1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Was bringt eine Fusion der Kliniken?

SPD

31.05.2017

Was bringt eine Fusion der Kliniken?

Was Fachleute raten. Wo besondere Herausforderungen stecken

Seit Jahren wird geredet und verhandelt, ohne greifbare Ergebnisse. Seit einiger Zeit stocken die Gespräche zwischen der Stadt Memmingen und dem Landkreis über eine mögliche Fusion des Klinikums Memmingen mit den Kreiskliniken Unterallgäu sogar. Memmingens Stadträtin Verena Gotzes und Irmgard Schäffler aus Türkheim, die beiden Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) im Unterbezirk Memmingen-Mindelheim, hatten zu einer Gesprächsrunde mit Fachleuten geladen.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Viele Krankenhäuser reagieren auf den steigenden Kostendruck und den Investitionsstau zunehmend mit Verbünden, Kooperationen und Fusionen.

Als Experte sprach der Mediziner Dr. Rudolf Weinhart. Er war zehn Jahre lang Oberarzt am Klinikum Memmingen und fünfzehn Jahre lang Chefarzt am Krankenhaus Obergünzburg. Zur Lösung der Situation braucht es nach Ansicht des Referenten einen Koordinator, dem sowohl Ärzte wie Verwaltung vertrauen.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Dieser Fachmann muss jedoch vorher eingehend über Kosten und Ertrag der einzelnen Behandlungen in den verschiedenen Häusern informiert werden. Man könne zum Beispiel die Kosten für eine Hüftprothesen-Operation mit sämtlichen Behandlungszeiten und einzelnen Kosten ermitteln. Dabei wird man dann deutliche Unterschiede erkennen.

Ein weiteres Problem ist nach Stadträtin Gotzes Ansicht der Mangel an Pflegepersonal sowie die Arbeitsbedingungen insbesondere in der Pflege, aber auch der Zeitmangel für Ärzte. „So lässt sich keine gute Medizin betreiben. Menschlichkeit und Patientenaufklärung bleiben dabei auf der Strecke. Außerdem kann man so keine adäquate Krankenhaushygiene betreiben. All dies sorgt für Qualitätsprobleme in der Patientenversorgung“, so Gotzes. Laut Rudolf Weinhart sollten die Wanderungsbewegungen der Patienten ausgewertet werden und die Krankenhausärzte sich mit den Hausärzten intensiv austauschen. Danach könnten die Patienten, die keiner Intensivbehandlung bedürfen, an kleinere Häuser verwiesen werden. (amb)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren