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Landtag

14.06.2018

Wahlkampf mit Wörishofer Einschlag

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Der Landtag ist das Ziel von Klaus Holetschek, Daniel Pflügl und Michael Moser.
Bild: Matthias Balk/dpa

Der Wahlkreis Memmingen scheint beliebt bei Kneippstädtern und langjährigen Kneippstädtern. Nun ist es schon ein Trio.

Die Landtagswahl im Wahlkreis Memmingen wird allmählich zu einer Art Bad Wörishofer Auswärtsspiel. Nächster im Kreise derer, die sich dort um ein Direktmandat für den Einzug ins Maximilianeum bewerben, ist der Rechtsanwalt Michael Moser. Er steigt für die Freien Wähler in den Ring. Dort wartet bereits der Inhaber des Mandats, Bad Wörishofens Altbürgermeister Klaus Holetschek von der CSU, sowie Daniel Pflügl für die Grünen. „Das wird ja ein richtiges Familientreffen“, scherzte Pflügl gestern, nachdem er von der Neuigkeit erfahren hatte.

Als Präsident des Kneipp-Bundes mit Sitz in Bad Wörishofen ist Holetschek der Kneippstadt weiterhin verbunden, auch wenn er natürlich schon seit Längerem in seinem Wahlkreis 712 wohnt. Kripo-Kommissar Pflügl tritt für die Grünen an, für die er auch im Stadtrat von Bad Wörishofen sitzt. Pflügl ist außerdem Vorsitzender der Kreisverkehrswacht, die ihren Sitz seither ebenfalls in Bad Wörishofen hat.

Mit Michael Moser kommt nun ein Bewerber hinzu, der in Bad Wörishofen ebenfalls einige Spuren hinterlassen hat. Der 49-Jährige war hier unter Holetschek als Ortsvorsitzendem in der CSU aktiv und kandidierte für den Stadtrat. Moser war auch Vorsitzender des Vereins Bürgerforum Bad Wörishofen, der den Bürgerentscheid gegen einen Bau der Dreifachturnhalle auf dem Gelände der Grund- und Mittelschule ins Rollen gebracht hat. Moser lebte und arbeitete 25 Jahre in Bad Wörishofen. Nun hat er seinen Wohnsitz nach Bodolz verlegt, weil er seit diesem Jahr beruflich in Lindau tätig ist, in einer Kanzlei mit der ehemaligen Lindauer Oberbürgermeisterin Petra Seidl.

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Vorgestellt wurde Moser bei der Versammlung in Günz von Wolfgang Hützler, der unter anderem Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Stadtrat von Bad Wörishofen ist und Vorsitzender der FW-Kreisvereinigung Unterallgäu. Wo es lang gehen soll, machte Moser dann gleich selbst deutlich: mit Kritik an den neuen Beauftragten der Staatsregierung – zu denen auch Klaus Holetschek gehört. „So wird die Gewaltenteilung ausgehöhlt“, wird Moser in einer Mitteilung der Freien Wähler zitiert. „Sollte nicht jeder Abgeordnete von seinem Selbstverständnis Bürgerbeauftragter sein?“, fragt Moser, in direkter Anspielung auf Holetscheks neue Aufgabe.

Moser kritisierte das neue Polizeiaufgabengesetz, die zu große Zahl von Berufspolitikern und forderte mehr „Nachhaltigkeit und Augenmaß“ in der Politik.

Holetschek gab sich gestern ungerührt. Er hoffe, dass die Wähler seinen bisherigen Einsatz für den Wahlkreis honorieren werden, sagt er nur. Es gehe jetzt um das beste Konzept für die Zukunft. Daniel Pflügl findet die neue Konstellation „spannend“, wie er sagt. „Das ist eine echte Überraschung.“ Man kenne sich, er selbst habe Moser noch als CSU-Mann in Erinnerung und zuletzt als „einen großen Kritiker Holetscheks“. Der „einzig echte Wörishofer bin aber ich“, setzt Pflügl noch mit einem Augenzwinkern hinzu.

Von einem „Augenzwinkern des Zufalls“ sprach gestern wiederum Michael Moser in Bezug auf die ungewöhnliche Konstellation. „Ich hatte das ja vorher nicht auf dem Radar.“ Er sei vor zwei Jahren aus der CSU ausgetreten und habe seither mit der Politik nicht mehr viel zu tun gehabt. Für die neue Aufgabe ist Moser entbrannt. „Ich freue mich darauf“, sagte er. „Eine Podiumsdiskussion mit Klaus Holetschek und Daniel Pflügl wir sicher interessant.“

Die Wörishofer selbst können in diesen nicht alltäglichen Wahlkampf ums Direktmandat aber nicht eingreifen. Die Kneippstadt gehört nicht zum Wahlkreis 712. Hier ist der Stimmkreis 708 entscheidend. Das Direktmandat hält Wirtschaftsminister Franz Pschierer von der CSU. Wählen können die Wörishofer manche Wörishofer und Ex-Wörishofer im Herbst aber trotzdem, dann über die Liste der Parteien.

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