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Türkheim

12.03.2019

Wahlkampf bleibt vorerst im Hinterzimmer

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Türkheims Bürgermeister Christian Kähler muss im kommenden Jahr keinen Wahlkampf führen. Er wurde im September 2016 als Nachfolger von Sebastian Seemüller gewählt und damals von Gemeinderätin Roswitha Siegert vereidigt.
Bild: Franz Issing

Im nächsten Jahr werden die Gemeinderäte neu gewählt. Für die Parteien bedeutet dies schon jetzt: Kandidatinnen und Kandidaten müssen gesucht werden.

Schon am 24. Januar trafen sich einige Verantwortliche der Türkheimer CSU in einem Hinterzimmer des Gasthauses „Olympia“ zu einer Sitzung. Wichtigster Tagesordnungspunkt: Vorbereitung der Kommunalwahl im März 2020. Über die dort erzielten Ergebnisse wurde strengstes Stillschweigen vereinbart. Denn – wie immer im Vorfeld von Wahlkämpfen – keine der Parteien oder Organisationen will sich zu früh aus der Deckung wagen und in die Karten schauen lassen. Schließlich geht es zurzeit vor allem darum, nach geeigneten und qualifizierten potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten Ausschau zu halten.

Eine Bürgermeisterwahl in Türkheim findet erst wieder 2022 statt

Dass dies nicht ganz einfach ist, daraus machte auf die entsprechende Anfrage unserer Zeitung keiner der Verantwortlichen einen Hehl. In Türkheim steht bislang nur eines fest: Es wird parallel zum Gemeinderat keine Bürgermeisterwahl stattfinden. Rein rechtlich gäbe es zwar die Möglichkeit, beide Wahlen zusammen zu legen. Doch Christian Kähler, der erst im September 2016 als Wahlsieger gegen den FW-Kandidaten Oliver Briemle die Nachfolge von Sebastian Seemüller im Amt des Türkheimer Rathauschefs antrat, hält davon nichts: „Das ist nicht geplant!“ Eine Bürgermeisterwahl in Türkheim wird es daher erst wieder 2022 geben.

Lesen Sie dazu auch: Christian Kähler gewinnt überraschend klar

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Die Türkheimer CSU ist im Moment bereits dabei, geeignete Kandidatinnen und Kandidaten anzusprechen, verrät Ortsvorsitzender und Gemeinderat Jens Gaiser: „Und wir haben schon einige positive Rückmeldungen bekommen“. Ziel bei der CSU ist es, eine ausgewogene Liste zusammen zu stellen, auf der sich Frauen wie Männer, von jung bis junggeblieben und möglichst auch aus allen Ortsteilen wiederfinden, beschreibt Gaiser seine Ziele. In Türkheim gebe es aktuell vier politische Gruppierungen, die insgesamt 80 Bürgerinnen und Bürger suchen, die die Zeit und die Lust haben, sich ehrenamtlich als Marktgemeinderat zu engagieren, weiß Gaiser: „Es liegt also noch einiges an Arbeit vor uns“.

Erklärtes Ziel der Türkheimer CSU sei es, mehr Frauen in den Gemeinderat zu bekomme. „Hier sind wir verstärkt auf der Suche nach Kandidatinnen, die sich einbringen wollen“. Gaiser weiß aber genau, woran es häufig scheitert: „Junge Menschen allgemein sind oft mit der beruflichen Karriere und mit der Gründung einer Familie zeitlich sehr gebunden“. Gerade bei Frauen sei dieser Rahmen sogar noch enger. Die Arbeit als Marktgemeinderat sei zeitlich durchaus anspruchsvoll, dennoch versuche die CSU, den „Respekt vor diesem Aufwand zu verringern“. Interessentinnen soll daher die Möglichkeit gegeben werden, sich in den Fraktionssitzungen zum öffentlichen Teil ein Bild von der Arbeit als Gemeinderat und dem zeitlichen Rahmen zu machen. Gaiser: „Wir hoffen, dadurch Frauen zu finden, die sich für eine Kandidatur entscheiden. Natürlich werden wir Frauen gute Platzierungen anbieten, allerdings ist das der zweite Schritt, wenn wir die Kandidatinnen haben“. Die Aufstellungsversammlung ist „im späten Herbst oder Anfang des kommenden Jahres“ geplant, so Gaiser: „Über den genauen Zeitpunkt haben wir uns noch keine Gedanken gemacht.“

Die Türkheimer Wahlkämfer haben bereits erste Gespräche geführt

Auch beim Ortsverband der Grünen/Bündnis 90 wirft die Kommunalwahl 2020 ihre Schatten voraus: „Sicher machen wir bereits Vorüberlegungen“, so Ortsvorsitzender Reinhard Schneider. Doch im Vordergrund stehe jedoch „erst einmal der Europawahlkampf, den wir positiv mitgestalten wollen“, so Schneider.

Laut Franz Haugg von der Türkheimer Freien Wählervereinigung (FW) hat der Vorstand der FW Türkheim bereits im Januar die Weichen gestellt. Die Aufstellungsversammlung ist für November geplant. Es werde versucht, interessierte Bürger für die Kommunalpolitik zu begeistern, so Haugg.. In Einzelgesprächen werden mögliche Kandidaten über eine Kandidatur und die Arbeit im Gemeinderat ausführlich informiert. Die ersten Gespräche haben laut Haugg „bereits stattgefunden“ und er ist daher überzeugt, wieder ein „ausgewogenes Team der FW Türkheim zur Kommunalwahl zu formen.

Für Haugg ist es bereits die fünfte Kommunalwahl : „Und es war noch nie einfach, Kandidaten zu gewinnen. Aber es ist uns immer gelungen, den Bürgern eine Auswahl guter Kandidaten anzubieten“, ist der erfahrene Wahlkämpfer überzeugt.

Auch bei der Türkheimer SPD ist die Vorbereitung der Kommunalwahl angelaufen, wie die neu gewählte Ortsvereinsvorsitzende Jaqueline Borkowski auf Anfrage der MZ bestätigt: „Geeignete Bewerberinnen und Bewerber für die Kommunalwahlliste zu finden ist immer eine anspruchsvolle Aufgabe“. Das bestätigt auch ihr Vorgänger, SPD-Kreisrat Michael Helfert: „Schon bei den letzten Kommunalwahlen war es nicht leicht, ausreichend Kandidatinnen zu finden. Dies dürfte auch diesmal nicht einfacher werden“.

Dennoch sind die Türkheimer Sozialdemokraten „optimistisch, auch im kommenden Jahr wieder eine ausgewogene Liste von geeigneten Personen präsentieren zu können“.

Die Genossen wollen „vor allem durch persönliche Gespräche Menschen davon überzeugen, sich im Gemeinderat für die Bürgerinnen und Bürger zu engagieren“, so Borkowski und Helfert. Die Aufstellungsversammlung für die Gemeinderatsliste der Türkheimer SPD findet voraussichtlich Ende des Jahres 2019 statt.

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