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Kommunalpolitik

20.10.2014

Warum die blaue Tonne Vereinen so weh tut

Auch zwei Jahre nach ihrer Einführung ist die Altpapiertonne immer noch umstritten.
Bild: Landratsamt

Mindelheims Freie Wähler appellieren an die Bürger, Altpapier für soziale Zwecke zu spenden. Wichtige Einnahmen fehlen sonst

Ab in die blaue Tonne und schon ist das Altpapier verräumt. Viele handeln so, seit der Landkreis vor ein paar Jahren die blaue Altpapiertonne eingeführt hat. Sie gibt es auf Wunsch frei Haus. Der Kreis sah sich zur Einführung genötigt, weil er sonst hätte fürchten müssen, einen privaten Anbieter zulassen zu müssen. Der Haken dabei: Die Vereine bekommen immer weniger Altpapier ab. Das ist deshalb ein Problem, weil sie sich zu einem erheblichen Teil über die Einnahmen aus dem Verkauf des Papiers finanzieren.

Auf einem Treffen der Freien Wähler in der Mindelheimer Burggaststätte nahm sich Kreis- und Stadtrat Otto Weikmann des Themas an. Weikmann ist langjähriges Mitglied der Handballabteilung des TSV Mindelheim. Und so hat er gleich den Vereinsvorsitzenden von Mindelheims größtem Verein, Conny Kleiner, eingeladen sowie Anton Bauer, den Leiter der Abteilung Abfallwirtschaft im Landratsamt Unterallgäu.

Weikmann rief nachdrücklich die Mindelheimer dazu auf, die Vereine auch künftig durch Altpapierspenden zu unterstützen. Die Bürger wüssten um die wertvolle ehrenamtliche Arbeit der Vereine. Conny Kleiner sagte, der TSV erwirtschafte derzeit im Jahr 18 000 Euro mit seinen Altpapiersammlungen. Diese Gelder seien unverzichtbar. „Die Einnahmen dieser Sammlungen ermöglichen dem Verein, die Mitgliedsbeiträge erträglich zu gestalten. Hätten wir diese Einnahmen nicht, müssten die Jahresbeiträge um 10 bis 20 Euro angehoben werden, um die vielfältigen Vereinsaufgaben zu erfüllen“, erklärte der Vereinsvorsitzende.

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Weiter wies er darauf hin, dass die Vereine insgesamt für Jugendliche, für Alleinerziehende und für Senioren eine sehr wichtige und wertvolle Lebenshilfe leisteten. „Wir bitten alle Mindelheimer, ihre Vereine weiterhin durch Altpapier zu unterstützen. Die nächste Sammlung findet durch die TSV-Abteilung Turnen, Leichtathletik, Schwimmen am Samstag, 15. November, statt.“

Anton Bauer führte zum Stand der Altpapierverwertung im Unterallgäu aus, dass auch der Landkreis hinter den Vereinen stehe, aber auch gesetzliche Vorgaben zu beachten habe. So gebe es zur Altpapierentsorgung im Landkreis die „blaue Tonne“, welche aber nur auf Anforderung an die Bürger ausgegeben werde. Dies helfe den Vereinen, da dadurch private Entsorger bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr zum Zuge kämen. Da nur rund 22 Prozent über die Tonne entsorgt würden, bliebe der Rest den Altpapiersammlungen der Vereine erhalten.

Die Erlöse aus den Sammlungen der blauen Tonne übrigens kommen dem Landkreis zugute, der damit wiederum die Müllgebühren niedrig halten kann. Die blaue Tonne dürfe aber nicht von Vereinen geleert werden, sagte Bauer. Und auch auf den Wertstoffhöfen sei es nicht möglich, spezielle Altpapiercontainer für Vereine aufzustellen.

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