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Haushalt

10.10.2019

Was in Markt Wald demnächst ansteht

Die Gemeinde Markt Wald hat nun ihren Haushaltsplan verabschiedet.
Bild: Matthias Becker

Die Gemeinde plant zwei Sanierungen und - immer noch - ein neues Feuerwehrhaus für Markt Wald.

Rundum zufrieden zeigte sich Bürgermeister Peter Wachler mit dem diesjährigen Haushaltsplan für die Gemeinde Markt Wald. Wohl nicht zuletzt deshalb, weil – wie Geschäftsleiter Herbert Egger in der jüngsten Gemeinderatssitzung erläuterte – der Schuldenstand der Gemeinde erstmals seit 15 Jahren unter die Drei-Millionen-Marke gesunken ist. Die Pro-Kopf-Verschuldung beläuft sich damit Ende des Jahres auf 1265 Euro. Gleichzeitig sind die Einnahmen aus der Gewerbesteuer so hoch wie noch nie: Sie sollen heuer 600.000 Euro in die Kasse der Gemeinde spülen. Kredite will sie wie im Vorjahr nicht aufnehmen – auch wenn die Gemeinde, wie Egger betonte, durchaus investiere.

Der größte Ausgabeposten in diesem Jahr war der Abschluss der Dorferneuerung in Steinekirch und Schnerzhofen: Die Sanierung der Hauptstraßen in den beiden Orten kostete mehr als 1,2 Millionen Euro, in Schnerzhofen kamen weitere 750.000 Euro für die Straßenentwässerung hinzu. Ein weiteres Großprojekt war der Bau des inzwischen schon eingeweihten Radwegs zwischen Markt Wald und Bürgle, für den in diesem Jahr noch 100.000 Euro eingeplant sind. Für zahlreiche Baustellen im Gemeindegebiet sorgt außerdem das Projekt „Gas und Glas“, das nun auch in Oberneufnach gestartet ist. Insgesamt sind in diesem Jahr für den Breitbandausbau Ausgaben in Höhe von 75.000 Euro eingeplant, sowie eine Förderung von 50.000 Euro. In den nächsten beiden Jahren sind dafür dann jeweils 550.000 Euro vorgesehen, von denen die Gemeinde 476.500 Euro als Förderung zurückbekommt.

Die Gemeinde will das Defizit im Bereich der Markt Walder Abwasserbeseitigung angehen

Sorgen bereitet ihr das Defizit im Bereich der Abwasserbeseitigung. Hier bleibt die Gemeinde in diesem Jahr auf Kosten von mehr als 212.000 Euro sitzen. Gründe dafür sind die gestiegenen Energiekosten, aber auch die Kosten für die Entsorgung des Klärschlamms. Weil die Quecksilbergrenzwerte überschritten wurden, darf er nicht mehr wie früher auf Feldern ausgebracht werden, sondern muss getrocknet, gepresst und entsorgt werden.

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„Das ist eine Summe, an der sich dringend etwas ändern muss“, sagte Bürgermeister Peter Wachler denn auch bei der Bürgerversammlung (eigener Bericht folgt). Nicht nur, um zu sparen, sondern auch, weil das Landratsamt die Genehmigung des Haushaltsplans verwehren könnte, wenn die Gemeinde nichts gegen das Defizit unternimmt. Einfach die Gebühren zu erhöhen, ist dem Bürgermeister zufolge – anders als beim Kindergarten, dessen Defizit ähnlich hoch ist – aber nicht möglich. Zunächst müsse die Gemeinde eine sogenannte Globalberechnung vorlegen. Und dafür wiederum wird die Firma Bitterwolf im kommenden Jahr alle beitragspflichtigen Grundstücks- und Geschossflächen erfassen und diese mit den Aufmaßen der letzten Globalberechnung Anfang der 90er Jahre vergleichen. „Das bedeutet nicht automatisch, dass die Gemeinde mit einem Bescheid kommt“, sagte Arno Bitterwolf in der Bürgerversammlung.

Der Adlersaal in Markt Wald soll umgebaut werden

Als großes Ziel für die kommenden Jahre nannte Geschäftsleiter Egger schließlich die energetische Sanierung der Christoph-Scheiner-Schule, deren vier Klassen heuer bereits für 16.000 Euro mit Dokumentenkameras und 75-Zoll-Bildschirmen ausgestattet wurden. Die Gemeinde muss davon jedoch nur 7000 Euro übernehmen, den Rest deckt eine Förderung. Auch für die energetische Sanierung will sich die Gemeinde nach entsprechenden Förderprogrammen umsehen.

Daneben will die Gemeinde auch das Projekt Adlersaal voranbringen, für das in diesem Jahr 10.000 Euro und in den kommenden zwei Jahren insgesamt 60.000 Euro vorgesehen sind. Wie Bürgermeister Wachler im Gespräch mit der MZ erläuterte, bedarf es einiger Änderungen, um das Gebäude von 1901 „weiter so nutzen so können, wie wir wollen“. Zwar sei der Saal insgesamt in Ordnung, es fehle jedoch ein Stuhllager, das Dach ist marode, der Zugang nicht barrierefrei und Ausschank, Küche und Sanitäranlagen sollen auch mehr Platz bekommen. Im Moment gebe es eine grobe Vorplanung, die unter anderem einen Anbau für die sanitären Anlagen vorsieht, so Wachler. So hergerichtet könnte der Saal dann stärker genutzt werden als bisher und auch von der Kulturschmiede Stauden für Veranstaltungen genutzt werden. Geplant ist, möglichst viele Arbeiten in Eigenleistung zu erbringen und außerdem beim Amt für ländliche Entwicklung über eine einfache Dorferneuerung eine Förderung zu beantragen.

Und auch der Neubau des Feuerwehrhauses in Markt Wald ist nicht vergessen: Der Bedarfsplan ist inzwischen in Auftrag gegeben, für 2020 stehen dann 300.000 Euro im Finanzplan. Insgesamt, so Wachler, sei der Haushalt solide und eher vorsichtig geplant. „Wir haben gut gewirtschaftet, viel gemacht und die guten Jahre gut genutzt“, sagte er in der Sitzung, in der die Räte dem Zahlenwerk geschlossen zustimmten.

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