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Ein Mindelheimer macht ganz besondere Entdeckungen

05.07.2016

Wenn Scherben den Spürsinn wecken

Verleihung der Denkmalschutzbedaille an den Unterallgäuer Kreisheimtpfleger Peter Hartmann (links). Das Bild zeigt von links: Peter und Elisabeth Hartmann, Kultusminister Ludwig Spänle, Mindelheims Bürgermeister Stephan Winter sowie Kulturamtsleiter Christian Schedler.
Bild: Roland Hoffmann

Kreisheimatpfleger Peter Hartmann erfährt für seinen Einsatz eine hohe Ehre

Wo andere nichts als Felder und Wiesen sehen, geht der Blick von Peter Hartmann tiefer. Eine kleine Verfärbung des Bodens reicht, und schon ist seine Neugierde geweckt. Stand hier einmal ein Gebäude wie bei Stetten, wo Hartmann den Standort eines früheren Versorgungshofes von Georg von Frundsberg ausgemacht hatte? Einzelne Scherben sind für den früheren Bankdirektor Indiz dafür, dass an dieser Stelle schon die Kelten gelebt haben. Schon in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts fand Peter Hartmann erste Quarzsteine auf einem Acker bei Erisried. 2014 untersuchte er das Gelände genauer und konnte belegen, dass es in diesem Gebiet in der Frühneuzeit vom 15. bis 17. Jahrhundert eine Glashütte gegeben hat. Seit 2007 ist Peter Hartmann ehrenamtlicher Kreisheimatpfleger. Jetzt ist ihm eine ganz besondere Ehre widerfahren.

Spätmittelalterliche Siedlung in Kirchhaslach entdeckt

In der Säulenhalle der Alten Münze im Landesamt für Denkmalpflege in München ist Peter Hartmann (Jahrgang 1939) mit der Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet worden. 26 weitere Persönlichkeiten aus ganz Bayern erhielten aus der Hand des Bayerischen Staatsministers für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst, Ludwig Spaenle, ebenfalls diese hohe Auszeichnung, die seit 1978 gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege verliehen wird. Assistiert hat der Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Mathias Pfeil.

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Die Laudatoren erinnerten beim Festakt in München an das Jahr 2013. Damals waren in Kirchhaslach spätmittelalterliche Siedlungsspuren gesichert worden. Sie gehören zu den bedeutendsten historischen Funden der vergangenen Jahre im Unterallgäu. Peter Hartmann war bei dieser Ausgrabung treibende Kraft und „voller Engagement für die Bodendenkmalpflege im Einsatz“.

Peter Hartmann beteiligt sich an archäologischen Untersuchungen sowie der Aufarbeitung von Grabungen. Ganz besonders zeichnet ihn aber sein diplomatisches Geschick aus. In kritischen Fällen habe er wertvolle Überzeugungsarbeit geleistet und somit somit für den Erhalt von Bodendenkmälern im Unterallgäu gesorgt.

Daneben betreut Hartmann das Mindelheimer Archäologiemuseum und bietet Führungen zu geschichtsträchtigen Orten der Umgebung an. Am Tag des offenen Denkmals oder bei der Nacht der Museen findet sich in Peter Hartmann stets ein Helfer, der Interessierte für die Bodendenkmalpflege begeistert. Nicht zuletzt weckt er auch bei Schülern das Bewusstsein für Geschichte und Denkmalpflege. Generalkonservator Pfeil sagte: Der Erhalt und die Pflege von Denkmälern verbinde Vergangenes mit der Gegenwart und führe uns so in die Zukunft. Nur wenn wir wissen, wo wir herkommen, verfügen wir über eine belastbare Identität.“

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