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Ausbau

29.11.2017

Wann ist eine Straße breit genug?

Die Höfatsstraße in der Gartenstadt wird im nächsten Jahr saniert.
Bild: Markus Heinrich

Die Höfatsstraße in Bad Wörishofen wird saniert. Wie sie aussehen wird, steht aber noch nicht fest. Zu unterschiedlich sind die Vorstellungen von Stadtrat und Planer. Anwohner zahlen fast die Hälfte.

Die Höfatsstraße in der Gartenstadt wird im nächsten Jahr ausgebaut, so viel steht fest. Wie genau die Straße künftig aussehen soll, bleibt auch nach der Stadtratssitzung vom Montagabend unklar. Deutlich wurde, dass vielen Ratsmitgliedern die von Stadtbaumeister Roland Klier vorgestellte Straßenbreite von 5,60 Metern nicht ausreicht. Sechs Meter sollten es schon sein, finden etwa SPD-Fraktionssprecher Stefan Ibel oder Thomas Vögele (FW).

Vögele kritisierte auch, dass die Anlieger noch nicht gefragt wurden. „Es wäre sinnvoll, das zuerst zu machen und dann in den Stadtrat zu gehen“, merkte Vögele an. Dass beide Vorgehensweisen „Vor- und Nachteile“ hätten, stellte wiederum Stadtbaumeister Klier fest. Diskussionsbedarf gab es auch in Sachen Fahrbahnverengungen, Grüninseln und Bäumen. Grünen-Fraktionssprecherin Doris Hofer sah sich am Ende der Debatte veranlasst, eine „Lanze für die Bäume zu brechen“, wie sie sagte. Zuvor hatte CSU-Fraktionssprecher und Vize-Bürgermeister Stefan Welzel erklärt, er halte die eingeplante Grüninsel für nicht nötig. Die anderen Verengungen dagegen hätten sich bewährt. Die Straße müsse „eine gewisse Durchlässigkeit“ haben, findet Welzel. Auch Helmut Vater ( SPD) kritisierte Grüninseln als zu klein und zu kostspielig im Unterhalt. Zudem erschwerten sie den Winterdienst. Bäume würden sich auf so engen Flächen ohnehin nicht wohlfühlen. „Keine weiteren Bäume“, forderte Konrad Hölzle ( CSU). Die Höfatsstraße sei grün genug. Auch Stefan Ibel hält Grüninseln für „überflüssig“. Das Beispiel Alpenstraße zeige ja, dass „Verkehrsberuhigung durch zahlreiche geparkte Autos erreicht wird.“ In der Alpenstraße herrsche teilweise kaum noch ein Durchkommen.

Die Parksituation griff auch Alwin Götzfried (FW) auf. Er nannte als Beispiel die „äußerst komplexe Situation an der Gammenrieder Straße“ in der Kernstadt. Dort würden immer wieder parkende Autos den Verkehrsfluss hemmen. Begegnungsverkehr sei dort oft nicht mehr möglich. „Parkende Autos sollen den Verkehrsfluss verlangsamen“, erklärte dazu Stadtbaumeister Klier. Letztlich geregelt sei das aber noch nicht. Man könne über die Parksituation reden.

Dass die nun vorgestellten Details „erneut“ nicht in den vorab verteilten Sitzungsunterlagen der Stadträte enthalten waren, kritisierte Konrad Hölzle (CSU). Er sprach sich auch deutlich gegen die geplante Verengung der Fahrbahn aus. Die Höfatsstraße müsse breiter sein. „Es ist eine Hauptdurchgangsstraße“, stellte Hölzle fest. Das sieht auch Bernhard Oberstaller vom Bauamt ähnlich. Man stufe die Höfatsstraße als Haupterschließungsstraße ein, sagte er auch Nachfrage Welzels. Entsprechend müssten die Anlieger rund 45 Prozent der Ausbaukosten von etwa 650000 Euro brutto tragen. Kosten für Gehwege und Entwässerung sind darin schon enthalten. Zum Vergleich: Wäre die Höfatsstraße eine sogenannte Anliegerstraße, müssten die Anwohner etwa 80 Prozent der Kosten selber tragen. Im vorgestellten Plan sind Gehwege auf beiden Seiten enthalten, die so breit sein sollen, dass auch Kinderwagen oder Rollatoren aneinander vorbeikommen. Ob es wirklich zwei Gehwege brauche, fragte Stefan Ibel. Er sprach sich für nur einen, dafür breiteren Gehweg aus. Dafür solle die Stadt mehr Raum für parkende Autos schaffen. Er weise nicht gerne Parkflächen aus, stellte Ibel klar. Aber man müsse zur Kenntnis nehmen, dass die meisten Anwohner zwei Autos haben. Eines davon stehe meistens auf der Straße. Ilse Erhard (CSU) war da anderer Ansicht, ebenso Thomas Vögele.

Auch Bürgermeister Paul Gruschka (FW) möchte den zweiten Gehweg gerne bauen. Er sei nötig, alles andere wäre ein Rückschritt. „Wer zahlt, schafft an“, sagte dazu Jakob Trommer (FW). Er riet deshalb, vorher die Anwohner zu fragen. Sie werden auch erfahren, dass die Stadt beim Ausbau auch die Einmündung in die Zugspitzstraße sanieren will. Der Zustand der Fahrbahn dort mache dies nötig, sagte Stadtbaumeister Klier. Das Kopfsteinpflaster in einem Teil der Höfatsstraße werde ausgebaut, der Teil wird asphaltiert. Klier will die bestehenden Gehwege verbreitern, insgesamt aber nicht viel am Straßenbild verändern. Auch der Großteil der Bäume bleibe. „Ein, zwei Bäume kommen raus, dafür gibt es aber Nachpflanzungen“, berichtete Klier. Baureferent Wilfried Schreiber (FW) regte an, die Bordsteinkanten schräg zu setzen. So könnten beschädigte Felgen beim Einparken vermieden werden. Entgegen dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, der vorgestellten Planung zuzustimmen, fasste der Stadtrat am Ende keinen Beschluss. Jetzt haben erst einmal die Anlieger das Wort.

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