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Schule in Mindelheim

22.04.2015

Von wegen "tote Sprache"

Sie verstehen nur Bahnhof? Das ist Latein!
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Sie verstehen nur Bahnhof? Das ist Latein!
Bild: Archiv Marcel Rother

Warum Sebastian Mair aus Mindelheim Latein richtig gut findet

Sebastian Mair ist einer der beiden Schüler der Q12 des Maristenkollegs, der am Landeswettbewerb „Alte Sprachen“ teilgenommen hat. „Dabei ist Latein im eigentlichen Sinne kein Hobby von mir. Ich wollte eben nicht in Englisch Abitur-Prüfung schreiben, das liegt mir nicht. Deshalb habe ich Latein genommen, da hatte ich schon immer die besseren Noten“, gesteht er. Als Hobbies würde er Klettern oder Programmieren nennen. Auch sonst sitzt der 18-jährige Schüler aus Buchloe nicht nur drinnen und paukt eine tote Sprache. „Latein ist keine Alltagssprache, klar, aber trotzdem hat sie eine enorme Wandelbarkeit, auch hier haben die Wörter viele Bedeutungen und erlebten einen zeitlichen Wandel, aber es fällt wohl nicht so auf“, sagt er.

Sebastian ist einer von zwei Schülern des Kurses, der am Landeswettbewerb teilgenommen hat. Nach dem ersten Test, der hauptsächlich aus einer Übersetzung bestand, kam nur er weiter in die zweite Runde. „Das war dann schon wirklich knackig“, grinst er. Der rund dreistündige Test bestand aus der Analyse des Inhalts, der Struktur, der Sprache und des Stils des vorgegebenen Textes, dazu eine literaturhistorische Einordnung der Gattung und einer historischen Einordnung des Inhalts. Selber einen Dialog dazu zu verfassen war dann quasi das Tüpfelchen auf dem i.

Nach dem Abitur will Sebastian Informatik studieren, dazu braucht er nicht mal ein Latinum. Auch sonst findet er, dass einen Latein im Alltag nur bedingt weiterbringt. „Für die deutsche Grammatik ist es wahnsinnig hilfreich, aber im Italienurlaub nicht so ganz“, gibt er zu.

Auf der Urkunde, die er für seinen zweiten Platz bekommen hat, steht: „son vicisse dolet“ (übersetzt lautet es ungefähr: Es schmerzt, nicht gewonnen zu haben). „Nein, das stimmt eigentlich nicht“, gibt Sebastian zu, „es schmerzt mich nicht, nicht gewonnen zu haben.“ Die anderen im Kurs fanden sein Ergebnis wirklich toll und auch seine Lehrerin war sehr stolz auf seine herausragende Leistung.

Eines der Bücher, die Sebastian gewonnen hat, ist über Kaiser Augustus, in das hat er auch schon hineingelesen und findet es recht spannend. „Ich werde es vielleicht auch zur Abi-Vorbereitung nutzen, vielleicht kann man davon etwas brauchen“, überlegt er. So richtig lernen muss er für das Latein-Abi eher nicht, denn verglichen mit der Aufgabe im Landeswettbewerb, kann es nur einfacher sein.

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