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Pfaffenhausen

24.04.2015

Weg mit den Schulden

Pfaffenhausen will den Schuldenstand in Zukunft verkleinern.
Bild: Gina Sanders - Fotolia

Pfaffenhausen will Kredite zügig zurückzahlen. Der Marktrat verabschiedete den Haushalt mehrheitlich – mit einer Ausnahme

von Melanie Lippl

Nachdem im vergangenen Jahr sogar ein Nachtragshaushalt nötig war, setzt die Marktgemeinde Pfaffenhausen ab 2015 auf den Sparkurs. Der Schuldenstand – mehr als sechs Millionen Euro zu Beginn des Haushaltsjahres – soll in den kommenden Jahren wieder deutlich sinken.

Wie die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, sollen 2015 rund eine halbe Million Euro Schulden getilgt werden – etwa der gleiche Wert ist auch für die folgenden Jahre bis 2018 geplant. Kämmerer Josef Kienle nannte diese Tilgungsraten „mehr als beachtlich“. Neue Kredite wollen die Markträte bis 2018 nicht mehr aufnehmen. Zudem sollen größere Geldbeträge – eine halbe Million Euro in den Jahren 2015, 2017 und 2018 sowie mehr als eine Million Euro im Jahr 2016 – vom Verwaltungshaushalt (dem „laufenden Geschäft“) an den Vermögenshaushalt fließen. Die Pro-Kopf-Verschuldung soll bis zum Jahresende von rund 2471 Euro auf 2254 Euro sinken.

Das Haushaltsvolumen in diesem Jahr liegt mit 5,7 Millionen Euro rund 400000 Euro unter dem des Vorjahres und zweieinhalb Millionen unter dem Haushalt des Rekordjahres 2013. Mit rund 148000 Euro erhält Pfaffenhausen deutlich mehr Schlüsselzuweisungen als noch im Vorjahr (18400 Euro). Für 2016 rechnet Kämmerer Josef Kienle sogar mit einem noch höheren Wert. Er geht auch von wieder erhöhten Gewerbesteuereinnahmen (1,3 Millionen Euro) aus. „Die Rückzahlungen haben uns 2014 unerwartet stark getroffen. Deshalb war auch ein Nachtragshaushalt notwendig“, so der Kämmerer. Für 2015 erwartet Kienle nach derzeitigem Stand keine solch gravierenden Rückzahlungen. Ein weiterer Grund für den Nachtragshaushalt war ein ursprünglich nicht geplanter Grunderwerb in Schöneberg.

Auch wenn Schulden getilgt werden sollen, will Pfaffenhausen Investitionen in schnelleres Internet angehen. Für den Breitbandausbau sind 2015 und 2016 Ausgaben von knapp einer halben Million Euro geplant, Kienle rechnet aber auch mit Zuschüssen in Höhe von fast 340000 Euro. Des Weiteren investiert der Markt zum Beispiel in einen Hänger für die Freiwillige Feuerwehr in Schöneberg (40000 Euro), ein Baumkataster (6000 Euro), die Energieoptimierung der Straßenbeleuchtung (15000 Euro) sowie Regenrückhaltemaßnahmen in Egelhofen (115000 Euro im Jahr 2015, sowie 50000 Euro im Jahr 2016). Für Kirchenrenovierungen wird die Gemeinde Zuschüsse in Höhe von 65000 Euro geben.

Mit einer Ausnahme stimmten alle Markträte für den von Kienle vorgelegten Haushalt. Marktrat Michael Ripke hatte im Grunde genommen nichts gegen die Berechnungen des Kämmerers einzuwenden. Ihm kam jedoch der Klimaschutz in den Zukunftsplänen des Marktes zu kurz. Er hätte sich gewünscht, im neuen Baugebiet an der Ziegeleistraße klimafreundliche Häuser zu fördern und dies über den Verkaufspreis der Grundstücke zu finanzieren. Ein solches Projekt wäre kostenneutral und hätte die heimische Wirtschaft gefördert, wollte der Marktrat noch einmal öffentlich klarstellen. „Ein Förderprogramm wäre sinnvoll gewesen“, sagte er. „Es tut mir ein bisschen weh, deshalb werde ich dem Haushalt nicht zustimmen.“

Wie Marktrat Alois Hölzle erwiderte, seien die Planungen bei dem Baugebiet bereits zu weit fortgeschritten gewesen. Ripke solle aber für künftige Baugebiete ein Konzept erarbeiten. Franz Renftle war der Meinung, dass es momentan genügend staatliche Förderung für Bauherren gäbe und das Ziel der Gemeinde gelautet habe, die Plätze so günstig wie möglich anzubieten. Roland Schmid sah vor allem viel Einsparpotenzial bei den Altbauten.

„Wir sind sicher keine einfache Gemeinde für einen Kämmerer“, fasste Bürgermeister Roland Krieger die Lage nach der Abstimmung schmunzelnd zusammen – und sein „Top-Kämmerer“ Josef Kienle erhielt am Ende für seine Berechnungen einen Applaus aus den Reihen der Markträte.

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