Newsticker

Corona-Neuinfektionen mit 23.449 Fällen leicht über Vorwochenniveau
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Wie Kälte gegen kalte Füße helfen kann

MZ-Fastenserie

24.02.2018

Wie Kälte gegen kalte Füße helfen kann

Expertin Ines Wurm-Fenkl und Frauke Ebhardt
Bild: Hartmann

Gerade Frauen geraten während einer Fastenkur schnell ins Frösteln. Kneipp-Experten wissen Rat

Für Frauke Ebhardt ist es selbstverständlich, sich möglichst gesund mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln zu ernähren. Die 64-jährige achtet auf eine ausgewogene Kost: „Bei mir landen viel Obst und Gemüse im Einkaufswagen. Aber leider auch die ein oder andere Süßigkeit. Ich würde gerne mal eine Woche lang auf Zucker verzichten – muss ich dabei etwas beachten?“

Ein Verzicht auf gesüßte Lebensmittel ist für gesunde Menschen aus ernährungsphysiologischer Sicht völlig unbedenklich und hat vielmehr gesundheitliche Vorteile: Denn die übermäßige Aufnahme von isolierten Zuckerarten, wie beispielsweise unser weißer Haushaltszucker, steht in direkter Verbindung mit der Entstehung von Typ 2 Diabetes, Adipositas, Karies und womöglich auch mit der koronaren Herzkrankheit. Wichtig beim „Zuckerfasten“ ist die Achtsamkeit beim Einkauf von Lebensmitteln. Denn versteckte Zuckerfallen lauern überall.

Der Geschmack wird sensibilisiert

Der Verzicht auf Zucker ist zwar keine Fastenmethode im klassischen Sinn, bietet jedoch den Vorteil, die Geschmacksempfindung für Süßes zu sensibilisieren, sodass man bereits mit einem Stück Obst zufrieden sein kann – und gesund ist es allemal. Was beim „Zuckerfasten“ höchstwahrscheinlich nicht eintreten wird, sind Begleiterscheinungen wegen des verringerten Energieumsatzes. Bei klassischen Fastenmethoden, wie etwa dem Buchinger-Fasten, kann die Körperkerntemperatur nämlich leicht absinken – Frösteln, kalte Hände und Füße können die Folge sein. Davon hat auch Frauke Ebhardt schon gehört: „Stimmt es, dass vor allem Frauen beim Fasten unter kalten Füßen leiden? Was kann man dagegen unternehmen?“

Unabhängig vom Fasten haben Frauen einen geringeren Energieumsatz als Männer. „Der hormonbedingte kleinere Grundumsatz und eine andere Muskelstruktur sind ausschlaggebend, dass Frauen meist schneller frieren als Männer. Beim Fasten wird das natürlich noch deutlicher“, klärt Ines Wurm-Fenkl, Dozentin an der Sebastian-Kneipp-Akademie, auf. „Der menschliche Körper reagiert auf Temperaturschwankungen hochsensibel. Dieses Prinzip hat sich ja auch Sebastian Kneipp mit seinen Wasseranwendungen zu Nutze gemacht“, so die Heilpraktikerin. Durch gezielte Reize mit frischem Wasser hat Kneipp den Wärmehaushalt trainiert, gerade so wie wir die Muskeln trainieren. Auf alle vitalen Systeme können wir so Einfluss nehmen. Der Stoffwechsel wird angekurbelt, der Grundumsatz steigt und der Kalorienverbrauch erhöht sich. „Heute verstehen wir unter Hydrotherapie die warmen und kalten Wasseranwendungen nach Kneipp. Diese wirken einmal als Temperaturreize, andererseits entfalten sie durch den Zusatz von Heilpflanzen, beziehungsweise deren ätherischer Öle, zu Wickeln oder Bäder spezielle Wirkungen an der Haut.

Tautreten, Waschung und Güsse

Von den rund 120 verschiedenen Kneippschen Wasseranwendungen eignen sich viele für das Fasten; unter anderem das Tautreten, die Waschung, Güsse und bei akut kalten Füßen auch das Wechselfußbad“, so Wurm-Fenkl. Das findet Frauke Ebhardt interessant, denn: „Ich hatte bislang nur praktische Erfahrungen mit dem Wassertreten und Armbaden“, so die Bad Wörishofenerin. Vor allem das morgendliche Tautreten sei laut Wurm-Fenkl gut geeignet, die Reinigungsprozesse während des Fastens anzukurbeln, die Füße besser zu durchbluten und somit ein dauerhaftes Wärmegefühl zu erzeugen.

„Einfach nach dem Aufstehen ein bis zwei Minuten mit warmen Füßen über taufrisches Gras laufen; beim Schneetreten bitte nur höchstens 20 Sekunden; anschließend für Wiedererwärmung sorgen.“

Feste Grundregeln beachten

Was generell bei Kneipp-Anwendungen nie vergessen werden darf, ist die individuelle Dosierung und Abstimmung auf den eigenen Körper. Auch bestimmte Grundregeln sollten beachtet werden, um Fehlreaktionen zu vermeiden – eine ärztliche Rücksprache ist ratsam.

So gilt etwa ein vorgewärmter Körper als wichtigste Grundregel für Kaltanwendungen. Eines haben Kneipp-Anwendungen und Umstellungen in der Ernährung übrigens gemeinsam: Nachhaltige, gesundheitsförderliche Effekte treten nur durch regelmäßiges Anwenden ein.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren