pro Kopf - gemacht hat, berichteten die Vorstände der Abteilungen. Thomas Dietrich (Produktion) blickte auf die Verkäufe an den Elternsprechtagen und an anderen Gymnasien zurück und dankte auch der eigenen Schule, dass sie 32 Exemplare von "Maxi mal Mathe" für die Bibliothek gekauft hat. Marketingleiter Heinrich Lorenz berichtete vom Messestand der Firma auf der Messe München, wo 4SBS zusammen mit 74 anderen Schulen ihr Produkt ausstellten. "Wir gehören zu den zehn besten Schülerfirmen Bayerns", verkündete Alexander Schmid (Produktion) stolz. "Maxi mal Mathe" erreichte Rang vier. Zum Abschluss erfolgte der Bericht von Finanzchef Christian Steinle, der als Ein-Mann-Team erfreuliche Bilanzen vorzuweisen hatte. Insgesamt 130 Bücher hat die Schülerfirma verkauft. Abzüglich aller Kosten entspricht das einem Gewinn von 2,77 Euro pro Aktionär. "Die Rendite beträgt 27,7 Prozent. Davon träumt man in der echten Wirtschaft", sagte Christian Steinle.

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