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Stetten

30.06.2019

Warum Bernd Lobenhofer in Stetten immer am Ball ist

Nach 30 Jahren im Vorstand ist Bernd Lobenhofer wieder „normaler“ Spieler und steht als solcher etwa zweimal pro Woche auf dem Platz.
Bild: baus

Im Laufe von 30 Jahren hat Bernd Lobenhofer beim TC Stetten so gut wie jeden Posten bekleidet, den der Vorstand zu bieten hat - von einem, der Tennis liebt.

Das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Gesellschaft. Wer aber sind diese Menschen, die sich für ihren Ort selbstlos einsetzen und jede Menge Freizeit für andere opfern? Die Mindelheimer Zeitung stellt in einer losen Reihe solche Vorbilder vor.

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Rund 85 Mitglieder hat der Tennisclub Stetten aktuell, knapp 15 von ihnen sind auf dem Platz aktiv und Bernd Lobenhofer gehört zu denen, die es auch darüber hinaus noch sind. In den vergangenen 30 Jahren hat er im Vorstand eigentlich jedes Amt ausgeübt, das es dort gibt. „Nur Kassier war ich noch nicht“, sagt der 48-Jährige und grinst.

Zum Tennis ist er mit noch nicht ganz acht Jahren 1978 über seinen Vater gekommen: Er war Gründungsmitglied des TC Stetten und der Beitritt der kompletten Familie damit eine Selbstverständlichkeit. Nicht ganz so selbstverständlich ist, dass sich Bernd Lobenhofer dann in so vielen Funktionen und so lange für den Verein engagiert hat: Zuerst war er Sportwart, dann Schriftführer, Organisationsleiter, Vorsitzender, gleichzeitig noch jahrelang Kinder- und Jugendtrainer, später Beiratsmitglied und zuletzt Zweiter Vorsitzender.

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Zum ersten Mal seit 30 Jahren nicht im TC-Vorstand

Im Frühjahr hat er das Amt abgegeben und ist nun zum ersten Mal seit 30 Jahren nicht im Vorstand. „Ich wollte mich einfach mal ganz rausnehmen – zumindest aus der Vorstandschaft“, sagt er und macht damit schon deutlich, dass er weiterhin gerne zur Verfügung steht, wenn er gebraucht wird.

„Mir macht’s unheimlich Spaß, zu organisieren und ein bisschen zu leiten. Und der Tennisverein ist im Laufe der Jahre so etwas wie eine zweite Heimat für mich geworden“, erklärt der Vater zweier erwachsener Töchter sein Engagement. Außerdem könne man in der Führungsriege einfach mehr bewegen, seine Ideen einbringen und die Richtung mitbestimmen. Das will er nun auch anderen ermöglichen. „Es ist gut, wenn neue Ideen reinkommen“, findet er – auch wenn der Umstieg vom Dauervorstands- zum Normal-Mitglied schon ein wenig gewöhnungsbedürftig gewesen sei, wie er offen zugibt. „Man kriegt einfach nicht mehr so viel mit.“ Und ja, er sei nach wie vor versucht, sich einzubringen und könne es auch noch nicht abstellen, regelmäßig auf dem Gelände nach dem Rechten zu sehen. „Das Unkraut da vorne im Kies müsste dringend weg“, sagt er und fügt fast ein wenig entschuldigend hinzu, dass er halt immer gleich sieht, was alles gemacht werden müsste. „Andere sehen das vielleicht nicht. Und das ist etwas belastend.“

In den vergangenen Jahren habe er gemerkt, dass sein Engagement nachlässt, dass er seinen Job beim Verein zwar macht, wie er ihn immer gemacht hat, dass sich aber eine gewisse Routine eingeschlichen hat. Und das war für ihn der Moment, die Reißleine zu ziehen. „Ich wollte nicht in das Fahrwasser rutschen und einmal sagen: ,Das haben wir schon mal gemacht. Das hat nicht funktioniert.‘“

Tennis beim TC Stetten ist für Bernd Lobenhofer der perfekte Ausgleich

Tennis ist für den Servicetechniker im Außendienst ein Ausgleich. „Ballsport war schon immer meins. Laufen tue ich auch gern. Insofern ist das der ideale Sport. Außerdem ist man auf sich allein gestellt und kann sich auspowern.“ Mit seiner Vierer-Mannschaft spielt er in der untersten Klasse. „Aber es macht trotzdem Spaß – meistens zumindest“, sagt er und grinst.

Sein treuester Fan sei seine Frau Karin, die ihn während der vergangenen Jahre immer unterstützt habe. „Die Großprojekte wie der Bau des Tennisheims waren Gott sei Dank schon alle durch“, so Bernd Lobenhofer, aber zu tun gab es auch so genug: Heim und Gelände müssen in Schuss gehalten und die beiden Plätze jedes Frühjahr wieder auf Vordermann gebracht werden. Als er noch Jugendtrainer war, hat er für den Tennisnachwuchs Sommerzeltlager am Tennisplatz organisiert und als vor einigen Jahren nach einem Wasserschaden der Keller des Tennisheims saniert werden musste, hat er natürlich auch mitgeholfen, den Putz von der Wand zu schlagen.

Gut möglich, dass er in ein paar Jahren auch wieder im Vorstand mit anpackt. „Sag niemals nie“, lautet die Devise von Bernd Lobenhofer. „Aber momentan ist es gut so, wie es ist.“

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