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Bürgerversammlung

20.10.2017

Was wird aus dem alten Gasthof Rössle?

Gut besucht war die Bürgerversammlung in Schlingen. Da könnte sich etwa die Kernstadt ruhig ein Beispiel nehmen, findet Bürgermeister Paul Gruschka.
Bild: Franz Issing

Bürgermeister Paul Gruschka erklärt in Schlingen, worauf sich die Vereine einstellen müssen. Auch das Problem mit regelmäßigen Schäden an der Wasserleitung wird Thema des Abends

Wenn sie irgendwo der Schuh drückt, sprechen das die Schlingener deutlich an. Bei der Bürgerversammlung im Jagdhof war das Interesse entsprechend groß. „Daran kann sich die Kernstadt mal ein Beispiel nehmen“, kommentierte Bürgermeister Paul Gruschka den guten Besuch.

Gleich zu Beginn sprach der Rathauschef das Thema „Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses oder umfassende Sanierung des ehemaligen Gasthauses „Rössle“ an. „Uns liegt sehr viel daran“, so Gruschka, „dass die Förderung der Vereine nicht einschläft, aber derzeit können wir angesichts einer angespannten Finanzlage nicht mehrere Millionen Euro in dieses Projekt investieren“. Er versicherte: „Es ist schmerzlich, wenn da immer wieder der Rotstift regiert“.

SV-Vorsitzender Rainer Mayer regte in der Diskussion an, auch das zweite Teilstück des Weges von der Riedener Straße zum Sportheim zu befestigen. Gottlieb Kaufmann monierte die längst fällige Sanierung der Wasserleitung von Bad Wörishofen nach Schlingen. „Jedes Jahr brechen einmal die Rohre und der Wasserdruck im Dorf ist gleich Null“, klagte er über die unbefriedigende Situation. „Problem erkannt und bereit, es auch zu lösen“, versprach Peter Humboldt. Man sei dabei, so der Stadtwerke-Chef, zur „Verbesserung der Wasserversorgung in der Stadt und ihren Ortsteilen das gesamte Rohrleitungssystem zu überprüfen.“ Man müsse bei den zu ergreifenden Maßnahmen aber Prioritäten setzen. Walter Windrath vermisst an der neuen Bekanntmachungstafel im Ort amtliche Verlautbarungen und Birgitta Behrens wünscht sich sehnlichst wieder einen Fahrkartenschalter im Bahnhof in Wörishofen. „Dafür ist allein die Bahn zuständig“, antwortete ihr der Bürgermeister und lehnte den Vorschlag, eine solche Einrichtung im Rathaus zu platzieren, ab. „Das geht schon wegen der eingeschränkten Öffnungszeiten nicht“, argumentierte er. „Es wird höchste Zeit, dass die Stahlbrücke über die Wertach bei Frankenhofen wieder mal gestrichen wird“, fand Franz Böck, während ein anderer Bürger wissen wollte, ob sich die Stadt Bad Wörishofen aus dem „Flexibus-Netz“ ausgeklinkt hat. „Wir haben uns nicht dafür beworben und sind vermutlich übergangen worden, weil wir mit einem gut funktionierenden Personen-Nahverkehr punkten können“, vermutet Gruschka.

Und während sich ein Bürger darüber aufregte, dass Landwirte mit ihren Fahrzeugen auf dem verkehrsberuhigten Falkenweg zu schnell fahren würden, forderte ein anderer, die Straße von Schlingen nach Irpisdorf mit einer Spritzdecke zu befestigen. Ein Redner machte sich für die Zulassung einer mehrstöckigen Bauweise in Schlingen stark und ein Landwirt versteht nicht, warum er und seine Kollegen sich zur Befestigung von Feldwegen nicht mehr mit Material aus der Kiesgrube bedienen dürfen. „Wir kommen ja nicht zum Stehlen, sondern wollen uns nur holen, was wir brauchen“, stellte er klar. Stadtbaumeister Roland Klier klärte auf: „Auf Anfrage bei der Stadt darf Kies entnommen werden, aber nicht von jedem.“

Ein Dorn im Auge ist Hans-Jürgen Kaufmann ein „mangelnder Hochwasserschutz“ in Schlingen. Er befürchtet bei starken Regenfällen eine Überflutung des Ortes. Die Schuld dafür gibt er den Bibern, die im Eisbach und den beiden früher als Rückhaltebecken deklarierten Gewässern am Südrand des Dorfes Dämme gebaut und eine Erhöhung des Wasserspiegels verursacht hätten. „Die Dämme der Biber beseitigen“, verlangte er. „Dieses Problem ist nicht so leicht lösbar“, machte Martin Hollmann vom Bauamt deutlich. „Weil die Biber nicht gejagt werden dürfen, sind uns da die Hände gebunden“, erklärte er und verwies auf die Bestimmung der Naturschutzbehörde beim Landratsamt. Demnach dürften auch Dämme nicht ohne triftigen Grund entfernt werden.

Paul Gruschka verteilte bei der Versammlung ein großes Lob an die Stadtwerke. „Die haben seit 2013 etwa 2,5 Millionen Euro an Schulden abgebaut und führen deutlich höhere Gewinne als in früheren Jahren an die Stadt ab“, informierte er. Solches Lob ging Stadtwerke-Chef Humboldt wie Honig runter. Und noch eine Information: Unternehmen, die von den Stadtwerken Strom in großen Mengen abnehmen, werden demnächst mit sogenannten intelligenten Zählern ausgestattet.

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