Newsticker

Rund 150.000 Corona-Infizierte und fast 3000 Tote in den USA
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Wenn ein Baum in Mindelheim stört

Mindelheim

14.02.2020

Wenn ein Baum in Mindelheim stört

Nicht mehr da: Genau hier fehlt die Platane in der Hermelestraße.
Bild: jsto

Zuerst wurde die Platane in Mindelheim zurückgeschnitten. Dann sollte sie versetzt werden, und am Ende fiel sie doch.

In Mindelheim gibt es zwar keine Baumschutzverordnung, über Bäume wird im Stadtrat aber gerne gesprochen. Und manchmal kommt ein Baum auch schon mal wiederholt zur Sprache. Einer Platane ist es nun so ergangen.

Schon vor zweieinhalb Jahren stand dieser städtische Baum an der Hermelestraße 17 zur Disposition. Der Eigentümer eines Reihenhauses hatte damals die Fällung beantragt. Grund: In den Sommermonaten nimmt der Baum viel Licht von den Zimmern. Vor allem aber steht er zu nah am Gebäude, so dass die Gefahr besteht, dass das Wurzelwerk das Mauerwerk schädigt.

Schon 2017 gab es im Mindelheimer Rat eine Diskussion über die Platane

Der Umwelt-, Verkehrs- und Bauausschuss hatte 2017 die salomonische Lösung gefunden, den Baum klein zu halten, ihn aber stehen zu lassen. Er sollte wachsen dürfen, bis die Krone des Baums über die Traufe reicht. Damit die Äste nicht an die Fassade reichen, sollte der Baum jährlich zurückgeschnitten werden.

Wenn ein Baum in Mindelheim stört

Inzwischen ist klar: Der städtische Bauhof kann solche Arbeiten auf Dauer nicht leisten. Der Aufwand für derlei Baumpflege ist zu hoch. Auch dem Baum selbst bekommt eine solche Rosskur auf Dauer nur schlecht. Der Baum wird irgendwann eingehen und nicht mehr austreiben, erläuterte Bürgermeister Stephan Winter.

Die Platane wird durch einen blühenden Zierstrauch ersetzt

Was aber tun? Neuerlich befasste sich der Umwelt-, Verkehrs- und Bauausschuss mit dieser Baumfrage. Als Lösung wurde nun beschlossen, den Baum auszugraben und an anderer Stelle wieder einpflanzen. Sollte dies nicht möglich sein, wird der Baum gefällt und eine Ersatzpflanzung an anderer Stelle vorgenommen. Wo der Baum stand, soll ein blühender Zierstrauch für einen Farbtupfer sorgen.

Josef Doll von den Grünen hielt vergebens ein Plädoyer für die Schönheit eines „vollbelaubten Baumes“. Platanen seien robust, man könne sich auch nur alle zwei Jahre zurückschneiden. Doll erinnerte auch die wichtige Funktion als Sauerstofflieferant.

Das wiederum überzeugte in diesem konkreten Fall den dritten Bürgermeister Roland Ahne (SPD) nicht. In der Nähe gebe es einen Park, in dem Bäume genug des wichtigen Sauerstoffs produzierten. Und Bürgermeister Winter meinte, wenn Äste ins Fenster hineinragten, sei das vielleicht etwas zu viel des Sauerstoffs. Er hatte auch gleich noch eine Idee, wo die Platane eine neue Heimat finden könnte: in der neuen Platanenallee im Neubaugebiet. Dazu kommt es aber nicht mehr. Kaum war der Beschluss gefasst, war der Baum bereits umgesägt.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren