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Lohhof

12.11.2019

Warum Kloster Lohhof jetzt noch schöner strahlt

Zwei dieser prächtigen Radleuchter hängen in der Klosterkirche Lohhof. Sie konnten auf Initiative des Freundeskreises Alt-Mindelheim restauriert werden.
Foto: Lehmbaugruppe Augsburg

Der Freundeskreis Alt-Mindelheim hat zwei originale Radleuchter im Kloster Lohhof renovieren lassen. Für die Gelder sorgte die Stadtkapelle Mindelheim.

Ein halbes Jahrhundert lang waren die zwei Radleuchter in einer Ecke des Kirchturms in Vergessenheit geraten. Statt ihrer sorgten Neonlampen für wenig passendes Licht im Inneren der Klosterkirche Lohhof. Als Kreisheimatpfleger und Mindelheims Kulturamtsleiter Christian Schedler durch den Hausherrn von Kloster Lohhof, den Chef der Lehmbaugruppe Augsburg, Günter Brandmiller, auf den Fund aufmerksam gemacht wurde, entfuhr es diesem: „Um Gottes Willen, da muss man etwas tun!“

Beim Tun hat der Freundeskreis Alt-Mindelheim geholfen. Die beiden Radleuchten, die aus der Gründungszeit des Klosters zwischen 1903 und 1905 stammen, hat der Verein renovieren und elektrifizieren lassen. Das sagte der Vorsitzende, Richard Laeverenz. Damit auch das dazu notwendige Geld in die Kasse kommt, haben einige Ensembles der Stadtkapelle Mindelheim unter Leitung von Robert Hartmann ein stimmungsvolles Benefizkonzert am Sonntagnachmittag in der Kirche gegeben.

Viele Zuhörer beim Konzert der Stadtkapelle Mindelheim im Kloster Lohhof

Mehr als 200 Zuhörer spendeten nicht nur viel Beifall, sondern auch großzügig für die Sanierung der Lampen. Unter den Gästen waren Bürgermeister Stephan Winter mit Gattin, Altbürgermeister Erich Meier, Staatsminister a. D. Franz Pschierer und der CSU-Landratskandidat Rainer Schaal.

Die Stadtkapelle war in kleineren Besetzungen aufgetreten. Dafür eignet sich der Kirchenraum vorzüglich. Vom Frühbarock bis in die Neuzeit führte die musikalische Reise der Blechbläser, Klarinetten und Querflöten.

Die spannende Entstehungsgeschichte des Klosters ließ Christian Schedler Revue passieren. Das Kloster Lohhof bildet das Ende einer 1500 Jahre langen Klosterbautradition in Bayern. Noch heute erstaunt, wie schnell der Bau fertig wurde. Im Frühjahr 1903 war begonnen worden, und schon im November desselben Jahres konnten die ersten Dominikanerinnen aus Wettenhausen einziehen. In dem Klosterbau fanden Waisenkinder ein neues Zuhause.

Freundeskreis Alt-Mindelheim lässt Radleuchter im Kloster Lohhof renovieren

Der Kirchenbau war am 14. Mai 1905 begonnen worden, schon im September 1905 fand die kirchliche Weihe statt. Der Turm wurde in nur drei Tagen errichtet. „Angesichts des verzweifelten Versuchs, seit Jahren einen Flughafen in Berlin zu bauen, sind das erstaunliche Daten“, sagte Schedler. Möglich war das nur, weil mit einem Holzgerüst und mit Flaschenzügen gearbeitet wurde – und mit ganz vielen Helfern. Architekt des Baus im Stil des Historismus war übrigens Hans Schurr aus München, Bauherrin Priorin Ludwiga Nickl, die Schedler als besonders tüchtige Schwäbin schilderte.

Das Kircheninnere hält zahlreiche symbolische Bezüge parat. Die Maler Leonhard Thoma und Philipp Schwank haben frühchristliche Mosaikdarstellungen zum Vorbild genommen.

Der Altarraum ist für süddeutsche Verhältnisse sehr ungewöhnlich, weil er einen runden Chorraum mit Gang besitzt. Der Schrein über dem Altar ist jenem aus Aachen von Karl dem Großen nachempfunden. Und die vier Evangelisten sind im Stil römischer Kaiser gemalt worden, „damit sie gottgleich wirken“, so Schedler. Der heilige Josef oben an der Stirnseite der Kirche thront auf einem Kaiserthron. Auch das ist ein Bezug zur Zeit der Römer 2000 Jahre davor.

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