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Tussenhausen

15.03.2019

Warum Tussenhausen keine Hunde-Abfalleimer bekommt

Solche Stationen mit Beuteln und Mülleimern für Hundekot wird es in Tussenhausen vorerst nicht geben.
Bild: Rußler

Die Marktgemeinderäte in Tussenhausen lehnen Extra-Müllbehälter ab. Ein Grund: die Hundesteuer.

Ein falscher Schritt, und schon wird der Spaziergang zum Tritt ins Klo: Die Hinterlassenschaften von Tieren, die in freier Wildbahn ihre Notdurft verrichten, sorgen bei den Unglücksraben nicht nur für Ekel, sondern auch Verärgerung. „Täter“ sind oft Hunde – die Schuld liegt aber nach Ansicht vieler bei den Besitzern, die den Dreck auf Geh- und Feldwegen liegen lassen, anstatt ihn ordnungsgemäß zu entsorgen. Eine Möglichkeit, dem Problem zu begegnen, sind Hundekotbehälter. In diesen speziellen Abfalleimern können nicht nur gefüllte Tüten beseitigt, sondern auch frische entnommen werden.

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"Man muss den Leuten zumuten können, dass sie die Tüten nach Hause tragen"

Der Marktgemeinderat Tussenhausen hat einen Antrag, solche Hundekotbehälter aufzustellen, nun einstimmig abgelehnt. Zwar könnten die Behälter eine Erleichterung für manche Hundebesitzer darstellen, so Bürgermeister Johannes Ruf. „Trotzdem muss man den Leuten zumuten können, dass sie die Tüten auch nach Hause oder zumindest zum nächsten Mülleimer tragen. Die Hundekotbehälter sind keine Lösung für alles.“

Die Kosten für solche Behälter variieren, übliche Modelle können aber bei über 300 Euro liegen. Sollte die Gemeinde sich dazu entschließen, die speziellen Abfalleimer aufzustellen, müsse man auch die Hundesteuer erhöhen – „und zwar drastisch“, wie Marktgemeinderätin Petra Schwarz sagte. In diesem Fall wären Hundebesitzer im Vergleich zu Haltern anderer Tiere benachteiligt, die die freie Natur ebenfalls als Toilette benutzen.

Warum Tussenhausen keine Hunde-Abfalleimer bekommt

Zusätzliche Belastung für Gemeindearbeiter

Weitere Bedenken hatte der Marktgemeinderat bezüglich der genauen Platzierung: Die Behältnisse müssten außerhalb der Ortsteile aufgestellt werden – aber wo? Und in welchen exakten Abständen? Außerdem würden die Gemeindearbeiter durch die regelmäßige Leerung an oft unwegsamen Standorten zusätzlich belastet. Wenn man damit einmal anfange, so Marktgemeinderat Rainer Schwarzenbacher, wisse man nicht mehr, wo man aufhören solle.

Bereits im Jahr 2017 hatte der Marktgemeinderat einen ähnlichen Antrag der Hundefreunde Zaisertshofen abgelehnt.

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