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Mindelheim
27.11.2018

Vortrag: Wie das Juden-Morden anfing

Der Holocaust-Überlebende Abba Naor berichtete in der Berufsschule Mindelheim über seine Erlebnisse während der Zeit des Nationalsozialismus und der Sowjetherrschaft. Organisiert hatte den Besuch der Fachbetreuer Sozialkunde, Ferdinand Wilhelm (rechts).
Foto: Stoll

Vor Schülern der Berufsschule Mindelheim erzählt der Holocaust-Überlebende Abba Naor von den Gräueltaten in seinem Heimatland Litauen.

250 000 Juden lebten 1940 in Litauen. Es war ein friedliches Miteinander von Polen, Russen, Deutschen, Sinti, Roma und Litauern. Dazu kamen 60 000 jüdische Kinder. Fünf Jahre später, am Ende des Zweiten Weltkriegs, waren es noch 10 000 erwachsene Juden oder vier Prozent. Alle anderen sind erschossen, totgeprügelt oder an Mangelernährung in Ghettos oder Konzentrationslagern ums Leben gekommen. Gerade einmal 350 Kinder haben das Morden in dem kleinen Land an der Ostsee überlebt.

Einer von ihnen war Abba Naor. In Kaunas kam er zur Welt als Sohn eines Offiziers der litauischen Armee. Heute ist er 91 Jahre alt und einer der wenigen Holocaust-Überlebenden, die jungen Menschen vom Genozid aus eigenem Erleben noch berichten können oder wollen. Die meiste Zeit im Jahr lebt Naor in Israel. Für drei Monate bricht er jedes Jahr auf nach Europa, um jungen Menschen seine Geschichte zu erzählen. Es ist die Geschichte unvorstellbarer Unmenschlichkeit, die Naor, seine Familie und sein Volk ertragen mussten. Vor allem junge Leute will der Überlebende erreichen, damit sich eine solche Tragödie nie mehr wiederholt.

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