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Fasching in Oberrieden

07.02.2018

Wenn Nonnen und Stripper gemeinsam feiern

Mit ihrem akrobatischen Showtanz unter dem Motto „Sister Act“ holten sich die Tänzer der Variolonia aus Kammlach den Sieg.
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Mit ihrem akrobatischen Showtanz unter dem Motto „Sister Act“ holten sich die Tänzer der Variolonia aus Kammlach den Sieg.
Bild: Patricia Zettler

Beim Männergardetreffen in Oberrieden stand der Spaß im Mittelpunkt, aber tanzen können die Jungs auch.

Dass sie mindestens genauso grazil tanzen können und genauso beweglich sind wie die zahlreichen weiblichen Gardemädels der Region, haben die vier Männergarden aus Ottobeuren, Kammlach, Blonhofen und Oberrieden beim vierten internationalen Männergardetreffen in Oberrieden unter Beweis gestellt. Im Mittelpunkt stand wie immer der Spaß für die teilnehmenden Tänzer und natürlich die Unterhaltung des begeisterten Publikums. Aber eins blieb den männlichen Gardemädels immer im Hinterkopf: Es ist nicht nur irgendein Auftritt in dieser kurzen Faschingssaison. Vielmehr gilt es, sich und seine Garde zu präsentieren und dabei vielleicht auch das ein oder andere Herz des überwiegend weiblichen Publikums mit Charme und Taktgefühl zu erobern. Die Tänzerinnen wurden in unterschiedlichen Kategorien wie Sexappeal und Synchronität von einer Jury bewertet. Das Gremium setzte sich aus jeweils einem Vertreter der beteiligten Garden zusammen.

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Die Variolonia war nicht aufzuhalten

Den Anfang machte die Männergarde Variolonia aus Kammlach. Ihr Showtanz in diesem Jahr steht unter dem Motto „Sister Act“. Darin versuchen vier „böse Mädchen“ die Nonnen auf ihre Seite zu bringen, was diesen trotz Einschreitens der Polizei letztlich auch gelingt und in einem gemeinsamen Finale endet. Dabei dürfen die bekannten Lieder „I will follow him“ und „Sing Halelujah“ natürlich nicht fehlen, zu denen sich die Mädels in akrobatischer Höchstform präsentierten. Die Jungs der Variolonia waren nicht aufzuhalten: Sie meisterten ihren Tanz mit einem breiten Lächeln auf den Lippen und hatten sichtlich Spaß. Von den himmlischen Gesängen ging es für das Publikum mit den Oberrieder Gardemädels direkt nach New York. Aber nicht etwa um sich die Stadt anzusehen, sondern um zu „feiern bis die Theke brennt“. In der „Coyote-ugly-Bar“ werden wie im gleichnamigen Film Getränke an die Tänzerinnen ausgeschenkt. Aber damit nicht genug. Auch die Zuschauer nahmen an dieser Party teil und wurden mit Pfefferminzmundwasser verköstigt. Unter die sehr knapp bekleideten Damen, die allein schon durch ihr Outfit viel Mut bewiesen, haben sich in dem Tanz der Oberrieder Mädels auch drei „echte“ Mädels des Elferrats gemischt, die als Security-Damen für Recht und Ordnung in der Bar sorgten, aber auch als Barkeeperinnen eine wichtige Aufgabe leisteten.

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Mutige Netz-Outfits

Das dritte Los zog die Männergarde aus dem Ostallgäu, die extra aus Blonhofen nach Oberrieden gereist war, um ihr Rockmusical zum Besten zu geben. Angefangen haben „die KäTZ“, wie sich die zehn Fußballer im Fasching nennen, vor vier Jahren mit einer Hochzeitseinlage, bei der sie fleißig schuhplattelten und Gefallen am gemeinsamen Tanz fanden. Im Gegensatz zu den anderen drei Garden trugen die Jungs aus Blonhofen zunächst Lederjacke und Jeanshose, die allerdings im Laufe des an die Rocky Horror Picture Show angelehnten Showtanzes abgelegt wurden. Für das mutige Netz-Outfit ernteten die Jungs tosenden Applaus.

Einen Höhepunkt ungewöhnlicher Art bildete am Ende des Abends die Männergarde Silikonia aus Ottobeuren. Diese tanzten nicht etwa wie ihre drei Vorgängergarden einen Showtanz: Stattdessen gingen diese mit ihrem Gardemarsch in ihren neuen Kleidern ins Rennen um den Hauptpreis. Nachdem das Prinzenpaar seinen Walzer auf das romantische Lied „Perfect“ von Ed Sheeran getanzt hatte, legten die Gardemädels getreu ihrem Schlachtruf „Hoch dia Fiaß und nei d Ranza – heit lass mer eisre Haxa tanza“ los. Im Saal blieb kein Auge trocken, als die Männer ohne Probleme und Schmerzen sanft in den Spagat hüpften und in Reih und Glied ihre Beine warfen.

Der Sieg ging schließlich an die Variolonia aus Kammlach, die ihren Titel gemeinsam mit den anderen Tänzern ausgiebig feierte.

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