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Mindelheim

04.06.2020

Was der Mindelheimer Künstler Markus Brinker mit seinen Werken ausdrückt

Es ist fast so, als wäre die Skulptur bereits im Holzangelegt gewesen. Der Künstler Markus Brinker legt sie nur noch frei.
Bild: Schlegel

Plus Markus Brinker hat in den letzten Wochen eine Ausstellung vorbereitet, die am Wochenende startet.

Die Corona-Krise und der Lockdown haben zunächst alle Lebensbereiche betroffen. Mittlerweile gibt es im Alltag immer mehr Lockerungen. Nur bei der Kultur ist es immer noch ziemlich ruhig. In unserer neuen Serie „Kunstpause“ wollen wir zeigen, wie Künstler aus der Region die Krise erleben oder auch nutzen, um sie künstlerisch umzusetzen.

Ausstellung trotz Corona in Dinkelscherben

Der Holzkünstler Markus Brinker macht das beste aus der Krise, das man machen kann: Er bereitet eine Ausstellung vor. Am 7. Juni soll es losgehen im Zehentstadel, Heimatmuseum Reischenau in Dinkelscherben. Bis zum Jahresende werden dann seine Holzskulpturen zu sehen sein (jeden ersten Sonntag von 13 bis 16 Uhr und auf Anfrage). Wohl dem, der gerade solch schönen Projekte vor Augen hat, vor allem, wenn sie sogar die aktuelle Zeit spiegeln.

Brinker will dort Kunst ausstellen, die den Menschen guttut, Kunst für die Seele, ein Aufatmen, keine politische oder gesellschaftskritische Auseinandersetzung, keine Belastung für die Sinne, sondern „Seelenfutter“, wie er sagt. „Ich hab oft bei Ausstellungen Menschen bei meinen Objekten beobachtet, die sagten, das tut einfach gut. Und genau das will ich: Mit meinen Objekten einen schönen Moment schenken. Und genau das tut letztlich auch mir gut.“ Brinker will keinen dramatischen Auftritt, nicht wachrütteln, eher besänftigen und vielleicht ist das angesichts der aktuellen Situation auch genau das Richtige, werden wir doch alle permanent in Unruhe versetzt von der Flut an Nachrichten.

Markus Brinker stellt immer wieder neue Werke aus

Die Ausstellung wird laufend von ihm mit neuen Stücken versorgt, denn an Kreativität fehlt es ihm nicht. Gleichwohl hat sich sein Alltag durch die Corona-Krise geändert. Die Holzskulpturen sind schon immer nur eines seiner Standbeine, das andere waren Workshops, die er regelmäßig hielt, um anderen Menschen das beizubringen, was er seit Jahren mit Herzblut macht: Im Holz die Skulptur entdecken und herausarbeiten. Dieses zweite Standbein ist derzeit nicht möglich und dieser Austausch fehlt ihm.

Bildhauer Markus Brinker stellt seine Holzskulpturen aus.
Bild: Oliver Wolff

Gleichzeitig aber hält ihn eine große Auftragsarbeit derzeit auch buchstäblich in Atem, sodass er die Zeit gut gebrauchen kann. „Ich gehe wie immer in mein Atelier und arbeite. Manchmal vergisst man dabei, dass draußen eine Krise herrscht.“

Kunst lebt von Inspiration

Für einen Kunden bearbeitet er eine zwei Meter große Eiche und man hat beim Anblick sofort ein ungefähres Gefühl, dass dies nicht nur ein künstlerisches, sondern auch ein recht sportliches Unterfangen ist. Dass er nach wie vor so gut arbeiten kann, liegt sicher daran, dass er schon vor der Krise seine Inspiration nicht in der Umtriebigkeit gefunden hat. „Ich brauche die Natur und den Wald als Ideengeber, das war schon immer so. Und ich habe hier beides vor der Haustür und sogar den Luxus eines Gartens. Da kommt mein Input her.“ Das ist auch das Besondere an seiner Arbeit – all seine Objekte sind nicht ihrer natürlichen Lebendigkeit beraubt, es ist als hätten sie in ihrer Form bereits im Baum geruht und wären von Brinker lediglich freigelegt worden.

Die Objekte sind künstlerisch geformt und geglättet oder auch mal vergoldet und dennoch tragen sie die Natur in sich. So sind sie geprägt von einer Weichheit und Vollendung, die den Betrachter innehalten lässt und beruhigt. Wer ein wenig in die Holzkunst von Brinker eintauchen möchte, kann dies ganz wunderbar auf seiner Seite www.seelenkreationen.de. Dort gibt es nicht nur eine Galerie mit wunderschönen Objekten, sondern auch noch zwei Fernsehbeiträge über eine Ausstellung und einen Workshop von ihm.

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