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Mindelheim

14.12.2020

Warum ein Chefarzt überraschend dem Klinikverbund Allgäu kündigt

Der Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie Dr. Tilman Eßlinger hat überraschend sein Arbeitsverhältnis mit dem Klinikverbund Allgäu gekündigt.
Bild: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa (Symbolbild)

Plus Dr. Tilman Eßlinger, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie, beklagt verschlechterte Arbeitsbedingungen und kündigt.

Der Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie Dr. Tilman Eßlinger hat überraschend sein Arbeitsverhältnis mit dem Klinikverbund Allgäu gekündigt. Die Kündigung war am Freitagnachmittag per Mail bei der Geschäftsführung eingegangen, bestätigte diese eine entsprechende exklusive Information der MZ.

Der Leiter der Geschäftsführung, Andreas Ruland, teilte weiterhin mit, Eßlinger habe zeitgleich seine Kollegen über seinen Schritt informiert. Ein Gespräch habe mit dem Chefarzt noch nicht stattgefunden, deshalb könne Ruland nichts weiter zu den Motiven sagen.

Chefarzt kündigt wohl wegen verschlechterter Arbeitsbedingungen

Eßlinger selbst antwortete auf die Anfrage der MZ, er sei vertraglich dazu verpflichtet, alle Presseanfragen an die Geschäftsleitung weiterzuleiten. Er selbst nahm nicht Stellung. In seiner Mail an seine Kollegen hatte Eßlinger beklagt, dass sich unter der neuen Leitung des Klinikverbundes Allgäu die Arbeitsbedingungen für alle und auch für ihn so verschlechtert hätten, dass er sich zu diesem Schritt entschlossen hat.

Schon der Abgang von Vorstand Franz Huber vor wenigen Wochen hatte aufhorchen lassen, weil offenbar immer mehr der private Klinikbetreiber Sana das Heft in die Hand nimmt. Öffentlich mochte aber niemand bisher den Kurs der Verschmelzung in Frage stellen. Für Huber rückt Florian Glück nach, der zuvor für die Sana Kliniken Ostholstein gearbeitet hat.

Das sagt die Geschäftsleitung zu der Angelegenheit

Aus Sicht der Geschäftsleitung bot sich für Herrn Dr. Eßlinger eine positive Perspektive mit einer Fokussierung auf eine wachsende Orthopädie am Klinikstandort Ottobeuren. „In den letzten Monaten wurden gemeinsam mit dem Aufsichtsrat des Klinikverbunds Allgäu zukunftsfähige Weichen für die Unterallgäuer Kliniken gestellt“, so Ruland. So konnten für den Klinikstandort Mindelheim zwei renommierte neue Chefärzte für die Fachabteilungen Gastroenterologie und Unfallchirurgie gewonnen werden. Für den Klinikstandort Ottobeuren liege die Zukunftsperspektive in einer Stärkung der Orthopädie. In Zusammenarbeit mit niedergelassenen Orthopäden ist eine Verlagerung von orthopädische Patienten aus Kempten und Mindelheim nach Ottobeuren und das dortige Endoprothetikzentrum geplant.

„Unabhängig von der Entscheidung von Herrn Dr. Eßlinger, die wir sehr bedauern, halten wir den eingeschlagenen Weg für die Klinik Ottobeuren sowohl aus medizinischer wie auch baulicher Sicht weiterhin für die richtige Zukunftsperspektive“, betont Ruland. Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Joachim Weirather bedauert ebenfalls die Entscheidung von Chefarzt Dr. Eßlinger: „Wir haben uns für die kommenden Jahre für jeden Standort im Klinikverbund Allgäu Großes vorgenommen, zum Wohle aller Häuser. Das ist mit Veränderungen verbunden. Ich bin von diesem Weg und von dieser Herangehensweise sehr überzeugt und bedaure, dass sich Dr. Eßlinger gegen diesen gemeinsamen Weg entschieden hat.“ Auch der Ärztliche der Kliniken Mindelheim und Ottobeuren, Dr. Manfred Nuscheler, bedauert die Kündigung von Dr. Eßlinger. Auch er hält das für Ottobeuren geplante Medizinkonzept aus medizinischer Sicht für richtig und zukunftsweisend.

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