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Apfeltrach

10.11.2019

Wenn beim Leonhardiritt 200 Hufe klappern

Ein Segen für Groß und Klein – so kann es unfallfrei ins Jahr bis zum Leonhardiritt 2020 gehen!
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Ein Segen für Groß und Klein – so kann es unfallfrei ins Jahr bis zum Leonhardiritt 2020 gehen!
Bild: iss

In Apfeltrach hat der beliebte Leonhardiritt Tradition - und neben zahlreichen Reitern, Kutschern, Pferden und Ponys kamen sogar weitere Vierbeiner mit.

Hoch zu Ross auf den Spuren des Patrons der Pferde: Für die Gemeinde Apfeltrach ist der Leonhardiritt nach Allerheiligen und Allerseelen ein weiterer festlicher Höhepunkt im Bauernjahr. Mit Blasmusik, Weihrauch und Glockengeläut wurde der Namenstag des einstigen Einsiedlerabtes gebührend gefeiert. Etwa 50 Rösser und Reiter pflegten am Samstagnachmittag den guten Draht zu dem Heiligen der Stalltiere.

Viel Pracht und Blumenschmuck war aufgeboten, um St. Leonhard die Reverenz zu erweisen. Die Zaungäste am Straßenrand sahen prächtig herausgeputzte Rösser und einen festlich geschmückten Erntewagen. Neben stolzen Reitern winkten ihnen von Kutschen und Wagen viele kleine und große Trachtler zu.

Ein Modell der Waldkapelle war ein Hingucker beim Leonhardiritt in Apfeltrach

Auch Mindelheims Stadtpfarrer Andreas Straub und der aus Apfeltrach stammende Kaplan Helmut Wißmiller ließen sich durchs Dorf kutschieren. Ein echter Hingucker war wieder ein mit Blumen und Grün geschmücktes Modell der Waldkapelle.

Wenn beim Leonhardiritt 200 Hufe klappern

200 Hufe klapperten zu den Klängen der Apfeltracher Musikanten im wilden Rhythmus auf der Straße. Zweimal zuckelte der Tross mit Pferden, Ponys, Hunden und Wagen in weitem Rund durch den Ort und machte nur vor der St. Leonharskirche Station, wo Dekan Andreas Straub und Kaplan Wißmiller Tier und Mensch mit dem Reliquiar des Heiligen segneten.

Das steckt hinter den Leonhardiritten und dem heiligen Leonhard

Nachdem die Rösser für ihren großen Auftritt belohnt und versorgt worden waren, feierte die Dorfgemeinschaft mit Gästen und Freunden aus der Region im Feuerwehrhaus bei Kaffee und Kuchen und allerlei Schmankerln. Da blieb es nicht aus, dass auch viele Episoden erzählt wurden, die sich im Allgäu um St. Leonhard ranken. So wird beispielsweise berichtet, dass der Heilige nur irrtümlich aufs Pferd gesetzt wurde und eigentlich Schutzpatron der Gefangenen war. Versehentlich wurden ihm Ketten zu Füßen gelegt, die man zunächst für Viehketten hielt. Die entpuppten sich schließlich als Kerkerfesseln. Dennoch macht der Heilige indes einen guten Job als Patron für Ross und Reiter. Der Leonhardiritt in Apfeltrach machte viel vom Kult um seine Person spürbar und echte Volksfrömmigkeit erlebbar.

Schon am frühen Morgen schickten die Apfeltracher während eines festlichen Gottesdienstes in der dem Heiligen geweihten Kirche Fürbitten an den Schutzpatron gen Himmel. Kaplan Helmut Wißmiller wies in seiner Predigt vor allem auf die Bescheidenheit des Heiligen hin, „eine Haltung die man bei den Menschen heute so vermisst“. Der junge Priester nannte St. Leonhard einen Fürsprecher bei Gott und legte an der Christusfigur am Seitenaltar eine Kette nieder, deren Glieder symbolisch auf die Sorgen der Menschheit aufmerksam machen sollten.

In Apfeltrach stand wieder der traditionelle Leonhardiritt an. Zahlreiche Teilnehmer kamen mit Pferden, Ponys, aber auch anderen Tieren.
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So schön war der Leonhardiritt in Apfeltrach 2019
Bild: Franz Issing
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