Verkehr

28.11.2017

Vorteil Schiene

Fred Beilhack

Bahnexperte Beilhack erwartet sich durch die Elektrifizierung der Bahn weiteren Aufschwung für Mindelheim

Kaum in den Stadtrat nachgerückt, schon erlebte Fred Beilhack bei den Freien Wählern seine Feuertaufe als Bahnexperte. Beilhack ist Geschäftsführer einer großen österreichischen Baufirma, die auf Bahnstrecken spezialisiert ist. Einen besseren Experten für das Thema Elektrifizierung der Bahnlinie Geltendorf–Zürich hätte es nach den Worten des Ortsvorsitzenden der Freien, Dietmar Wagner, nicht geben können.

Dass Mindelheim überhaupt schon Mitte des 19. Jahrhunderts einen Bahnhof erhalten hat, ist einem Mindelheimer zu verdanken. Anton Böck hat die Bahnlinie München – Memmingen geplant und gebaut. Er hat das nach den Worten von Fred Beilhack in Eigenregie so entschieden. Vorgabe war offenbar lediglich, eine Verbindung von München nach Lindau zu bauen. Jetzt könnte die Elektrifizierung der Bahnlinie Mindelheim weiteren Aufschwung für die Kreisstadt bescheren. So sieht es jedenfalls Beilhack. Bahnhöfe werden ertüchtigt, Bahnübergänge durch Unterführungen ersetzt und vor allem die Reisegeschwindigkeit deutlich erhöht.

In nur dreieinhalb Stunden können Bahnreisende nach Fertigstellung im Jahr 2021 von München nach Zürich fahren. Das sind eineinhalb Stunden weniger als heute. Die Höchstgeschwindigkeit steigt von 120 auf 160 Kilometer pro Stunde.

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400 Millionen Euro investiert die Bahn und kann dabei auch auf 50 Millionen Euro zugreifen, die die Schweiz für die Elektrifizierung bereitstellt.

Pendler können München schneller erreichen. Beilhack rechnet damit, dass mehr Züge eingesetzt werden. Mindelheim als Wohnort dürfte damit weiter Zuzug erleben. Die Züge werden leiser und umweltfreundlicher unterwegs sein, sagte Beilhack. Die Sorge, dass dann auch mehr Güterzüge unterwegs sein werden, teilt der Stadtrat der Freien nicht. Der Güterverkehr auf der Schiene werde in Deutschland in Nord-Süd-Richtung abgewickelt, bevorzugt auf der Rhein-Linie Rotterdam nach Genua und über den Brenner-Basis-Tunnel von Hamburg nach Italien.

In Ost-West-Richtung sei das kein Thema, schon gar nicht auf einer eingleisigen Strecke. Dort fehlt es an Überholgleisen. Die Streckenruhe zwischen 0.30 und 5 Uhr sieht Beilhack auch nach Fertigstellung der Arbeiten nicht gefährdet.

Bis es allerdings so weit ist, müssen die Bahnfahrer mit teils erheblichen Einschränkungen leben. Im kommenden Jahr muss die Strecke Memmingen – Buchloe von März ab für Monate gesperrt werden. Dann verkehren Busse. (jsto)

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