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Markt Wald

12.10.2019

Welche Probleme Markt Wald beschäftigen

Bürgermeister Peter Wachler berichtete bei der Bürgerversammlung im Markt Walder Adlersaal über aktuelle Entwicklungen.
Bild: baus

In Markt Wald bewegen die Bürger vor allem Probleme mit Rasern und Parkern. Doch auch andere Themen wie das neue Baugebiet beschäftigen die Bürgerversammlung.

Wie im Jahr zuvor konnte Bürgermeister Peter Wachler auch in der diesjährigen Bürgerversammlung der Gemeinde Markt Wald mit einer guten Nachricht aufwarten: Nachdem er im vergangenen Jahr vermeldet hatte, gleich zwei Nachfolgerinnen für die Hausarztpraxis von Dr. Bruno Flach gefunden zu haben, präsentierte er diesmal das neue Baugebiet „Im weiten Buch“. Wie berichtet sollen an der Turnhallenstraße in Markt Wald 17 Bauplätze für Einfamilienhäuser entstehen.

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„Die Häuslebauer stehen schon in den Startlöchern“, so Wachler. Allerdings werden sie sich voraussichtlich noch bis in den Sommer 2020 hinein gedulden müssen. Im günstigsten Fall steht der Bebauungsplan Ende des Jahres und die Erschließungsarbeiten könnten noch vor dem Frühjahr ausgeschrieben werden. Eine Warteliste für die Grundstücke gebe es nicht. „Keiner kann sich derzeit einen Platz reservieren“, so Wachler. Wenn es so weit sei, gehe die Gemeinde auf die Interessenten zu, die sich bereits gemeldet haben. Der von ihm favorisierte Ringschluss zum Tannenweg sei leider nicht möglich gewesen.

Richard Haab kritisierte in der Diskussion das Baugebiet an sich, das nichts mit einer Ortsabrundung zu tun habe. „Hätte man da nicht einen Supermarkt installieren können?“, fragte er. Nach Ansicht von Wachler wäre die Lage dafür jedoch ungeeignet gewesen. Wenn ein Supermarkt schon nicht am Ortseingang bauen wolle, habe er sicher kein Interesse an einer Seitenstraße, sagte er in Anspielung auf einen Discounter, der sich vor zwei Jahren für ein Grundstück hinter der Schießhütte in Markt Wald interessiert, die Pläne dann aber wieder verworfen hatte.

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Zugeparkte Straßen beschäftigen die Bürgerversammlung in Markt Wald

Außerdem erinnerte der Bürgermeister daran, dass das Thema damals stark polarisiert habe. „Ich war der Meinung, dass ein Verbrauchermarkt eine gute Einrichtung gewesen wäre“, sagte er. Damals sei er aber massiv angegangen worden, weil einige Bürger befürchteten, dass ein Supermarkt den bestehenden Geschäften das Wasser abgraben könnte. Er dagegen sei überzeugt, dass sie koexistieren könnten. „Ich glaube, dass die Nahversorgung noch gut ist. Aber wenn es den Laden aus irgendwelchen Gründen mal nicht mehr geben sollte, ist sie miserabel.“

Bereits im vergangenen Jahr hatte Daniel Schmid gebeten, den Bordstein in der Fuggerstraße abzusenken, damit landwirtschaftliche Geräte bei Gegenverkehr auf den Fußweg ausweichen können. Weil das nach Ansicht der Gemeinderäte für die Fußgänger aber zu gefährlich wäre, regte er an, wenigstens ein Halteverbot zu erlassen – und dieses auch zu kontrollieren. Denn mit zugeparkten Straßen hat es die Gemeinde schon als Negativbeispiel in die Umweltzeitung des Landkreises geschafft: In der Gartenstraße gab es für das Müllauto kein Durchkommen mehr. Wie Brigitte Vögele anmerkte, werde dort auch regelmäßig der Wendeplatz zugeparkt. „Es geht um die Sicherheit“, sagte sie. Thomas Maier, der Leiter der Polizeiinspektion Bad Wörishofen, warnte jedoch davor, an den Straßen deshalb flächendeckend Halteverbotsschilder anzubringen. Fehlten Hindernisse wie parkende Autos, verleite das die Autofahrer nämlich zum Rasen – und das ist insbesondere an den Ortsein- und -ausgängen schon jetzt ein Problem.

Vor wenigen Tagen erst sei auf der Markt Walder Hauptstraße auf Höhe der Käsestube ein Hund überfahren worden, sagte Richard Haab und forderte die Gemeinde zum Handeln auf, denn: „Es wird viel zu schnell gefahren.“ Peter Wachler verwies darauf, dass das Ortsschild bereits um 20 Meter in Richtung Tussenhausen versetzt wurde, um die Autofahrer bereis früher auszubremsen. „Aber das war das Äußerste, wozu das Straßenbauamt bereit war“, so der Bürgermeister. Eine Verengung, wie sie Richard Haab anregte, sei auf einer Staatsstraße ein Ding der Unmöglichkeit – und der Nutzen – wie die neue Verkehrsinsel zwischen Höfen und Hiltenfingen zeige – fraglich. Bei Geschwindigkeitsmessungen habe sie keine nachweisbare Ausbrems-Wirkung gezeigt.

Markt Walds Bürgermeister Peter Wachler: Feuerwehrhaus "nicht angepackt"

Auch Polizeichef Thomas Maier konnte der Gemeinde keine Ratschläge mit auf den Weg geben, wie sie die „vielen gefährlichen Ecken“, von denen Wachler sprach, sicherer machen könnte. Dafür lobte er das historische Marktfest, das „wirklich legendär, klasse organisiert und aus polizeilicher Sicht absolut störungsfrei“ gewesen sei. „Von mir aus könnt’ ihr’s jährlich machen“, sagte er. Daneben attestierte er Markt Wald die geringste Kriminalität und am wenigstens Unfälle im gesamten Inspektionsbereich. „Ihr seid wirklich eine Perle.“

Zuvor hatte Bürgermeister Wachler den 125 Zuhörern im Markt Walder Adlersaal einen umfassenden Einblick ins Gemeindegeschehen gegeben. So ging er etwa auf die Finanzen ein, die sich zwar immer noch durch eine überdurchschnittlich hohe Verschuldung auszeichneten, aber für anstehende Projekte „wieder hinreichend Luft zum Atmen“ ließen. Außerdem sprach er die Kosten für den Unterhalt der Kläranlage an. „Die steigen unerträglich“, sagte Wachler mit Blick auf ein Defizit von 212.000 Euro. Um es in den Griff zu bekommen, wird die Firma Bitterwolf für die Gemeinde eine Globalberechnung erstellen und dazu im nächsten Jahr alle beitragspflichtigen Grundstücks- und Geschossflächen erfassen, erläuterte Arno Bitterwolf. Die Ergebnisse werden dann mit den Aufmaßen der letzten Berechnung Anfang der 90er Jahre verglichen.

Anschließend griff Wachler die zahlreichen Personalwechsel am Kindergarten auf: Sie seien weder auf die Leitung noch auf den Träger zurückzuführen, sondern damit, dass Erzieherinnen derzeit enorm gefragt sind und sich ihre Stellen aussuchen können. „Bei kleinsten Problemen kann risikolos gewechselt werden“, sagte er. Das stelle auch andere Gemeinden vor Probleme.

Letzter Punkt bei der Versammlung war schließlich das Feuerwehrhaus, das „nach wie vor nicht angepackt wurde und nicht steht“. Zumindest der für den Neubau nötige Bedarfsplan sei jetzt aber in Auftrag gegeben. Und wenn es gelinge, die zwölf neuen Feuerwehrleute in Oberneufnach mit neuen Schutzanzügen auszustatten, „dann werden wir das mit dem Feuerwehrhaus schon auch noch hinkriegen“.

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