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Konzert

14.12.2017

Wärmende Klänge in der kalten Kirche

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Die 38-köpfige Kapelle des Musikvereins „Lyra“ Eppishausen gab wieder in der Pfarrkirche St. Michael ein beeindruckendes Jahreskonzert, das alte und junge Zuhörer so begeisterte, dass sie noch eine Zugabe forderten.

Die Musiker der Eppishauser „Lyra“ begeisterten ihre Zuhörer. Es ging auch um eine „geheime Melodie“.

Wer sitzt schon freiwillig gut eine Stunde in einer kalten Kirche? Es waren wieder viele Freunde gediegener Blasmusik, die nach „Sankt Michael“ kamen, um dem traditionellen Jahreskonzert des Musikvereins Eppishausen zu lauschen. Dirigent Benno Golsner hat es erneut verstanden, die 38 Musikanten zu motivieren. Sie zogen mit ihrem Können das Publikum in ihren Bann und ließen die Kälte vergessen.

Die Festival-Musik „Land of Hope and Glory“ (Land der Hoffnung und des Ruhms) des Britischen Komponisten Eduard Elgar war der feierliche Auftakt. Markus Heinzelmann, Vorsitzender des Musikvereins „Lyra“, begrüßte danach die vielen Musikfreunde und seinen Grüßen schloss sich Klarinettistin Ulrike Eberle an, die charmant und informativ durch das Programm führte.

Es folgte die „Mazury Rhapsody“, eine polnische Rhapsodie von Alfred Bösendorfer. Ihre Einleitung war von einer Polonaise bestimmt, dem Nationaltanz Polens. Ein sentimentales, slawisch klingendes Spiel leitet über in einen Tanz. Danach änderte die Musik ihren Charakter und wurde mit einem Galopp schneller. Es schloss sich eine elegante Mazurka an und aus der Ferne hörte man Glockenklang und Gesang. Das Stück endete in einem Stakkato aller Instrumente.

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„The way old friends do“ (So wie es alte Freunde machen) ist eine Pop-Ballade der legendären schwedischen Gruppe Abba, arrangiert von Martin Scharnagel. Hier gefiel besonders das elegante Zwischenspiel der Klarinetten und Flöten, die sich in einen Wettstreit mit dem gesamten Blech befanden. Der fulminante Schlussakkord war besonders beeindruckend.

Astreines „Hallelujah“

Nun gab es einen besonderen Ohrenschmaus: Klarinettistin Sandra Graf aus Haselbach, die im vorigen Jahr ihr Debüt als Solistin gab, trug mit ihrem astreinen und geschulten Sopran den Song „Hallelujah“ von Leonhard Cohen vor.

Der gefühlvolle Song handelt von biblischen Themen, wie der geheimen Melodie, die König David für Gott gespielt hat.

Der Kommentar von Vorsitzendem Heinzelmann dazu war: „Ich hoffe, ihr habt eine Gänsehaut nicht von der kalten Kirche, sondern von dem herrlichen Gesang bekommen.“

Die verdiente Pause nutzte ASM-Vertreterin Brigitte Wißmiller, um langjährige Musikerinnen und Nachwuchsmusikanten auszuzeichnen. Mit dem Zitat der verstorbenen heimischen Dichterin Josefa Heinzelmann „Musik ist das Türchen zur Seele. Musik ist Freude und Glück“, leitete sie ihr Grußwort ein. Sie lobte auch die erfolgreiche Jugendarbeit, die sich bereits in der homogenen Besetzung der Kapelle niederschlägt. Abschließend wurde Markus Heinzelmann für seine 15-jährige Vorstandstätigkeit mit der silbernen Anstecknadel am weißblauen Band des ASM ausgezeichnet.

Nun übernahm Markus Heinzelmann und dirigierte „Hymn of the Fallen“. Das emotionale Stück aus dem Kriegsfilm „Der Soldat James Ryan“ klang nicht bombastisch, wie es von einem Antikriegsfilm erwartet wird, sondern war melancholisch und ging zu Herzen.

Der Gedanke hinter dem Titel „Schmelzende Riesen“ von Armin Kofler ist die Klimaerwärmung und der Rückzug der alpinen Gletscher.

Karibikflair in der Kirche

Das Werk begann mit einem ruhigen, majestätischen Teil. Im schnellen Mittelpart wurde die Fahrt mit einem Schlittenhundegespann über die Arktis beschrieben. Es folgte eine Art „Klagelied“ der Gletscher, das erst am Schluss in einem optimistischen Ton verklang. Anschließend stach die Kapelle in See und trug die Filmmusik „Fluch der Karibik“ mit exotisch anmutenden Klängen vor. Beeindruckend waren die rasanten Wechsel der Register sowie die geheimnisvollen Bässe.

Den Abschluss bildete „Die Winterrose“ von Kurt Gäble. Er beschreibt mit Liedern, wie „Maria durch den Dornwald ging“, „Vom Himmel hoch“ und „Kommet ihr Hirten“ symbolisch das Wunder der Heiligen Nacht.

Ortspfarrer Pater Benedikt trug dazwischen von ihm verfasste Texte vor. Es war eine nachdenkliche Betrachtung des Weihnachtsfestes, das sich immer mehr am Konsum orientiert und das Menschliche in den Hintergrund rückt. Mit lang anhaltendem Beifall forderten die Zuhörer eine Zugabe, die mit dem bekannten Stück „Tränen lügen nicht“ auch gegeben wurde.

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