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Weltrotkreuztag

08.05.2015

Wenn das Ehrenamt die schönste Nebensache der Welt ist

Simone Bader und Mohammad Nikbin sind ehrenamtliche Rettungssanitäter beim Roten Kreuz. Anderen Menschen zu helfen macht beide glücklich.
Bild: jsto

Warum zwei Rettungssanitäter rundum glücklich sind, wenn sie beim Roten Kreuz in Mindelheim mithelfen können

So kann es auch gehen mit dem Ehrenamt, das angeblich keiner übernehmen will. Simone Bader war vor sechs Jahren zufällig am Rot-Kreuz-Haus in Mindelheim vorbeigekommen. Sie war auf dem Weg zum Mindelheimer Fußballplatz und hatte noch etwas Zeit. Und so las sie am Aushang, was sich so alles tut beim Roten Kreuz. Das fand die junge Frau richtig spannend, und so sagte sie sich spontan: „So was Tolles will ich auch machen!“

Simone Bader ist dann einfach reinspaziert in die Wache und hat bei Leiter Thomas Müller gefragt, wie das geht, beim Rettungsdienst mithelfen. Bis dahin hatte sie zum BRK keinen größeren Kontakt. Und auch sonst war sie nirgendwo ehrenamtlich aktiv. Auch in ihrer Familie lebt niemand, der beim Roten Kreuz mithilft und sie angeregt haben könnte. Das ist der übliche Weg, wie Kreisgeschäftsführer Wilhelm Lehner sagt. Wenn Mama oder Papa beim Roten Kreuz mithelfen, tun es oft die Kinder auch. Auch bei den Feuerwehren gibt es solche Familiendynastien.

Zur Wahrheit am heutigen Weltrotkreuztag 8. Mai gehört aber auch, dass das Rote Kreuz durchaus noch den einen oder anderen Helfer brauchen kann. Die Mitmach-Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Ob Wasserwacht, Rettungsdienst, Jugendrotkreuz oder in der Seniorenarbeit – überall wird das nette Miteinander gepflegt.

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Simone Bader ist gelernte Fremdsprachenkorrespondentin und lebt in Markt Rettenbach. Ihr war schon länger durch den Kopf gegangen, nebenbei zu ihrem Beruf etwas Sinnvolles zu tun. Beim Roten Kreuz fand sie genau das. Alle zwei Wochen kommt sie zum Bereitschaftsdienst. Zwölf Stunden dauert eine solche Schicht. Seit einigen Jahren fährt sie auch bei Rettungseinsätzen mit. Da macht immer ein Hauptamtlicher Sanitäter mit und ein Ehrenamtlicher. Darauf sei sie in intensiven Lehrgängen vorbereitet worden, die das Rote Kreuz finanziert. Wilhelm Lehner sagt, „wir bieten eine sehr gute Ausbildung und verheizen niemanden“.

Wer also einfach mal Lust hat, beim Roten Kreuz vorbeizuschauen, kann das jederzeit tun – am besten an einem der Bereitschaftsabende, die immer um 19.30 Uhr im Rot-Kreuz-Haus stattfinden. Der nächste übrigens findet am Mittwoch, 13. Mai, statt. An jedem dieser Abende wird ein Thema besprochen. Aber es ist auch viel Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen, sagt Thomas Müller, der Leiter der Wache. Simone Bader ist inzwischen Mutter eines dreijährigen Buben. Die Sanitätsausbildung weiß sie auch aus familiären Gründen sehr zu schätzen. Sollte es zu einem Unfall kommen, weiß sie sofort was zu tun ist. Die Zeit beim Roten Kreuz ist ihr weiter wichtig. „Das ist mein Hobby“, sagt sie. Und es soll auch nicht mehr werden.

Simone Bader freut sich jedes Mal, wenn sie wieder zum BRK darf. „Man lernt total viel“, schwärmt sie. Und auch die Gemeinschaft möchte sie nicht missen. Die Stimmung unter den Helfern sei immer sehr gut. Und dann sagt sie noch, sie sei viel zufriedener mit ihrem Leben, seit sie helfen kann.

Seit eineinhalb Jahren ist auch Mohammad Nikbin im Rettungsdienst dabei. Als Asylbewerber ist er vor Jahren nach Mindelheim gekommen. Er ist im Iran geboren, sein Vater ist Afghane. Nikbin war auf der Fachoberschule bereits Schulsanitäter. Bei der Notfallmedizin wollte „ich nicht dumm herumstehen“, erzählt der 22-Jährige, der übrigens hervorragend Deutsch spricht. Inzwischen macht er eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger am Kreisklinikum.

Die ehrenamtliche Arbeit beim Roten Kreuz ist für ihn ideale Ergänzung zu seiner Ausbildung. Insgesamt 520 Stunden Ausbildung als Rettungssanitäter hat er bereits hinter sich gebracht. Nikbin sagt das voller Dankbarkeit seinem Gastland Deutschland gegenüber.

Noch im Iran hat sich Mohammad Nikbin bereits für den Rettungsdienst interessiert. Sein Onkel arbeitete beim Halbmond mit, dem Gegenstück zum Roten Kreuz. Helfen, findet Nikbin, mache glücklich. Wenn er mit seiner positiven Art anderen Gutes tun kann, freut er sich immer ganz besonders.

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