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Mindelheim

26.11.2019

Wie Georg von Frundsberg zum Mythos wurde

Der Historiker Dr. Reinhard Baumann stellte in Mindelheim sein neues Buch über den „Mythos Frundsberg“ vor und lüftete dabei so manches Geheimnis über den Vater der Landsknechte.
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Der Historiker Dr. Reinhard Baumann stellte in Mindelheim sein neues Buch über den „Mythos Frundsberg“ vor und lüftete dabei so manches Geheimnis über den Vater der Landsknechte.
Bild: Schlegel

Reinhard Baumann stellt im Mindelheimer Silvestersaal sein Buch "Mythos Frundsberg" über den Vater der Landsknechte vor.

Es war ein Auftakt, wie ihn sich Dr. Reinhard Baumann und Verleger Johannes Högel gewünscht haben. Der Silvestersaal war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Baumann zunächst einen Vortrag zu Maximilian I. hielt, um von diesem zu Georg von Frundsberg überzuleiten. Zwei Persönlichkeiten unserer Geschichte, die sich in der Frage überschneiden, wer der „Vater der Landsknechte“ sei, ein Titel, der auch Maximilian I. zugeschrieben wurde, der aber – und darum geht es in „Mythos Frundsberg“ – nach Baumanns Auffassung Georg von Frundsberg gebühre.

In seinem Vortrag ging der Historiker auf die Formen des Gedenkens an Maximilian I. ein, denn diese zeigen, wie die Darstellung des Kaisers sich wandle. Umfangreich wurde dem 500. Todestag des Kaisers gedacht, in Vorträgen, in Ausstellungen, in Festen und Kursen. Allerdings, so erzählte Baumann, vor allem in Österreich, Tirol und dem süddeutschen Raum, hier besonders im schwäbischen Landstrich.

Der Beweis: Georg von Frundsberg ist "Vater der Landsknechte"

In Augsburg wurde der Habsburger bei einer Ausstellung als Bürger dargestellt. Hier hatte er ein eigenes Haus, denn Augsburg war nach Innsbruck die zweitbeliebteste Aufenthaltsstadt des Kaisers, der sich auch für die Neue Welt interessierte, sich gern als Jäger und Pilger, als Mann des Volkes sah. In New York hingegen wurde bei einer Ausstellung an seine Darstellung als „letzter Ritter“ erinnert. Diese gehe auf das Jahr 1830 zurück.

Wie Georg von Frundsberg zum Mythos wurde

Das Spannende an dieser Betrachtung einer Erinnerungskultur ist neben der unterschiedlichen Gewichtung einer Persönlichkeit und der jeweiligen Charaktereigenschaften auch die Tatsache, dass Maximilian in der österreichischen und deutschen Erinnerung über Jahrhunderte präsent blieb. Das entsprach der Intention des Kaisers, der einmal sagte, man müsse „ein Leben lang für das gedechtnus sorgen“.

Im zweiten Teil der Veranstaltung erzählte Dr. Baumann von seinem Buch „Mythos Frundsberg“. Es sei ihm gelungen anhand von zeitgenössischen Quellen darzulegen, dass Frundsberg der „Vater der Landsknechte“ sei. Das Buch bietet eine Sammlung an Quellen und lässt diese sprechen, sodass neben der Information über Frundsberg auch noch Gesellschaftsgeschichte transportiert wird, denn erzählt wird dadurch im Stil der Zeit. Neben den Karten dürften vor allem die zahlreichen Fotos vom Frundsbergfest vom Fotoclub Mindelheim interessant sein. Alle beschriebenen historischen Personen sind darauf zu sehen. So wird eine Verbindungslinie von damals zu heute, von Historie zur Abbildung in der Gegenwart gezogen.

In "Mythos Frundsberg" geht es auch über die Schlecht von Bicocca

Das Buch bietet auch neue Erkenntnisse über jenen berühmt-berüchtigten Zweikampf bei der Schlacht von Bicocca. Baumann stellte nicht nur seine Quellen dazu vor, er erzählte auch von der teilweise schwierigen Arbeit und erläuterte plausibel, wie er einige Rätsel um jenen Zweikampf zwischen Georg von Frundsberg und Arnold Winkelried lösen konnte, die einst Seite an Seite kämpften. Ein spannendes Stück Geschichte.

Im Anschluss an die Buchpräsentation bedankte sich Baumann bei allen, die ihm bei der Arbeit halfen, bei dem Veranstalter des Abends, dem Frundsberg Festring, bei der Harfinistin Franziska John, die den Abend musikalisch begleitete, und natürlich bei seinem Verleger Johannes Högel, der dieses Abenteuer eingegangen sei – beide wurden belohnt, die Schlange der Buchkäufer, die auf eine Signatur des Autors warteten, war lang und zog sich bei Häppchen, Getränken und heiterer Stimmung bis in den späten Abend.

„Mythos Frundsberg“ ist in den MZ-Geschäftsstellen und im Buchhandel erhältlich sowie hier im Online-Shop.

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