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Corona-Krise: Starker Anstieg der Arbeitslosenzahlen befürchtet
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Unterallgäu

27.03.2020

Wegen Corona: Kurzarbeit ist ein großes Thema

Die Arbeitsagenturen beraten derzeit viele Firmen.
Bild: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Plus Zahlreiche Firmen wenden sich derzeit an die Allgäuer Arbeitsagentur. Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten zur Kurzarbeit.

Viele Betriebe im Unterallgäu erwägen in der Corona-Krise, Kurzarbeitergeld zu beantragen. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengetragen.

Wer bekommt Kurzarbeitergeld – und wie?

Um Kurzarbeitergeld zu erhalten, muss der Betrieb in einer Anzeige darstellen, weshalb der Arbeitsausfall unvermeidbar ist. Das können wirtschaftliche Gründe sein oder ein unabwendbares Ereignis wie Produktionseinschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie. Nach der Genehmigung erfolgt die Abrechnung der ausgefallenen Arbeitszeiten. Vorher müssen Arbeitnehmer aber alle Überstunden und eventuelle Zeitguthaben abgebaut haben.

Wegen Corona: Kurzarbeit ist ein großes Thema

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Es beträgt 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, für Arbeitnehmer mit Kind gibt es 67 Prozent. Bisher war das Kurzarbeitergeld auf zwölf Monate beschränkt, künftig soll es auf 24 Monate verlängert werden können.

Wie viele Unterallgäuer Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet?

In den vergangenen Monaten war die Zahl der Betriebe im Unterallgäu überschaubar: Im Dezember gab es sechs Kurzarbeit-Anzeigen für maximal 22 Beschäftigte, im Januar waren es sieben Anzeigen für maximal 211 Mitarbeiter, im Februar maximal zwei Betriebe. Laut Agentursprecher Reinhold Huber erfolgten diese Anzeigen überwiegend aus wirtschaftlichen Gründen, etwa in der Zulieferindustrie. „Erst in der vergangenen Woche ist die Nachfrage von Betrieben zu den Kurzarbeitergeld-Voraussetzungen stark angestiegen – jetzt aufgrund der Coronavirus-Pandemie“, so Huber.

Kurzarbeit: Besonders hohe Nachfrage unter anderem in Bayern

Zahlen liegen aufgrund des kurzen Zeitraums bislang noch nicht vor. Bundesweit spricht man von rund 76.700 Anzeigen, die in der vergangenen Woche wegen des Coronavirus bei den Arbeitsagenturen eingegangen sind. Im Vergleich dazu: Vergangenes Jahr zeigten im Schnitt rund 600 deutsche Betriebe innerhalb einer Woche Kurzarbeit an. Ende 2019 zeigten bei konjunktureller Schwächephase 1000 Betriebe wöchentlich Kurzarbeit an. Die Nachfrage sei in allen Bundesländern hoch – besonders auffällig seien Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

Aus welchen Branchen kommen diese Anfragen?

Laut Pressesprecher Huber haben im Unterallgäu vor allem Betriebe aus der Hotellerie und Gastronomie angefragt, aber auch Logistik- und Produktionsunternehmen.

Wie lange dauert die Genehmigung?

Anfang des Jahres erfolgte die Genehmigung von Anzeigen auf Kurzarbeit innerhalb weniger Tage, so Agentursprecher Huber. Aber: „Dieser Zeitraum wird aufgrund der stark gestiegenen Anzeigen zunehmen.“ Die Agentur bittet Arbeitgeber deshalb auch, verstärkt die Online-Angebote zu nutzen. Sowohl die Anzeige als auch die Beantragung von Kurzarbeitergeld können schnell, sicher und jederzeit online erfolgen.

Was macht die Arbeitsagentur, um den Ansturm bewältigen zu können?

Oberste Priorität hat in Hubers Augen die Auszahlung von Entgeltersatzleistungen, also zum Beispiel Kurzarbeitergeld. Die Agentur für Arbeit passe ihre Organisation und Ablaufprozesse deshalb kurzfristig an. „Die Mitarbeiter sind bereits intensiv in Beratungen zum Thema Kurzarbeitergeld.“ Um die Existenzgrundlagen zu gewährleisten, habe die Arbeitsagentur ihre Teamstrukturen kurzfristig umorganisiert. „Dennoch wird sich die Bearbeitung von Anzeigen und Anträgen auf Kurzarbeitergeld in nächster Zeit verlängern.“

Wie geht die Arbeitsagentur selbst mit der Corona-Pandemie um?

Der Schutz der Kunden und Mitarbeiter habe für die Agentur oberste Priorität, erklärt Huber. Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice, „wir sind online und telefonisch erreichbar“. Informationen gibt die Arbeitsagentur telefonisch unter 0831/2056-543 und 0800/4555500 für Arbeitnehmer. Arbeitgeber wenden sich an die Nummer 0800/4555520. Unter dieser Hotline erhalten sie auch Infos zum Kurzarbeitergeld.

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