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Allgäu

05.11.2019

Wenn Frauen gemeinsam zum Bergsteigen gehen

Eine neue Plattform soll Bergsteigerinnen zusammenbringen.
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Eine neue Plattform soll Bergsteigerinnen zusammenbringen.
Bild: Harald Östreicher

Es gibt immer mehr Bergsteigerinnen – nun plant eine Allgäuerin eine Plattform, auf der sich Frauen zum Wandern verabreden können.

Am liebsten ist Katharina Kleiter in der Natur unterwegs. Immer mit offenen Augen. Die 31-Jährige zog nach dem Studium zurück ins Allgäu und wohnt in Immenstadt. Seit ihrer Rückkehr nach mehreren Jahren in Zürich, Wien, Stuttgart und München sieht sie die Region mit anderen Augen: „Ich versuche immer, Neuland zu entdecken. Neue Gipfel, neue Wander- oder Radwege, besondere Hütten und Orte. Das Allgäu hat so viel zu bieten.“

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Und genau diese tollen Erlebnisse will sie mit anderen Frauen teilen. Sie plant einen Ableger der Munich Mountain Girls (MMG; zu deutsch: Die Müchner Berg-Mädels) im Allgäu zu etablieren. „Ich will einen MMG-Stammtisch ins Leben rufen, wie es ihn an anderen Orten schon gibt. Bergfreundinnen jeglichen Alters und jeglicher Erfahrung treffen sich, tauschen sich aus und verabreden sich. Oft geht es einem doch so, dass man gerne eine Tour machen will – aber niemanden findet, der mitgeht. Über die Plattform Munich Mountain Girls und die Stammtische der Gruppe finden gleichgesinnte Frauen zueinander. „Im Idealfall entstehen daraus neue Freundschaften“, sagt die Allgäuerin. Sie hat beobachtet, dass sich immer mehr Frauen fürs Wandern interessieren. „Anfängern hilft die Gemeinschaft, sich zu trauen. Es werden zum Beispiel Ziele vorgestellt oder Tipps zum Material gegeben.“

Munich Mountain Girls: Immer mehr Frauen gehen zum Bergsteigen

Auch der Deutsche Alpenverein (DAV) registriert immer mehr Bergsteigerinnen: Mittlerweile sind 42 Prozent der Mitglieder weiblich. Die Zeiten, in denen manche Sektionen eine Vollmitgliedschaft für Frauen ablehnten, sind längst vorbei. Die Munich Mountain Girls kooperieren teils mit dem DAV. „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz. Wir sind einfach ein bisschen anders aufgebaut. Bei uns läuft mehr über Social Media“, erklärt Katharina Kleiter.

Für sie selbst bedeutet Wandern, eine Auszeit zu nehmen. „Mir geht es nicht um ein bestimmtes Tempo oder eine bestimmte Zeit, sondern um das Naturerlebnis.“ Das Allgäu und das Kleinwalsertal sieht sie als ideale Region für Bergsteigerinnen. „Wer will, kann eine hochalpine Tour machen. Aber die Berge erschlagen uns in ihrer Dimension jetzt auch nicht“, sagt sie schmunzelnd. Zu ihren Lieblingstouren zählen aktuell die Berge der Nagelfluhkette, deren höchster Gipfel der 1834 Meter hoch gelegene Hochgrat ist. Auch mit Freunden ist sie gern in den Bergen unterwegs. Dabei hat sie einen kleinen, aber feinen Unterschied festgestellt: „Männer sehen Wandern eher als Wettkampf. Eine Begleiterin übernimmt sich da leicht. Denn umdrehen will man dann ja auch nicht.“

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