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Mindelheim

05.07.2019

Warum Autofahrer in Mindelheim so wild parken

Warum Autofahrer in Mindelheim so wild parken
2 Bilder

Plus Weil viele Verkehrsschilder nicht lesen wollen, kommt jetzt etwas Neues in der Maximilianstraße. Das schöne Bild wird aber leiden.

Parken in der Mindelheimer Prachtstraße Maximilianstraße ist für viele Autofahrer offenbar Glückssache. Sie wissen nicht genau, wo sie ihre Fahrzeuge korrekt abstellen dürfen, und so hat die Verkehrsüberwachung alle Hände voll zu tun, den Autofahrern ihr Fehlverhalten zu erklären. Dem will die Stadt nun abhelfen.

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Vor dem Umwelt-, Verkehrs- und Bauausschuss warb Ordnungsamtsleiter Ralf Müller für Markierungen auf der nördlichen Seite der Straße. Sei seien aus demselben Material wie die gelben Fahrbahnmarkierungen auf Autobahnen. Um die schöne Optik zu wahren, wäre es zwar besser, die Parkplätze würden durch farblich hervorgehobene Steine ausgewiesen. Das allerdings wäre laut Müller viel zu teuer gekommen. Zahlen nannte er allerdings keine. Auch Bürgermeister Stephan Winter räumte ein: Die Ästhetik der Straße werde leiden.

Das kapiert keiner: Zuerst darf in der Mindelheimer Altstadt längs geparkt werden, dann parallel zur Fahrbahn

In der unteren Maximilianstraße ist die Verwirrung offenbar besonders groß. Von der Marienapotheke bis zum Café Marinos sind die Parkplätze parallel zur Fahrbahn vorgesehen. Danach folgen bis zum Schuhhaus Nertinger Längsparkplätze. „Diese unterschiedliche Aufstellungsweise wird oftmals von den Parkern nicht verstanden“, so Müller. Das liege an der unvollständigen Markierung.

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Zwar hat die Stadt bereits versucht, die Autofahrer mit Hilfe größerer Schilder aufzuklären. Dazu wurden auch Texte an die Symbolschilder angebracht. Diesen schriftlichen Erläuterungen werde aber oft wenig Beachtung geschenkt, wie es der Bürgermeister formulierte. „Die Leute lesen nicht“, sagte Winter. Das Team des Ordnungsamtes habe das immer wieder auszubaden. Mit Parksündern gebe es immer wieder riesige Diskussionen. Als günstige Lösung schlug Müller vor, schwarze Markierungen auf dem Boden anzubringen. Das koste für den unteren Bereich der Maximilianstraße 300 Euro. Die Stadträte waren sich aber einig, alle vier Bauabschnitte zu prüfen und gegebenenfalls Markierungen anzubringen. Der Rathauschef war für „ganz und einheitlich“ um wenigsten so das schöne Bild der Altstadt zu wahren. Stadtrat Manfred Schuster (BG) sagte, mit der Markierung werde auch Rechtssicherheit geschaffen. Dem stimmte Winter zu mit dem Hinweis, dass die Stadt womöglich bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit einem Parksünder nicht die besten Karten haben könnte.

Auf der Südseite darf überhaupt nicht geparkt werden, aber kaum einen interessiert das

Wolfgang Streitel (CSU) fragte nach, welche Möglichkeiten es gebe, das wilde Parken auf der Südseite der Maximilianstraße zu unterbinden. Da mochte Ralf Müller wenig Hoffnung machen. Eine 40 Zentimeter hohe Mauer würde die Autofahrer abhalten oder eine Absperrung mit einer Kette. Solche Lösungen scheiden aber völlig aus, weil dann das Stadtbild verschandelt wäre.

Peter Miller (ÖDP) beklagte, dass die Autos immer größer würden, das fahrerische Können der Fahrer aber immer mehr nachlasse. Er findet es schade, dass die Stadt wegen des Unvermögens Einzelner sein schönes Gesicht etwas einbüße.

Einzig Josef Doll (Grüne) mochte sich mit den aufgebrachten Markierungen nicht anfreunden. In die Umgestaltung der Maximilianstraße sei sehr viel Geld gesteckt worden. Deshalb sprach er sich dafür aus, die Markierung mit dunklen Steinen vorzunehmen trotz der damit verbundenen Kosten. Doll wollte auch wissen, ob die Lösung mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgesprochen sei. Das sei nicht geschehen, sagte der Bürgermeister. Das sei keine Frage des Denkmalschutzes, sondern der Verkehrssicherung. Am Ende der Debatte machte Uli Manlig (SPD) noch ein Fass auf. Er sprach sich dafür aus, so wenig Parkplätze wie möglich in der Altstadt zu belassen, sobald ein zweites Parkhaus zur Verfügung steht. D’as würde die Aufenthaltsqualität verbessern. Bürgermeister Winter erinnerte daran, dass die Maximilianstraße der einzige innerstädtische Einkaufsstandort sei. Der Einzelhandel sei durch Vieles bedroht, vor allem durch das Internet. Er habe Probleme damit, dem Einzelhandel das Leben noch schwerer zu machen. In jedem Fall müsste der Einzelhandel eingebunden werden.

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