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Naturschutz im Unterallgäu

20.05.2015

Weirather ärgert sich über Bayerns Extra-Wurst

Damit Fließgewässer gesund bleiben wünschen sich die Fischer, dass zwischen Acker und Ufer ein Streifen Land unbestellt bleibt. In anderen Bundesländern ist das bereits Pflicht. Nicht jedoch in Bayern.
Bild: Büchner

Der Präsident des Fischereiverbandes Schwaben fordert Schutzzonen zu Gewässern. Seine Kritik richtet sich dabei jedoch weniger an die Landwirte.

Landkreis Es ist ein klassischer Interessenkonflikt: Landwirte wollen ihre Flächen möglichst gut nutzen. Dazu zählt, dass sie diese bis an die Ufer von fließenden Gewässern bewirtschaften. Das Problem dabei: Die meisten bayerischen Flussfischarten benötigen für die Fortpflanzung sauberen Kies am Grund der Gewässer. Durch den Eintrag von Düngern über Felder und Äcker wird der Lebensraum für Fische immer mehr eingeschränkt.

Jetzt hat der Fischereiverband Schwaben in Person seines Präsidenten Hans-Joachim Weirather Alarm geschlagen. Weirather hat eine besondere Beziehung zum Wasserschutz. Vor seiner Wahl zum Landrat war er Leiter des Wasserwirtschaftsamtes in Kempten.

Weirather weist darauf hin, dass das Wasserhaushaltsgesetz des Bundes (WHG) Gewässerrandstreifen von fünf Metern Breite verbindlich vorschreibt. Von dieser Regelung können die Länder aber abweichen. Das geschieht in Bayern. Hier wurde die Änderung des Bayerischen Gesetzes zum Schutz von Gewässerrandstreifen im Landtag abgelehnt.

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Diese Entscheidung ist laut Hans-Joachim Weirather „absolut nicht nachvollziehbar“. Seiner Meinung nach steht diese Entscheidung im Widerspruch zu einem erfolgreichen Gewässerschutz. Bayern ist zudem das einzige Bundesland, wo es keine gesetzlich geschützten Uferrandstreifen gibt.

In Bayern reichen Felder und intensiv genutzte Wiesen oft bis an das Gewässer heran. Durch fehlende Schutzzonen fließe das Wasser bei Regen deshalb direkt in Gräben, Bäche und Flüsse. Gleichzeitig werde von den Äckern wertvoller Boden und Dünger in die Flüsse geschwemmt – der Gewässergrund verschlamme dadurch zunehmend.

Die meisten bayerischen Flussfischarten benötigen jedoch für die Fortpflanzung sauberen Kies am Grund der Gewässer. Finden sie nur noch Schlamm, laichen sie nicht mehr und sind vom Aussterben bedroht. Durch den Eintrag von Dünger nehme das Algenwachstum zu und der Sauerstoffhaushalt des Wassers gerate ins Schwanken.

Da Fische stabile Sauerstoffverhältnisse zum Leben brauchten, wirke sich dies zusätzlich negativ auf die Fischfauna aus. „Gewässerrandstreifen sind also absolut unverzichtbar für lebendige Bäche und Flüsse“. Deshalb fordere der Fischereiverband Schwaben nochmals, dass der Freistaat Bayern die Gewässerrandstreifen ins Wassergesetz aufnimmt.

Der bis dato praktizierte Ansatz auf Freiwilligkeit in Verbindung mit dem Förderprogramm Kulap biete Landwirten zu wenig Anreiz, um auf die Bewirtschaftung der Randstreifen zu verzichten. Aus diesem Grund „fordern wir auch eine möglichst umgehende Anpassung der Ausgleichsprämien für die ökologische Bewirtschaftung der Uferrandstreifen, da die Zahlungen derzeit weit hinter die erzielbaren Erträge zurückfallen“, so Weirather. (mz)

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