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Türkheim

22.08.2020

Warum ein junger Landwirt aus Türkheim ein Faible für Kühe hat

Sein Faible für Kühe hat der 29-jährige Andreas Steinbrück aus Türkheim jetzt zum Beruf gemacht. Zur Landwirtschaft fand er über einen Umweg.
Bild: Dagmar Deutsch/agrarheute

Plus Der 29-jährige Andreas Steinbrück aus Türkheim hat einen spannenden Berufsweg hinter sich, der nun seinen (vorläufigen) Höhepunkt erreicht hat.

Wenn Andreas Steinbrück über sich und seinen ungewöhnlichen Berufsweg redet, dann muss er selbst schmunzeln: „Ich habe einfach ein Faible für Kühe“, sagt der 29-Jährige. Er mag sie, die großen, ruhigen Tiere, die aus der Landwirtschaft im Allgäu gar nicht wegzudenken sind. Warum? Vielleicht, weil er schon als Bub auf dem Hof seiner Großeltern Mathilde und Peter Menhofer viel über die Landwirtschaft im Allgemeinen und die Kühe im Besonderen erfahren und erleben durfte. Gerade seine Oma habe ihm viel über den Respekt vor den Tieren und der Natur beigebracht – eine Erfahrung, die er nie vergessen wird.

Erst kaufmännische Lehre, dann Schlüsselerlebnis

Und doch hat es einige Zeit gedauert, bis der Türkheimer seinen Weg (zurück) in die Landwirtschaft fand. Seine Eltern Gerda und Wolfgang Steinbrück haben Berufe, die so gar nichts mit der Landwirtschaft zu tun haben, auch wenn Mutter Gerda auf dem Bauernhof aufgewachsen ist. Und so war seine Entscheidung, nach der Mittleren Reife an der Türkheimer Mittelschule eine kaufmännische Lehre zu beginnen, auch wenig überraschend. Dass es eine Lehrstelle bei der Buchloer Spezialfirma Hörmann für Stallbau und Hallenbau in der Landwirtschaft war – vielleicht war es ein Zufall? Vielleicht auch nicht.

Fest steht, dass es für Andreas Steinbrück ein Glücksfall war, in der Ausbildung die Nähe zur Landwirtschaft nicht zu verlieren. Im Gegenteil, er war nicht nur fasziniert von den Ställen und landwirtschaftlichen Anlagen, die bei Hörmann für alle Bereiche der Landwirtschaft gebaut werden. Mindestens genauso faszinierte ihn das, was sich in den Ställen abspielte.

Das Melken hat den Jungbauer aus dem Unterallgäu fasziniert

Da wollte er mehr erfahren, und am liebsten auch selber mit anpacken. Gedacht, getan: Er machte einen Kurs. Einen Melk-Kurs beim Spitalhof in Kempten

Nicht so selbstverständlich für einen jungen Mann, der wie Andreas Steinbrück bis dahin nicht so viel über die Milchviehhaltung wusste. Aber genau das war es, was er wissen wollte. Warum? Na ja, sein Faible für Kühe eben...

Bild: Dagmar Deutsch/agrarheute

Prompt fand er bei einem Landwirt in Ettringen einen Nebenjob als Melker und hatte so viel Spaß dabei, dass er nach seiner kaufmännischen Ausbildung seinen beruflichen Weg in der Landwirtschaft suchte. Da kam ihm natürlich auch zugute, dass er seine Lehre als Bürokaufmann als einer der Besten in ganz Bayern abgeschlossen hatte und dann mit einem Stipendium gleich noch den Betriebswirt draufsatteln konnte.

Glück in Bad Wörishofen gefunden

Dass er auch während seiner Weiterbildung zum Betriebswirt weiter in einem Milchviehbetrieb arbeitete und dort auch noch als Betriebshelfer einstieg, lag eben auch an seinem Faible für Kühe. Schon da stand fest: Er wollte es jetzt richtig lernen, suchte sich eine Lehrstelle als Landwirt und wurde sowohl auf dem Hof der Familie Schedel in Egg an der Günz als auch der Familie Mayer in Bad Wörishofen fündig.

Bild: Dagmar Deutsch/agrarheute

Sicher auch kein Zufall, dass hier jeweils die Milchviehhaltung das wichtigste Standbein ist. Andreas Steinbrück hätte diese Ausbildung sogar um ein Jahr verkürzen können. Aber er wollte mindestens zwei Milchviehbetriebe kennenlernen – und machte freiwillig drei Jahre Ausbildung. Der fachtheoretische Teil der dualen Ausbildung fand an der Berufsschule Mindelheim statt.

Nach dem Abschluss – wiederum mit Bestnoten – ging es dann weiter an die Technikerschule für Agrarwirtschaft in Landsberg am Lech, wo Andreas Steinbrück jetzt seinen Abschluss als „Staatlich geprüfter Techniker für Landbau“ feiern konnte. Diesmal war der Türkheimer auch selbst ganz zufrieden mit seiner Leistung: Eine 1,0 im Abschlusszeugnis ist ja auch alles andere als selbstverständlich.

Deshalb möchte der Türkheimer in der Landwirtschaft tätig sein

Er ist aber kein „Streber“, im fiel die Ausbildung wohl auch deshalb so leicht, weil er so einfach das machen kann, was er am liebsten macht: In der Landwirtschaft arbeiten.

Denn hier findet er das, was ihm so wichtig ist: Was gerade Landwirte im Bereich Tierwohl und Landschaftserhalt leisten, kommt für ihn in der öffentlichen Wahrnehmung viel zu kurz. Er würde sich da mehr Respekt und Wertschätzung für die Landwirte wünschen. Gerade in der Ausbildung werde besonders viel Wert darauf gelegt, dass es den Tieren in der Landwirtschaft auch wirklich gut geht.

Das sei ihm schon wichtig, betont Andreas Steinbrück. Und er wollte daher auch seinen Teil dazu beitragen, das oft angekratzte Image der Landwirtschaft ins rechte Licht zu rücken. Deshalb auch seine fundierte Ausbildung zum Landwirt. Und, natürlich, weil er hier mit Kühen arbeiten kann. Einfach, weil er sie mag, diese großen, ruhigen Tiere: „Ich bin schon etwas Kuh-verrückt“, sagt der junge Mann.

Seinen beruflichen Werdegang setzt er demnächst fort und bleibt sich und seinem Faible – zumindest indirekt – treu: Bei der Molkerei Ehrmann in Oberschönegg wird er neue Erfahrungen im Molkereiwesen sammeln. Im Mittelpunkt steht dabei, na klar: Milch. Und die kommt ja bekanntlich von den Kühen. Und für die hat Andreas Steinbrück ja ein besonderes Faible...

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